Anpassung an den Klimawandel: Wie eine nachhaltige Stärkung des Ettenheimer Stadtwalds gelingen kann

Der Gemeinderat Ettenheim setzte sich bei der Begehung mit dem Stadtwald auseinander.
Stadt Ettenheim- Waldbegehung in Ettenheim: Fokus auf Wiederaufforstung, Alt- und Totholz und Klimafolgen.
- Am Schnürbuck werden Windradflächen wiederbewaldet, damit stabile Mischwälder entstehen.
- Hitze und Trockenheit setzen den Bäumen zu – von Blattabwurf bis Schädlingsbefall.
- Alt- und Totholz bleibt erhalten, um Artenvielfalt zu sichern und Sturmanfälligkeit zu mindern.
- Der Stadtwald hat rund 41 Festmeter Alt- und Totholz pro Hektar und übertrifft damit die Vorgabe.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Wie geht es dem Ettenheimer Stadtwald, und welche Maßnahmen sind notwendig, um ihn langfristig zu erhalten? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Bürgermeister Bruno Metz, Stadträtinnen und Stadträte sowie Ortsvorsteherinnen und Stabhalter bei der diesjährigen Waldbegehung.
Im Mittelpunkt standen laut Mitteilung der Stadt die Wiederaufforstung der Windradflächen am Schnürbuck, das Alt- und Totholzkonzept und die zunehmenden Belastungen durch Hitze und Trockenheit. Revierförster Lothar Bellert und Forstamtsleiter Jakob Franz informierten die Teilnehmenden während der rund dreistündigen Begehung.
Ein wichtiger Themenpunkt war die Wiederaufforstung der Flächen am Schnürbuck, die im Zusammenhang mit dem neuen Windpark stehen. Ende Oktober 2025 war der Windpark nahe Ettenheim und Kippenheim feierlich eingeweiht worden und liefert heute Strom für rund 10.000 Haushalte.
Klimawandel setzt den Wäldern zu
Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien geht auch die Verantwortung einher, die beanspruchten Waldflächen angemessen zu behandeln und ihre weitere Entwicklung im Blick zu behalten. Die Wiederaufforstung am Schnürbuck ist daher ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Betrachtung des Waldgebietes. Dabei gilt es, die betroffenen Flächen wieder in den Wald einzubinden und die Voraussetzungen für einen standortgerechten, möglichst widerstandsfähigen Baumbestand zu schaffen.
Die Entwicklungen in diesem Sommer verdeutlichen, wie stark sich die klimatischen Bedingungen auf die Wälder auswirken. Nach einer gewissen Entlastung in den beiden Vorjahren haben Hitzeperioden und ausbleibende Niederschläge die Situation wieder verschärft. Auch kurze Regenfälle und Gewitter reichen häufig nicht aus, um die Wasserreserven im Boden nachhaltig aufzufüllen. Ein Teil des Niederschlags verdunstet bereits, bevor das Wasser die tieferen Bodenschichten erreicht. Die Folgen sind nicht immer unmittelbar sichtbar.
Manche Bäume reagieren auf den Wassermangel, indem sie vorzeitig ihre Blätter abwerfen oder weniger Früchte ausbilden. Weitere Schäden können sich erst mit Verzögerung zeigen, etwa durch abgestorbene Äste und Bäume oder eine vertrocknete natürliche Waldverjüngung. Geschwächte Bäume sind zudem anfälliger für Schädlinge wie Borkenkäfer.
Alt- und Totholz erhalten die Artenvielfalt
Dabei beschränkt sich die Belastung längst nicht mehr auf besonders empfindliche Baumarten. Auch Eichen und andere Arten, die als vergleichsweise widerstandsfähig gelten, leiden unter den veränderten Bedingungen. Umso wichtiger ist es, die Entwicklung des Stadtwalds aufmerksam zu begleiten und notwendige Maßnahmen frühzeitig einzuleiten.
Eine zentrale Aufgabe der modernen Forstwirtschaft besteht darin, die Wälder widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Dazu gehört insbesondere der Aufbau artenreicher Mischwälder, die mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen und zugleich Risiken durch Sturm und andere Extremwetterereignisse verringern können. Seit vielen Jahren setzt die Stadt auf Mischwald, der das Artenreichtum von Flora und Fauna unterstützt.
Wo einzelne Baumarten auf bestimmten Standorten zunehmend an ihre Grenzen stoßen, müssen langfristig geeignete Alternativen berücksichtigt werden. Ziel ist es, die Baumartenzusammensetzung an die jeweiligen Standortbedingungen anzupassen und die Entwicklung stabiler, zukunftsfähiger Waldbestände zu fördern. Auch bei der Wiederaufforstung der Flächen am Schnürbuck ist eine vorausschauende Planung entscheidend, damit sich der Wald unter den veränderten klimatischen Bedingungen nachhaltig entwickeln kann.
Neben der Anpassung an den Klimawandel beschäftigten sich die Teilnehmer mit dem Alt- und Totholzkonzept im Ettenheimer Stadtwald. Alte Bäume und abgestorbenes Holz erfüllen wichtige ökologische Funktionen: Sie schaffen Lebensräume für zahlreiche Tier-, Pflanzen- und Pilzarten und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Die Berücksichtigung solcher Strukturen ist ein wichtiger Bestandteil einer naturnahen Waldbewirtschaftung. Gleichzeitig müssen die Anforderungen des Naturschutzes mit einer verantwortungsvollen Waldpflege und den notwendigen Maßnahmen zur Verkehrssicherheit in Einklang gebracht werden.
Die Stadt ist, was den Aufbau des Alt- und Totholzvorrats anbelangt, vorbildlich. So verfügt sie derzeit über einen Vorrat von rund 41 Festmetern pro Hektar und übersteigt damit die vom Land Baden-Württemberg geforderte Untergrenze von 30 Festmetern pro Hektar deutlich. Der Schutz der Biodiversität wird außerdem durch einen mehrstufigen Waldsaum erreicht, der dafür sorgt, dass die Wälder weniger sturmanfällig sind.
Die Waldbegehung
Die jährliche Waldbegehung ermöglicht es dem Gemeinderat und der Verwaltung, sich direkt vor Ort über den Zustand des Waldes und die anstehenden Aufgaben zu informieren. Der Austausch schafft eine wichtige Grundlage, um die Herausforderungen der kommenden Jahre besser einschätzen und die weitere Entwicklung des Stadtwalds verantwortungsvoll begleiten zu können.
