300 Besucher im Lahrer Stadtpark
: Hommage an Bob Dylan bietet einige Überraschungen

Mit deutlich mehr als 300 Besuchern war das Konzert „We play Dylan“ am Samstagabend im Lahrer Stadtpark gut besucht. Lehrer und einige Schüler der städtischen Musikschule haben die vielen musikalischen Wandlungen Bob Dylans brillant interpretiert.
Von
Endrik Baublies
Lahr
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Schüler und Lehrer der städtischen Musikschule sowie die „Kitchen Chicks“ begeisterten im Stadtpark.

Schüler und Lehrer der städtischen Musikschule sowie die „Kitchen Chicks“ begeisterten im Stadtpark.

Endrik Baublies
  • Konzert „We play Dylan“ im Lahrer Stadtpark zog deutlich mehr als 300 Besucher an.
  • Lehrer, Schüler der Musikschule und die „Kitchen Chicks“ interpretierten Dylan-Songs.
  • Programm als „Best of Dylan“ mit Stücken wie „Hurricane“, „Like a Rolling Stone“ und „Mighty Quinn“.
  • Höhepunkte: „Blind Willi McTell“ mit vielen Musikern, a cappella „Make You Feel My Love“ – danach „The Times They Are a-Changin‘“.
  • Finale mit moderner „All along the Watchtower“ und Zugabe „I Shall Be Released“; Spenden für Reise der „Kitchen Chicks“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Vorbereitungen haben rund ein Jahr gedauert. Die beteiligten Lehrer und Schüler haben sich für einzelne Lieder Dylans entschieden. Lorenz Stiegeler, der die erste Idee hatte, moderierte den Abend. Er erklärte auch, dass die meisten, teilweise für diesen einen Auftritt geschaffenen Arrangements, eher bekannten Coverversionen folgen würden.

„Hurricane“ (1976) markiert wie kaum ein anderes Lied die vielen Wandlungen des Musikers, geboren 1941 als Robert Allen Zimmermann in Duluth, Minnesota. Der rund acht Minuten lange Song ist ein Aufschrei gegen die Verurteilung des schwarzen Boxers Rubin „Hurricane“ Carter durch eine voreingenommene weiße Jury. Elemente von „Hurricane“ gehören eindeutig zum Rock, so auch die Version im Park. Die vier Streicher beim Lahrer Konzert folgten dem Original und erinnerten an die musikalischen Ursprünge Dylans im Folk.

Die Wut, die Dylan kaum kaschiert hatte, erinnert an den Aufstieg des gerade 20-Jährigen in New York als Protestsänger. „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ (1963) oder „The Times They Are a-Changin’“ (1965) gehören zu dieser frühen Ära Dylans, die zudem seinen Weltruhm begründete. Diese zwei Arrangements im Park hatten – Ausnahmen bestätigen die Regel – keine genauen Vorbilder. Es spricht aber für alle Musiker und Sänger, wie genau sie sich für dieses Konzert mit den Songs Dylans und ihrer Geschichte beschäftigt haben.

Höhepunkte reihen sich aneinander

„Like a Rolling Stone“ (1965) war nicht die erste, vollkommene Wandlung, aber die wirkungsmächtigste. Das Rolling-Stones-Magazin würdigte das Lied als den „besten Rocksong aller Zeiten“. Dylans Griff zur E-Gitarre, das erste Mal beim New-Port-Folk-Festival 1965, war aus Sicht der Folkgemeinde ein Skandal – höflich ausgedrückt. Die Rolling Stones, 1995 fast im Rentenalter, haben eine beachtliche Coverversion eingespielt. Im Park folgte die Combo mit einem Dutzend Musikern der Version der Stones.

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„Mighty Quinn“ (1967) dürften viele in der Version der Manfred Manns Earth-Band aus den 1970er-Jahren kennen. Allerdings hat Manfred Mann (noch ohne Earth-Band) das Stück bereits im Jahr 1968 l gecovert, so auch die Band im Park, die dieser Version samt Flöte folgte. „Blind Willi McTell“ gehört zu den vielen sogenannten Bootlegs Dylans, (Serie 1–3). Das Lied stammt aus dem Jahr 1983. Zu dem Zeitpunkt war Dylan, auch für hartnäckige Fans, nur schwer verdaulich. Der Song wurde erst 1991 veröffentlicht. Im Konzert im Park war dieser brillant gespielte Song mit nahezu allen Musikern einer der Höhepunkte in einem an Höhepunkten wirklich nicht armen Konzert.

Wolfgang Ambros hat 1978 das Album „Wie im Schlaf“ veröffentlicht, auf dem er ausschließlich Songs von Dylan auf Wienerisch aufgenommen hat. „I bins ned – It ain’t me, Babe“ folgte augenzwinkernd dem Wiener Liedermacher. „Make You Feel My Love“ (1997) gehört zum Album „Time Out of my Mind“. Damit markierte Dylan, nach Jahren des Niedergangs, seinen enthusiastisch gefeierten Wiederaufstieg. Nebenbei: Ein bekannter Tiefpunkt war der peinliche Auftritt mit den Rolling Stones Mick Jagger und Keith Richards beim Konzert „Band Aid“ (1985). Im Lahrer Stadtpark überzeugte der Chor der „Kitchen Chicks“ mit dem Song a cappella, gefolgt von „The Times They Are a-Changin‘“.

Mehr als 300 Gäste verfolgten das Konzert.

Mehr als 300 Gäste verfolgten das Konzert.

Endrik Baublies

Die gesamte Zusammenstellung war – was von den Zuschauern entsprechend honoriert wurde – ein „Best of Dylan“. Die wichtigsten Songs in der mittlerweile mehr als 60-jährigen Weltkarriere des Musikers wurden im Park auf sehr unterschiedliche Weise gespielt. Eine faustdicke Überraschung war „All along the Watchtower“ (1966). Die endgültige, weltbekannte Version stammt nicht vom Urheber, sondern von Jimi Hendrix (aus dem Jahr 1968). Als Finale präsentierten Lehrer und Schüler eine moderne Variante, die so kaum jemand gekannt haben wird. Chapeau!

Ein Lob bekommen alle Lehrer und die beteiligten Schüler, die verschiedene Combos nur aus diesem Grund gegründet hatten. Es war das Zusammenspiel und die spannenden Interpretationen der Songs von Bob Dylan. Da war eine Zugabe: „I shall be released“ (1967) ein Muss. Der Song gehört im Ursprung zu den legendären „Basement Tapes“ (veröffentlicht 1975) Dylans mit „The Band“, die er in seinem Keller in Woodstock aufgenommen hat.

Spenden für Chor-Reise

Der Eintritt zum Konzert, gesponsert von der Lahrer Firma LMT Kieninger, war frei. Die Spenden bekommt der Chor Kitchen Chicks, der eine Reise in die Lahrer Partnerstadt Alajuela in Costa Rica plant.