Auftakt der Sommerakademie: Stadt gibt Einblicke in das „industrielle Herz“ Ettenheims

Bürgermeister Bruno Metz (linkes Bild, links) begrüßte die Teilnehmer bei der Führung durch den Ettenheimer Industriepark.
Decoux„Was ist eigentlich aus dem ehemaligen BASF-Gelände im Westen der Stadt geworden?“ Diese Frage ist immer mal wieder zu hören und wurde nun in der Auftaktveranstaltung der Ettenheimer Sommerakademie aufgegriffen. „Tatsächlich ist der Industriepark etwas aus dem Bewusstsein der Bevölkerung geraten“, wie Bürgermeister Bruno Metz in seiner Begrüßung einräumte – und dies, obwohl man ihn getrost als „das industrielle Herz Ettenheims“ bezeichnen kann. Die Resonanz des ersten Akademieabends war groß.
„Hier wird tolle Arbeit geleistet“, so Metz in Bezug auf die inzwischen sieben angesiedelten Betriebe in Dienstleistung und Industrie. Rund 300 Menschen sind im Industriepark beschäftigt. Seitens der Stadt freue man sich sowohl über dieses Angebot an Arbeitsplätzen wie auch über die akquirierte Gewerbesteuer.

Alexander Reichert, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Industriepark Willstätt, führte dabei ein altes Tonband der Firma BASF vor, die damals in Ettenheim angesiedelt war.
Foto: DecouxAlexander Reichert, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Industriepark Willstätt, der zusammen mit Karl-Heinz Renkenberger die Besucher durch den Industriepark führte, erinnerte an die zahlreichen Veränderungen des Areals. 1982 habe die BASF Ettenheim als Produktionsstätte aufgebaut und hier Tonbänder produziert. Das von Reichert mitgebrachte Tonband aus jener Zeit machte den medialen Wandel deutlich und ließ die Besucher schmunzeln. Bis 1993 habe das Unternehmen hier produziert, ehe ihr China den Rang ablief. Quattro-Form habe die Raumkapazitäten sofort genutzt, produziere hier inzwischen seit 30 Jahren. Weitere Nutzer seien gefolgt. Beispielhaft nannte Reichert Simona, „K&U“ sowie „BDF“. Ein Großteil der heutigen Nutzer der insgesamt 25.000 Quadratmeter Mietfläche auf dem 194.000 Quadratmeter großen Gelände sei seit 1997 ansässig, so Reichert. Hilfreich in dieser Nachnutzung sei die tatkräftige Unterstützung durch die Stadt gewesen. Man habe schnell und erfreut erkannt: „Der Bürgermeister von Ettenheim spricht die Sprache der Wirtschaft.“
Besucher erhalten Einblicke in Produktionsstätten
Bei einem ersten Teilabschnitt der Führung erläuterte Reichert die Versorgungssysteme von Wasser, Gas und Strom für die sieben im Industriepark angesiedelten Betriebe.
Thematischer Schwerpunkt dieses Akademieabends war der Einblick in den Präzisionsformenbau Quattro-Form. Tobias Langenbach und Markus Meyer von der Geschäftsführung gaben bei einer Führung durch die Produktionshallen einen technisch detaillierten Einblick in Arbeitsabläufe, Fertigungsteile, Bearbeitungstechniken und Nachfrage auf dem Markt. Der Gegensatz von schier unvorstellbar feinen Formen im Bruchteil von Millimetern und Maschinen im Tonnenbereich beeindruckten technisch hochinteressierte Führungsteilnehmer wie technisch weniger Bewanderte gleichermaßen. 95 Mitarbeiter beschäftigt der Betrieb inzwischen, von den rund 70 Auszubildenden in den 30 Jahren des Bestehens seien 95 Prozent schließlich übernommen worden. Der Jahresumsatz liege bei rund sechs Millionen.
Abschließend stellte Reichert bei einem Rundgang über das Gelände noch die ansässigen Betriebe vor: den Blechteilefertiger BTF, eine Dependance der Rubin-Mühle, ein Lager von Nestler Wellpappe, das barth-Medienhaus und den Weltmarktführer in Sachen Halbleiter Georg Fischer (GF). Ein Aufstieg auf das Dach der Reinraumluftanlage gab abschließend in den Strahlen der über den Vogesen untergehenden Sonne noch einmal einen eindrucksvollen Überblick über den gesamten Industriepark.
Info – Bauhof stellt sich vor
Am Mittwoch, 29. April, gibt die Sommerakademie unter dem Titel „Bauhof Backstage“ einen Einblick in die Arbeit des Städtischen Bauhofs auf den Espen. Los geht es um 18.30 Uhr. Eine Anmeldung ist bei Teilnahmeabsicht nicht erforderlich.