Wolfachs neuer Ehrenbürge: „Wer soll’s denn auch sonst machen?“

Bürgermeister Thomas Geppert und der neue Ehrenbürger Manfred Schafheutle
Dorn- Manfred Schafheutle wurde in Wolfach zum Ehrenbürger ernannt – erst der vierte überhaupt.
- Bürgermeister Thomas Geppert würdigte sein jahrzehntelanges Engagement in Vereinen und Rat.
- Schafheutle prägte Projekte wie „Alter Bahnhof“ und „Schlosshalle“ durch Vereinsinitiativen.
- Laudationen betonten seinen Bürgersinn; Familie unterstützte sein ehrenamtliches Wirken.
- Zum Abschluss sang der Männergesangverein Liederkranz, Schafheutle zeigte sich bewegt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Manfred Schafheutle im Mai 2022 hatte Bürgermeister Thomas Geppert den Gedanken an die Verleihung der Ehrenbürgerschaft wohl schon sinngemäß formuliert gehabt. Im Dezember 2025 wurde der Akt bei einer nichtöffentlichen Sitzung vom Gemeinderat beschlossen und am Samstagabend vor einem großen Publikum in der Wolfacher Schlosshalle vollzogen. Als überhaupt erst vierter Wolfacher nach Franz Sales Disch im Jahr 1929, Arthur Martin 1978 und Otto Schrempp 2011 wurde Schafheutle zum Ehrenbürger der Stadt Wolfach ernannt.
Musikalisch begleitet von den Jungmusikern der „Holz- und Blechbagaasch“ der Wolfacher Stadtkapelle, einem der jüngeren Ziehkinder Manfred Schafheutles, holte Wolfachs Bürgermeister in seiner halbstündigen Laudatio weit aus, um wirklich alle Facetten aus der Vita des neuen Wolfacher Ehrenbürgers zum Leuchten zu bringen. Zeit seines Lebens habe sich Manfred Schafheutle für Wolfach eingebracht, sein unermüdliches Engagement habe alle Ebenen der Stadtgesellschaft erreicht. Die Bezeichnung „Tausendsassa“ sei sicher nicht übertrieben für Schafheutles mannigfaltiges Wirken in den vergangenen 55 Jahren. Allein seine 40 Jahre in der Feuerwehr und seine aktive Mitgliedschaft in zahlreichen Vereinen über den Fußball (400 Spiele für den FC Wolfach), die Stadtkapelle, die Wolfacher Flößer und den Verein „Kultur im Schloss“ würden Seiten in den jeweiligen Chroniken füllen, so Geppert. Im Gemeinderat hatte sich Schafheutle 34 Jahre beziehungsweise sieben Wahlperioden lang unter Gepperts Vorgängern Hans-Peter Züfle und Gottfried Moser eingebracht.
Man merkte es den Worten Gepperts an, dass er sehr gerne auch noch für einige Jahre Bürgermeister mit einem Manfred Schafheutle im Gremium gewesen wäre. Zum Abschied aus dem Gemeinderat hatte Schafheutle 2014 versprochen, sich weiter „noch ein wenig“ für Wolfach nützlich machen zu wollen und dieses Versprechen mit seinen beiden Herzensprojekten „Alter Bahnhof“ und „Schlosshalle“ auch in die Tat umgesetzt. Für die Projekte hatte Schafheutle eigens einen Verein gegründet und mit zahlreichen Benefiz-Veranstaltungen die finanzielle Basis geschaffen. Mit viel Herzblut war Schafheutle in dem Verein vorangegangen und hatte als fleißiger, besenschwingender Schaffer die Mitbürger zum Mitmachen motiviert und den Verein nach Erreichen der Vereinsziele auch wieder satzungsgemäß liquidiert. Im Ortsteil Kirnbach hatte sich Schafheutle mit den „Untertalrentnern“ um die Instandsetzung des „Karl-Wöhrle-Wegs“ entlang des Kirnbächle über zwei Bauabschnitte bis hoch zum Moosenmättle engagiert und damit viel für das Miteinander der Stadtteile geleistet, so Geppert, denn: „Wer soll’s denn auch sonst machen?“.
Engagement auf allen Ebenen der Gesellschaft
Der Bürgermeister mahnte allerdings, sich als Gemeinschaft nicht immer auf „den Manfred“ zu verlassen und erinnerte an die jüngste „Nachtschicht“ nach einem tollen Konzert im Wolfacher Schlosshof oder die Arbeiten rund um das 100-jährige „Benz“-Jubiläum. „Sein gelebter Bürgersinn ist vorbildlicher Maßstab für gegenwärtige und kommende Generationen“, zitierte Geppert für den eigentlichen Festakt aus der Urkunde und wies dann auf die mit der Ehrenbürger-Würde verbundenen Rechte und Pflichten hin. Bürgersinn als Maßstab für alle Generationen Zumindest für alle künftigen Feierlichkeiten unter städtischer Regie seien mit der Ehrenbürgerschaft strikte „Beschäftigungsverbote“ für Manfred Schafheutle verbunden. Diese umfassten jegliche Tätigkeiten und würden nötigenfalls mithilfe des städtischen Ordnungsdienstes überwacht. Für die Stadtkapelle und „Kultur im Schloss“ werde im Rathaus derzeit geprüft, inwieweit sich dieses Verbot auch auf diese beiden Vereine ausweiten lasse.
Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt sprach die Landtagsabgeordnete Sandra Boser ihr Grußwort. Boser hatte für die Landesregierung bereits 2022 die Laudatio zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gehalten und verneigte sich in ihrem Grußwort ein weiteres Mal tief vor der Lebensleistung Schafheutles. Wolfach sei ihre Heimat und diese Heimat werde durch Menschen wie Manfred Schafheutle erst lebendig. Sein Beispiel zeige, was möglich sei, wenn man wie er tiefe Liebe zur Heimat verspüre. Für die Fraktion der Freien Wähler im Gemeinderat wandte sich Anja Kopp an Ehefrau Anny und die beiden Kinder Nadja und Raphael, die als Familie viel zurückgesteckt hatten, um Manfred Schafheutle dieses ehrenamtliche Engagement für seine Wahlheimat Wolfach zu ermöglichen.
Bürgersinn als Maßstab für alle Generationen
„Geht nicht gibt’s nicht“, mit diesem Leitspruch habe er über fünf Jahrzehnte viel für Wolfach bewegt. In seiner Dankesrede erinnerte Schafheutle abschließend an seinen als Gemeinderat geleisteten Eid, für Wolfach und die Region das Beste anzustreben und erkannte an, dabei wohl einiges für Wolfach bewirkt zu haben – dies aber nur, weil ihm die Mitarbeiter seines Unternehmens und seine Familie die Freiheiten gewährt hätten, die er sich genommen habe. Er habe Wolfach und seine Vereine lieben gelernt. Wolfach sei seine Heimat geworden und für diese Heimat werde er sich auch zukünftig weiter nützlich machen, zum abschließenden Goethe-Zitat „Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück“ wurde Schafheutle von seinen Gefühlen übermannt.
Sängerkameraden
Den Abschluss des Abends gestalteten die Sängerkameraden des Männergesangvereins Liederkranz, den Schafheutle mit einem flammenden Appell vor einigen Jahren „von der Intensivstation“ zurück ins aktive Vereins- und Sängerleben geholt hatte. Sängerkollege Franz Mantel hatte dazu ein musikalisches Ratespiel zu den verschiedenen ehrenamtlichen Stationen verfasst, als Refrain beziehungsweise Antwort wurde lauthals „das muss der Manfred sein“ geschmettert. Als zweites musikalisches Geschenk brachten die Sänger das von Chorleiter Peter Bojczuk komponierte „Wolfach-Lied“ auf die Bühne.