Abenteuerspielplatz in Lahr
: Vandalen richten großen Schaden an

Erneut sind Einbrecher den Abenteuerspielplatz im Hebelpark eingedrungen. Die unbekannten Täter haben einiges zerstört.
Von
Saskia Hug
Lahr
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Schwarzwälder Bote

Lange war es friedlich gewesen auf dem Abenteuerspielplatz, doch nun haben dort wieder Unbekannte zugeschlagen, sowohl vergangene als auch diese Woche. „Wir sind echt total frustriert und deprimiert“, sagt Claudius Binder, von Beruf Erzieher sowie Schreiner – er ist einer der vier hauptamtlichen Mitarbeitern des Abenteuerspielplatzes. Erst vor rund eineinhalb Jahren war die Feuerküche in Brand gesetzt worden, dieser Vorfall hat Team und Freunde des Abenteuerspielplatzes sehr getroffen. Nun müssen sie wieder einen Schaden beklagen.

Das Schloss wurde vermutlich mit einem Akkuschrauber aufgebrochen, vier Bierbänke kaputtgetreten, eine Aufbewahrungsbox aus Beton zerschlagen, Werkzeug aus einem Schrank genommen und auf der Hüttenbaustelle verteilt. „Ob etwas davon fehlt oder alles noch da ist, konnten wir bisher nicht feststellen“, so Binder. Auch dieses Mal wurde die Polizei gerufen, die allerdings keine Verdächtigen ermitteln konnte.

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Für die durch den Vandalismus entstandenen Kosten kommt der Trägerverein des Spielplatzes auf. Auch dank ehrenamtlicher Helfer und Spenden könne der Verein die zerstörten Dinge zwar ersetzen und anderes wiederaufbauen, aber diese Ressourcen ließen sich selbstverständlich besser nutzen, so Binder. Mindestens ebenso schlimm wie die Kosten ist für ihn aber die verlorene Arbeitszeit. „Die vielen Stunden, die wir für die Reparaturen und den Wiederaufbau aufwenden müssen, gehen leider von der Zeit mit den Kindern und neuen Projekten ab. Das ist sehr ärgerlich und nervenaufreibend“, erklärt er. Denn genau dafür sei der Abenteuerspielplatz ja gebaut worden.

Selbst eine hohe Mauer hält die Täter nicht ab

Das Gelände ist inzwischen von einer zwei Meter hohen Mauer umgeben, um ungebetene Besucher fernzuhalten. Man habe auch überlegt, Kameras zu installieren, aber das sei rechtlich schwierig, so Binder. Präsenz vor Ort würde potenzielle Täter abschrecken, aber die sei natürlich nicht rund um die Uhr möglich. „Vielleicht sollten wir Stacheldraht anbringen“, sinniert er sarkastisch. Aber am Ende würde dies Vandalen ebenfalls nicht abhalten, vermutet er. „Wer mutwillig zerstören will, findet immer einen Weg, reinzukommen“, stellt er ernüchtert fest.

Im Januar 2024 hatte ein absichtlich gelegter Brand einen großen Teil der Überdachung und der Feuerküche sowie das gesamte Inventar zerstört. Der Schaden wurde damals auf rund 20 000 Euro geschätzt. Versicherungen griffen nicht, so dass der Verein die Kosten selbst tragen musste. „Um die Feuerküche wieder aufzubauen, haben wir das Geld des Stadtgulden genutzt“, erzählt der Erzieher. „Das fehlt uns jetzt natürlich an anderer Stelle“. Eine niedrige fünfstellige Summe habe der Vandalismus bereits gekostet.

Aus pädagogischer Sicht sieht Binder Handlungsbedarf. Die mutmaßlich jugendlichen Vandalen sollten die Möglichkeit bekommen, Langeweile und Zerstörungswut in Kreativität und Sinnhaftigkeit umzuwandeln, ist er überzeugt. Deshalb wolle man in Zukunft mehr Öffnungstage anbieten, auch abends. „Der Vandalismus zeigt uns, dass die Not und der Bedarf groß sind. Wir müssen die Jugendlichen abholen und ihnen Angebote schaffen“, ist sich der Pädagoge sicher.

So bleibt nur die Devise „Nach vorne schauen und weitermachen“ – für die Kinder, die Jugendlichen, die Familien und alle, die den Abenteuerspielplatz zu schätzen wissen und sinnvoll nutzen.

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