Asiatische Tigermücke in Mahlberg
: Bürgermeister Benz: „Wir werden lernen müssen, mit der Plage zu leben“

Der Kampf gegen die Tigermücke bringt die Stadt Mahlberg an ihre Grenzen: Trotz vieler Maßnahmen breitet sich die invasive Art weiter aus.
Von
Klaus Fischer
Mahlberg
Jetzt in der App anhören

Sie Asiatische Tigermücke macht den Mahlbergern das Leben schwer.

Leanza

Der Zwischenbericht zur Tigermückenbekämpfung durch die von der Stadt beauftragte Icybac-Gesellschaft ist ernüchternd. Demnach muss mit einer weiteren Verbreitung der Asiatischen Tigermücke, die in ihrem Stechverhalten als sehr aggressiv gilt, gerechnet werden. In seiner Zusammenfassung kommt der Bericht sogar zu der pessimistischen Aussage, dass manche Gärten in Orschweier und Mahlberg wegen der hohen Stechbelästigung in den Sommermonaten „möglicherweise nicht mehr genutzt werden können“.

„Wir werden lernen müssen, mit der Plage zu leben“, konstatierte Bürgermeister Dietmar Benz am Montagabend vor dem Gemeinderat. Ob die Bekämpfung und das Monitoring im kommenden Jahr in die dritte Offensive geht, ließ er offen. Das sei Thema der Haushaltsberatung für 2026. Im laufenden Jahr setzte die Stadt für die Bekämpfung durch die Firma Icybac knapp 37 000 Euro ein.

Zum ersten Mal wurde die Tigermücke 2023 gesichtet

In Orschweier und Mahlberg ist die Asiatische Tigermücke im Jahr 2025 früher als in den Vorjahren nachgewiesen worden, was auf eine erfolgreiche Überwinterung der Populationen sowie auf günstige Witterungsbedingungen zurückgeführt wird, heißt es im Zwischenbericht. Zum ersten Mal aufgetreten war das Insekt im August 2023, nachdem im Bereich des Kindergartens in der Blumenstraße eine erhöhte Stichbelastung gemeldet wurde. In der Folge beauftragte die Stadt die Firma Icybac, ein Monitoring mit sogenannten Eiablagefallen vorzunehmen, um die Ausbreitung der Tigermücke in Orschweier und Mahlberg festzustellen und einzugrenzen.

29 Fallen wurden in Mahlberg aufgestellt

Im vergangenen Jahr startete die Stadt Mahlberg das Monitoring frühzeitig. 29 Eiablagefallen in Orschweier und Mahlberg wurden aufgestellt und die Bevölkerung zur Meldung verdächtiger Stechmücken aufgerufen. Durch zusätzliche Anflug- und Brutstättenkontrollen habe die Stadt die Populationsentwicklung und Ausbreitung der Tigermücke feststellen können. Funde gab es in Orschweier und Mahlberg etwa in der Blumenstraße, In der Breite, Oberfeldstraße, Wiesenstraße und Bromergasse. Besonders viele Eier sind in der Gundgasse sowie im Bereich zwischen Gartenstraße und Oberfeldstraße entdeckt worden.

Keine Meldungen aus der Bevölkerung

In diesem Jahr habe es nun erste Nachweise von Tigermücken früher als im vergangenen Jahr gegeben. Laut Bericht seien Flyer mit Informationen zur Vermeidung und Bekämpfung der Stiche nahezu lückenlos in den betroffenen Straßen verteilt worden, allerdings habe es keine einzige Rückmeldung bezüglich privater Funde von Tigermücken gegeben. „Dass verwundert schon“, erklärte der Bürgermeister. Benz betonte in diesem Zusammenhang auch, dass eine erfolgreiche Bekämpfung des Insekts nur mit Unterstützung der Bevölkerung möglich sei. Die Vermeidung oder Beseitigung von möglichen Brutstätten auf dem eigenen Grundstück sei hier der entscheidende Schlüssel zum Erfolg.

LZ aktuell
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Lahr Montag bis Samstag im kompakten Überblick.