Wolfacher Flößerstube
: Edle Tropfen und Geschichten

Bei der neuerlichen Weinlese in der Wolfacher Flößerstube gab es Weine, ein Ratespiel, unglaubliche Geschichten und außerdem einen hochherrschaftlichen Besuch.
Von
Andreas Buchta
Oberndorf
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Heike Schamm (rechts) las bei der „Weinlese“ in Wolfach am Mittwoch unglaubliche Geschichten vor, Anja Kopp und Hubert „Vitus“ Kessler spielten sie pantomimisch nach.

Buchta

Die neuerliche „Weinlese“ am Mittwoch in der Flößerstube des Wolfacher Museums war wieder ein Vergnügen. Neben gepflegten Weinen gab es diesmal ein Ratespiel

und hochherrschaftlichen Besuch. Eineinhalb Jahre lang hatte Weinguide Anja Kopp mithilfe von Heike Schamm und Hubert „Vitus“ Kessler teils wahre, teils erfundene, in jedem Fall unglaubliche Geschichten zusammengetragen. Diese wurden mit edlen Burgunderweinen den von Beginn an gut gelaunten Zuhörern serviert. Dann mussten diese raten, welche Geschichten wahr und welche erfunden sind.

Das Ganze begann mit dem Burgunder „Auxerrois“ und einer Geschichte über Kraftfutter für Kühe aus Schokoladenabfällen – die sich als wahr entpuppte.

Ebenso stimmig waren skurrile Geschichten über eine russische Bartsteuer, eine rumänische Hexensteuer, eine Luftsteuer in Fürth und eine Fenstersteuer im viktorianischen England. Als Erfindung entpuppte sich eine Ledigensteuer, die angeblich in BadenWürttemberg eingeführt werden sollte.

Zu einem Chardonnay aus Strohbach gab es Geschichten über einen Wolfacher Sängerknaben, der sich als Vitus entpuppte; er gab eine eindrucksvolle Kostprobe seiner Kunst und erntete frenetischen Beifall. Glatt erfunden war ein Kurs in italienischer Gestik, der pantomimisch illustriert wurde. „Gut gelogen“, lobte das Publikum.Dann wurde ein Spätburgunder Rosé kredenzt und die wahre Geschichte von der Hinrichtung einer St. Romaner Kindsmörderin durch den Scharfrichter vor 8000 fröhlichen Zuschauern erzählt; zur Illustrierung zeigte Hubert Kiefer eine Kopie des Richtschwerts. Einer nächtlichen Kontrolle eines Waffenschranks samt Verdacht auf Marihuana-Anbau widmete sich die nächste Geschichte.

Auch der letzte Wein des Abends, ein als Pinot Noir etikettierter Burgunder, wurde von den inzwischen recht heiteren Besuchern probiert. Dazu trat, historisch kostümiert, der „Special Guest“ des Abends auf: Ben Endres als Maximilian Franz zu Fürstenberg, unter dessen Ägide einst das Wolfacher Schloss umgestaltet wurde. Nach einem Parforceritt durch die Wolfacher Historie kürte er das Schloss unter riesigem Beifall zum „kleinen Versailles vom Schwarzwald“.

Der Verein

Der Verein „Kultur im Schloss Wolfach“ organisiert seit der Gründung 2008 Konzerte, Vorträge, Lesungen, Theateraufführungen, Workshops, Märkte und vieles mehr. Für die Stadt Wolfach betreibt er das Museum im Schloss Wolfach, das wir von 2008-2013 mit viel ehrenamtlichem Engagement renoviert und neu konzipiert haben.

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