„Asylpolitik ist im Wandel“: CDU Rust plädiert für ein Flüchtlingszentrum in Lahr

In der Gemeinde Rust leben derzeit 26 erwachsene und 22 minderjährige Flüchtlinge. Hinzu kommen 275 ukrainische Flüchtlinge. Die Unterbringung der Hilfesuchenden bedeutet für die Verwaltung viel Aufwand, erklärt der CDU-Gemeindeverband. (Symbolfoto)
ZinkenDie Asylpolitik in Baden-Württemberg hat einen Wendepunkt erreicht: Erstmals überstieg im Juni 2025 die Zahl der Rückführungen die der neuen Asylanträge. Darüber informiert der CDU-Gemeindeverband Rust in einer Pressemitteilung. Das sei kein Zufall, sondern Ergebnis einer klaren Linie, die unter anderem von der Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges konsequent verfolgt werde. Zwar gelinge dabei vieles – auf kommunaler Ebene bleibe man jedoch gefordert. „In Rust spüren wir die konkreten Herausforderungen vor Ort“, so die Fraktion.
Auf Anfrage habe die Gemeindeverwaltung folgende Informationen übermittelt: Aktuell werden in Rust 26 erwachsene und 22 minderjährige Flüchtlinge aus bis zu sechs verschiedenen Herkunftsländern untergebracht. Im Sommer rechnet die Verwaltung mit rund zehn weiteren Menschen. Hinzu kommen insgesamt 275 ukrainische Flüchtlinge. Diese sind größtenteils in nicht-gemeindeeigenen Unterkünften untergebracht, informiert die CDU.
Unterbringung bedeutet für Rust einen großen Aufwand
Diese Situation zeige: Die Unterbringung neuer Asylsuchender bedeute für kleine Gemeinden wie Rust einen enormen organisatorischen, finanziellen und sozialen Aufwand. Wohnraum, Betreuung, Schule, Kita, Integration – all das muss lokal gestemmt werden, heißt es weiter. Gleichzeitig könne man in Rust erleben, wie Integration gelingt. Durch den Europa-Park, der Menschen aus mehr als 100 verschiedenen Nationen einen Arbeitsplatz bietet, sei es erforderlich, dass sich die Menschen schnell und nachhaltig in das Dorfleben integrieren. Darüber hinaus ist das bürgerschaftliche Engagement bei der Aufnahme von ukrainischen Flüchtlingen nicht hoch genug einzuschätzen, so die Mitteilung.
Umso wichtiger sei es, dass man mit der eingeleiteten Asylwende nun neue, belastbare Strukturen schaffe. Ein zentraler Baustein dabei sei die Stärkung und Ausweitung der Einrichtungen zur Erstaufnahme. Ministerin Gentges prüft aktuell unter anderem einen Standort in Lahr (wir berichteten mehrfach). Auf den ersten Blick mag dies bei der erwähnten Asylwende unverständlich erscheinen – doch gerade solche Einrichtungen sind ein Beitrag zur Entlastung der betroffenen Kommune und umliegenden Gemeinden, betont der Gemeindeverband.
Kommunen bleiben trotz Besserung weiter gefordert
Und was bringt eine solche Einrichtung für die Region? Dies bedeute keine neuen Zuweisungen von Flüchtlingen in die betroffene Kommune. Das entlastet laut Mitteilung nachhaltig Kitas, Schulen und sozialen Wohnraum. Zudem erhalte man Pufferkapazitäten bei kurzfristigen Flüchtlingsbewegungen, etwa durch Kriege wie in der Ukraine. So könnten kurzfristige Notunterbringungen in Turnhallen vermieden werden – „keine gute Lösung für traumatisierte Menschen“, erklärt die CDU in der Mitteilung weiter.
Auch der Sicherheits- und Katastrophenschutz spiele dabei eine Rolle. So bieten Erstaufnahmeeinrichtungen Evakuierungskapazitäten und würden damit auch zum Zivilschutz beitragen.
Das Fazit des Gemeindeverbands: „Die Zahlen bessern sich. Aber vor Ort bleiben wir gefordert.“ Es sei jetzt der Moment, um vorausschauend zu planen, Strukturen zu verbessern und dabei immer das Wohl der Menschen im Blick zu behalten. Entscheidend sei, dass die Bürgerschaft die realen Gegebenheiten anerkennt und dabei nicht aus den Augen verliert, was die Gemeindeverwaltung und engagierte Bürger für Flüchtlinge leistet.