Wolfacher Fasnet: Für neue Röslehansel gibt es ein Limit

Der Kleine Narrenrat wurde bestätigt (von links): Jakob Zwikirs, Hans Glunk, Christian Oberfell, Reiner Heil, Sebastian Kopp, Christian Eichinger, Bernd Schillinger, Dieter Jehle und Heiko Schneider.
Narrenzunft WolfachFast auf den Tag genau ein Jahr nach seiner Wahl zum Narrenvater zog Christian Oberfell am Dienstag in der „Hüttenklause“ in der Herbstsitzung des Großen Narrenrats ein positives Resümee über sein Premierenjahr an der Spitze. Der Blick nach vorn dominierte den Austausch laut einer Mitteilung der Zunft vom Freitag – von neuen Bestell-Regeln über die Suche nach weiteren Helfern zur Fasnet bis hin zum großen Zukunftskonzept.
Letzteres hatte der Kleine Narrenrat im September in einer Klausurtagung in Furtwangen erarbeitet. Es soll laut Mitteilung als Grundlage für eine offene Diskussion über die Weiterentwicklung der Zunft dienen. „Zu diesem Zweck sind für 2026 mehrere Workshops vorgesehen, bei denen wir alle Narren beteiligen möchten“, heißt es.
Kein Narrentreffen vom Dachverband
Neues von der Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte hatte Oberfell aus deren Herbstarbeitstagung in Ehingen vom vergangenen Wochenende mitgebracht: „Es ist eine Konsolidierung der Finanzen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) festzustellen.“
Ein Großteil der Schulden sei abbezahlt, dadurch aber die Liquidität des Verbands begrenzt. Gegensteuern wolle man mit einer einmaligen Sonderumlage durch die Mitgliedszünfte. „Auch ist zu erwarten, dass sich der jährliche Mitgliedsbeitrag im überschaubaren Rahmen erhöhen wird“, heißt es in der Mitteilung der Zunft. 2028 werde es voraussichtlich kein großes VSAN-Narrentreffen geben.
35 neue Häser
Zur Wolfacher Fasnet 2026 sollen 35 neue Häser auf die Straße gehen: Acht schwarze und fünf rote Röslehansel, 14 Spättle-, vier Streifen-, zwei Schellen- und zwei Nussschalenhansel. Für 2027 liegen bereits zwei weitere Nussschalenhansel-Bestellungen vor. Bei gut 75 Prozent der Bestellungen handle es sich aber um das dritte oder gar vierte Häs des künftigen Trägers.
Die große Häs-Nachfrage bringt Fragen und Neuerungen mit sich. Zum einen soll bei Neubestellungen künftig im Voraus eine Abschlagszahlung fällig werden, um die Kasse des Fördervereins zu entlasten. Zum anderen sei es der Wunsch der Zunft, dass auch ältere Häser wieder auf die Straße kämen.
Beim privaten Weiterverkauf stelle sich aber die Frage, was mit der Häsnummer von Häs und Maske passiere und wie die Zunft vom Wechsel erfahre. „Auf diese Frage haben wir aktuell keine verbindliche Antwort. Bei der Häsnummer geht es auch um die Frage nach Haftung und Versicherung“, informiert die Zunft. Der Kleine Narrenrat werde sich aber mit dem Thema befassen.
Für neue Röslehansel soll es künftig eine Obergrenze von zehn Häsern pro Jahr geben, erläuterte Obfrau Sarah Remme. Vorrang habe, wer ein Ersthäs bestelle, zudem soll der Bestellzeitpunkt berücksichtigt werden. Wer nicht zum Zug komme, müsse im Folgejahr neu bestellen. Die Absage aus dem Vorjahr werde dann aber berücksichtigt.
Der Große Narrenrat billigte das Konzept bei sieben Enthaltungen. Landsknechte-Obmann Markus Moosmann sprach die Viehmarker an, die vielerorts von Hästrägern genutzt würden und ein Ärgernis für die Opfer seien: Deren Farbe lasse sich nur schwer entfernen, auf Kleidung verursache sie oft dauerhaften Schaden. „Wir als Freie Narrenzunft Wolfach sprechen uns daher ganz klar gegen die Verwendung dieser Viehmarker aus. Es ist die Aufgabe uns aller, dem entgegenzuwirken“, betont die Zunft.
Helfersuche
Das neue Bewirtungskonzept in der Schlosshalle mit gemischten Schichten aus den verschiedenen Gruppen habe sich laut Mitteilung der Narrenzunft bewährt. Für die Fasnet 2026 will Bewirtungs-Narrenrat Sebastian Kopp in der Schlosshalle dennoch an zwei Punkten nachjustieren. Künftig brauche es nach dem Schellenmendig ein Putzteam aus der Zunft, das die Halle für den Kinderball am Fasnetsdienstag wieder herrichte. Zudem soll es am Schellenmendig künftig drei statt zwei Schichten geben, um die Arbeitsdauer der einzelnen Helfer nicht zu lang werden zu lassen. Die Halle soll dann schon nach der Elfemess geöffnet werden, um auch die Gastzünfte bewirten zu können.Weiter sei die Narrenpolizei über die Fasnet vielfältig gefordert. Die Zunft will daher eine Kampagne zur Unterstützung der Narrenpolizei starten. „Denkbar wäre hier zum Beispiel ein gesondertes Team für den Auf- und Abbau der Absperrbaken“, heißt es.