Landratsamt gibt vorsichtige Entwarnung
: Brandstiftung nicht ausgeschlossen – Kripo ermittelt zu den Waldbränden im Kinzigtal

Erst Steinach, dann Zell, später Nordrach und Gengenbach: Vier Waldbrände versetzten die Feuerwehren im Kinzigtal am Dienstag in den Ausnahmezustand – laut Landratsamt wurden alle bis Mittwochmittag unter Kontrolle gebracht. Die Polizei will verstärkt kontrollieren.
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red/dpa/st
Zell/Steinach/Gengenbach
In Steinach brannten rund 25.000 Quadratmeter Wald.

In Steinach brannten rund 25.000 Quadratmeter Wald.

Landratsamt
  • Drei Waldbrände in Steinach, Zell und Gengenbach – alle laut Landratsamt unter Kontrolle.
  • Ermittlungen gebündelt: Kriminalpolizei führt alle Fälle zentral und bittet um Hinweise.
  • Konkrete Anhaltspunkte für Brandstiftung fehlen, doch vermehrte Streifen sind unterwegs.
  • In Zell laufen Löscharbeiten weiter, betroffen sind etwa 20 Hektar Wald.
  • L94 und ein Waldbereich zwischen den Bädern in Zell und Biberach sind gesperrt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach einer außergewöhnlichen Einsatznacht hat sich die Lage bei den Waldbränden in der Ortenau am Mittwochmorgen stabilisiert. In Zell ist es den Einsatzkräften in den frühen Morgenstunden gelungen, die weitere Brandentwicklung einzudämmen, teilt das Landratsamt mit. Jetzt stehen aufwendige Nachlöscharbeiten im Mittelpunkt. Ein weiterer Brand in Nordrach war noch am Dienstagabend unter Kontrolle gebracht worden.

Auch in Steinach muss nach dem am Dienstag unter Kontrolle gebrachten Waldbrand mit hohem Aufwand nach Glutnestern gesucht werden. „Verletzte sind nach aktuellem Stand glücklicherweise nicht zu beklagen“, informiert Kreisbrandmeister Bernhard Frei. Aktuell sind noch rund 100 Einsatzkräfte an den Brandstellen im Einsatz.

Bei den Einsätzen waren mehr als 600 Kräfte der Feuerwehren, der Bergwacht, des Deutschen Roten Kreuzes, der Malteser, des Technischen Hilfswerks (THW) sowie der Polizei im Einsatz. Landrat Thorsten Erny hatte am Dienstagabend die Einsatzstellen in Steinach und Zell besucht.

Konkrete Anhaltspunkte für Brandstiftung gibt es noch keine

Die ungewöhnliche Häufung von Flächen- und Vegetationsbränden in den zurückliegenden Tagen und Wochen, insbesondere am Dienstag, lässt laut Polizei alleine durch die Anzahl der Brände den Verdacht aufkommen, dass deren Entstehung nicht nur auf die derzeit vorherrschende Trockenheit zurückzuführen ist.

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Konkrete Anhaltspunkte auf eine mögliche Brandstiftung liegen laut Mitteilung der Polizei derzeit zwar nicht vor, dennoch werden die Ermittlungen zu den gesamten Bränden in dieser Region nun gebündelt und zentral von der Kriminalpolizei geführt. Auch werden in den kommenden Tagen verstärkt Polizeistreifen in den betroffenen Städten und Gemeinden unterwegs sein.

Ferner bitten die Ermittler der Kriminalpolizei um Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen. Sind in den betroffenen Gebieten eventuell verdächtige Fahrzeuge aufgefallen oder haben sich Personen verdächtig verhalten? Zeugen melden sich bitte beim Kriminaldauerdienst unter   Telefon 0781/212820 oder unter der Notrufnummer 110.

Polizeistreifen werden verstärkt unterwegs sein

Die Nachlöscharbeiten zu dem Brand in Zell sind derweil immer noch im Gange und werden mutmaßlich noch längere Zeit andauern. Nach derzeitiger Einschätzung sind circa 20 Hektar Wald von dem Brand betroffen. Die L94 ist in diesem Zusammenhang nach wie vor gesperrt.

Überdies ist der betroffene Waldbereich zwischen den Schwimmbädern von Zell und Biberach gesperrt. Die Verantwortlichen der beiden Städte/Gemeinden haben hierzu auch Schilder aufgestellt.

Die Polizei weist darauf hin, dass das abgebrannte Waldgebiet erhebliche Gefahren von umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen birgt und richtet daher einen Appell an die Bevölkerung, den abgesperrten Bereich nicht zu betreten.

Große Unterstützung beim Bekämpfen der Flammen

Auch Landwirte aus der Region halfen den Einsatzkräften mit Löschwasser. Sie seien „echte Helfer in der Not“ gewesen, so Landrat Thorsten Erny. Zusätzlich stellten ein Straßenbaubetrieb und ein Fuhrunternehmen Fahrzeuge und weitere Hilfe zur Verfügung. Einsatzkräfte aus den Nachbarlandkreisen Rottweil und Emmendingen sowie aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis kamen außerdem zur Verstärkung in die Ortenau. „Dieser Zusammenhalt über Organisations-, Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg verdient höchste Anerkennung“, sagte Erny.