Aufgaben übernimmt Lahr: Nachbarschaftshilfe Kippenheim/Mahlberg löst sich nach 35 Jahren auf

Besonders ältere Menschen nehmen die Dienste der Nachbarschaftshilfe in Anspruch. (Symbolfoto)
KalaeneMahlbergs Bürgermeister und zugleich Vorsitzender der Nachbarschaftshilfe Dietmar Benz freute sich über zahlreich erschienene Mitglieder und Gäste des Hilfsvereins. Er schickte in der Ratssitzung voraus, dass es jetzt „einiges zu besprechen“ gebe, wie schon die Tagesordnung mit dem letztem Punkt der Vereinsauflösung zu erwarten ließ. In seinem Bericht führte Benz aus, dass der Verein seit seiner jüngsten Generalversammlung im Mai 2025 auf nun noch 189 Mitglieder geschrumpft sei. In zwei Vorstandssitzungen hatte man seitdem beraten, wie es mit der Nachbarschaftshilfe weitergehen könnte. Die war, insbesondere in den vergangenen drei Jahren, in finanzielle Schieflage geraten, weil neue Personalkosten in Höhe von insgesamt 25.000 Euro jährlich – trotz Zuschüssen der Kommune, Kirchengemeinden und Sponsoren – nicht mehr zu decken waren und an den Rücklagen zehrten. Außerdem ergaben sich weitere Probleme durch die krankheitsbedingte Kündigung der bisherigen Bereitschaftsleiterin Christiane Steiner zum Juli. Für sie eine Nachfolge zu finden, erwies sich als schier unmöglich.
Ettenheimer Verein lehnte eine Fusion mit dem Ortsverein ab
Daraufhin wurden einige Lösungsgespräche geführt. Mit der Ettenheimer Nachbarschaftshilfe endeten die je-doch ergebnislos, weil diese abwinkte. Sie sah sich nicht dazu in der Lage, diese Aufgaben auch noch mit zu übernehmen und personell sowie finanziell zu schultern. Anders war es bei der Lahrer Nachbarschaftshilfe: In der fand man schließlich einen Partner, der bereit war, den kleinen südlichen Hilfsverein mit seinen bisherigen Dienstleistungsangeboten per Zusammenlegung auch zu übernehmen.
Laut Benz waren im Berichtszeitraum insgesamt 54 hilfesuchende Menschen mit 3910 Einsatzstunden von aktuell 34 ehrenamtlichen Helfern betreut worden. Notgedrungen hatten Silvia Benz-Obergföll und Erika Ritter kommissarisch schon einmal die vakante Einsatzleitung mit Terminplanung übernommen.
Rechnerin Claudia Grossmann summierte ein deutliches Minus, das nur dank Spenden halbwegs ausgeglichen werden konnte. „Wir haben leider immer mehr von den Ressourcen zehren müssen“, stellte Benz fest.
Schritt für Schritt wurde anschließend der formale Weg für die Vereinsauflösung frei gemacht. Erst mit einer Satzungsänderung, in der die bisher vergessene Verwendung des vorhandenen Vereinsvermögens geregelt wurde. Zu gleichen Teilen wird dies an die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden sowie Kippenheim und Mahlberg ausgezahlt.
Zum Jahresende wird der Verein aufgelöst
Zum 31. Dezember wird dann der Nachbarschaftsverein unwiderruflich aufgelöst, wie sämtliche anwesenden Mitglieder einstimmig beschlossen. Zum Jahresende wird es noch mal eine letzte Generalversammlung geben, bevor dann Liquidatoren die Vereinsabwicklung übernehmen sollen.
Die stellvertretende Vorsitzende der Lahrer Nachbarschaftshilfe Jutta Broß versicherte den Hilfesuchenden, dass für sie alles fast beim Alten bleiben soll. Die bisherigen freiwilligen Kippenheimer und Mahlberger Helfer sollen für künftige Einsätze vor Ort übernommen werden, wenn sie dies wünschen. Überdies wird auch das bisherige Büro in der Seniorenwohnanlage in Kippenheim als Außenstelle erhalten bleiben.
Auch in Zukunft sollen die bisher geleisteten Dienste für Hilfesuchende ortsnah erbracht werden. Das versprachen ebenso die Bürgermeister Gutbrod und Benz, die nun neue Beisitzer im Lahrer Nachbarschaftsverein werden wollen, um mit dafür zu sorgen, dass es in Kippenheim und Mahlberg weitergeht. Die vielfältigen Hilfsangebote würden unbedingt fortgesetzt, betonten sie – nur eben künftig unter neuer Regie.