Zurück im Rathaus
: So lief die Vereidigung von Oberwolfachs Bürgermeister Jürgen Nowak

Nach einer ungewöhnlichen Wahl ist der ehemalige Bürgermeister zurück an der Spitze der Gemeinde Oberwolfach. Am Mittwoch erfolgte seine offizielle Amtseinführung.
Von
Stefanie Müller
Oberndorf
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Martin Dieterle (links), stellvertretender Bürgermeister, führte durch den Abend und die Vereidigung von Oberwolfachs Bürgermeister Jürgen Nowak.

Müller

Neubeginn, gepaart mit vertrauter Kontinuität: Wenn ein Bürgermeister ins Amt eingeführt wird, liegt meist Aufbruchstimmung in der Luft. So auch am Mittwoch in der Festhalle, als Jürgen Nowak vereidigt und verpflichtet wurde. Doch die Zeremonie, die von der Trachtenkapelle musikalisch umrahmt wurde, hatte eine besondere Note. Nowak lenkte bereits von 1983 bis 2015 die Geschicke der Gemeinde und kehrt nun nach der überraschend verlaufenen Wahl an die Spitze zurück.

Nachdem der einzige Kandidat Michael Hogenmüller seinen Rückzug erklärt hatte – er sah in einer geplanten Geschäftsordnung für den Bürgermeister ein Zeichen des Misstrauens seitens des Gemeinderats –, erklärte sich Nowak bereit, erneut für eine Übergangszeit von rund zwei Jahren anzutreten. Die Bürger nahmen das Angebot an: Am 9. November wählten sie ihn über die freie Zeile mit 64 Prozent der Stimmen.

Nowak wolle auch neue Ideen einbringen

Nach dieser turbulenten Phase war die Erleichterung groß, dass mit Nowak wieder Ruhe ins Rathaus einzieht. Das war bei der Feier deutlich zu spüren. „Oberwolfach stand vor einer großen Unsicherheit“, erinnerte der stellvertretende Bürgermeister Martin Dieterle, der durch den Abend führte. Der Name Jürgen Nowak stehe für Kontinuität und Verlässlichkeit. Schon in seiner ersten Amtszeit habe er die Gemeinde durch Zeiten des Wandels geführt. Aufgrund seiner Erfahrung, seines Netzwerks und seiner Bürgernähe werde er die kommenden Herausforderungen meistern, zeigte sich Dieterle überzeugt. Nowaks Rückkehr sei „kein Blick zurück, sondern eine Brücke in die Zukunft“, sagte er, bevor er die Vereidigung und Verpflichtung vornahm.

Nowak ergriff anschließend das Wort: „Das klare Ergebnis bei der Wahl erfüllt mich mit Stolz.“ Oberwolfach sei ihm seit 42 Jahren Heimat, für die es sich lohne, sich einzusetzen. Er versicherte, nicht nur begonnene Projekte weiterzuführen, sondern auch neue Ideen einzubringen. Er sehe sich als Vermittler und wolle jedem mit Respekt begegnen.

Zu Wort kamen außerdem einige Gastredner. Den Auftakt machte Bernhard Waidele, Bürgermeister der Nachbargemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach. Er freute sich bereits darauf, wieder an die gute Zusammenarbeit von einst anzuknüpfen. „Es stehen einige Dinge an“, meinte er und hofft, dass endlich die Lücke im Wolftalerlebnisradweg geschlossen wird.

Auch Stephan Klaus vom Mathematischen Forschungsinstitut Oberwolfach möchte an vergangene Zeiten anknüpfen. Seit 2010 bestehe zwischen der Einrichtung und Nowak ein besonderes Verhältnis, da „es Nowaks Verdienst war, Mineralien und Mathematik im Museum zusammenzubringen.“ In den vergangenen Jahren lief die Zusammenarbeit nicht ganz so gut, jetzt freue er sich auf die Wiederbelebung.

Gastredner kennen den Bürgermeister noch von früher

Auf eine lange Zusammenarbeit blickte zudem Dieter Ziesel, Leiter des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung, da Nowak auch Präsident des Verbands der Teilnehmergemeinschaften Baden-Württembergs sei: „Da habe ich ihn als zupackend und umsichtig erlebt.“

Gabriele Schäfer kennt Nowak ebenfalls schon lange. Als Vorsitzende des Schwarzwaldvereins sprach sie für die Vereine. Im Jubiläumsjahr habe man befürchtet, das Glück bei der Bürgermeisterwahl könne die Gemeinde verlassen. Um das zu verhindern, nutzten die Vereine Whatsapp-Gruppen, um Nowak zu unterstützen. „Welcher Ort kann sich schon rühmen, einen Ehrenbürger zum Bürgermeister zu haben?“, kommentierte die Vertreterin der Vereine.

Katja Zagermann, kommissarische Leiterin der Grundschule Wolftal, war die einzige, die noch nicht mit Nowak zusammengearbeitet hatte, zeigte sich aber zuversichtlich: „Er ist bekannt dafür, dass ihm Bildung am Herzen liegt.“ Auch die Schüler stünden hinter ihm: Die Wahl war Thema im Unterricht. „Freundlichkeit“ sei die wichtigste Eigenschaft für einen Bürgermeister, befanden die Kinder. Ein Schüler war sich sicher, dass Nowak der Richtige sei – schließlich kenne sein Großvater ihn gut.

Beendet wurde der offizielle Teil durch die Trachtengruppe, die zwei Tänze aufführte, darunter sinnigerweise die Bürgermeisterpolka. Im Anschluss klang der Abend bei einem geselligen Beisammensein aus.

Regularien

Offizielle angetreten hat Nowak sein Amt am 9. Dezember. Daher durfte er bereits eine Gemeinderatssitzung leiten. Wie das Landratsamt des Ortenaukreises mitteilte, haben die Vereidigung und Verpflichtung des Bürgermeisters keine konstitutive Wirkung, sondern nur eine formelle Bedeutung. „Die Wirksamkeit der Amtshandlungen des Bürgermeisters und der Umfang seiner Rechte und Pflichten hängen nicht davon ab, ob er bereits vereidigt und verpflichtet wurde“, informiert Pressesprecher Kai Hockenjos. Eine erneute Vereidigung sei nicht erforderlich, wenn der Bürgermeister entweder bereits wegen seiner früheren Funktion als solcher oder als sonstiger Beamter oder Richter vereidigt wurde, in diesem Fall genüge ein Hinweis auf den bereits geleisteten Eid. Nowak hat demnach freiwillig den Eid abgelegt. Der Bürgermeister werde auch verpflichtet, das heißt auf seine besonderen Amtspflichten gegenüber der Gemeinde, den Einwohnern sowie dem Staat hingewiesen. Diese Verpflichtung werde auch beim wiedergewählten Bürgermeister jeweils erneut erforderlich, so Hockenjos.

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