Trauer um Hubert Seifert: Er machte Hilfe zur Selbsthilfe zu seiner Lebensaufgabe

Mit Hubert Seifert ist ein Mann gestorben, der sein Leben in den Dienst benachteiligter Menschen stellte. Der langjährige Entwicklungshelfer aus Oberwolfach setzte sich in Kenia jahrzehntelang für Menschen mit Behinderungen ein.
privat- Trauer um Hubert Seifert: Der Entwicklungshelfer starb am 20. Juli in Mombasa mit 71 Jahren.
- Er setzte sich in Kenia jahrzehntelang für Menschen mit Behinderungen ein und schuf Perspektiven.
- Poliohilfe Kenia entstand aus Oberwolfacher Unterstützung seiner Projekte in Likoni und Bombolulu.
- Er leitete die APDK, baute ein landweites Netzwerk auf – mobile Kliniken inklusive.
- Sein Ansatz war Hilfe zur Selbsthilfe; sein Wirken prägt Einrichtungen und viele Lebenswege.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer hat der Verein Poliohilfe Kenia vom Tod von Hubert Seifert erfahren. Seifert starb am 20. Juli im Alter von 71 Jahren in Mombasa. Mit Hubert Seifert verlieren die Menschen in Oberwolfach und in Kenia einen überzeugten Kämpfer für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und einen Entwicklungshelfer, dessen Lebenswerk von Mitmenschlichkeit, Fachkompetenz und unermüdlichem Engagement geprägt war. Bereits in den 1970er-Jahren als Leiter der Jungkolping-Gruppe begannen seine ersten Projekte mit dem Brunnenbau in der Sahel-Zone.
1983 ging Hubert Seifert als Entwicklungshelfer für den Deutschen Entwicklungsdienst nach Kenia und übernahm die Leitung der Schreinerei in Likoni. Von Beginn an wurden seine Projekte von der Kolpingsfamilie Oberwolfach unterstützt.
Hieraus entstand die gemeinnützige Poliohilfe Kenia. Über Jahrzehnte hinweg widmete er sein Leben den Menschen, die am Rand der Gesellschaft standen. Während seiner Tätigkeit beim Deutschen Entwicklungsdienst engagierte er sich schon im Rehabilitationszentrum Bombolulu in Mombasa. Er setzte sich mit großem Nachdruck dafür ein, dass Menschen mit körperlichen Behinderungen eine Berufsausbildung, eine Perspektive und die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben erhielten.
Sein Lebenswerk bleibt weiter bestehen
Für ihn war Hilfe nie Almosen, sondern immer Hilfe zur Selbsthilfe. In Kenia lernte Seifert auch seine Frau Rachel Atemo kennen. 1985 heiratete das Paar und bekam vier Kinder. Rachel Seifert starb im vergangenen Jahr. Später führte Seifert seine Berufung als langjähriger Mitarbeiter der Christoffel-Blindenmission fort. Er übernahm auch die Geschäftsführung bei der kenianischen Vereinigung körperbehinderter Menschen (APDK) und baute die APDK zu einem nationalen Netzwerk mit zehn Zweigstellen und vielen mobilen Klinikstationen aus. Zehn Jahre lang beriet er außerdem als Global Livelihood Advisor Partner der Blindenmission weltweit in Fragen der Existenzsicherung. Ihm verdanken Hunderttausende Menschen mit Behinderungen ihre soziale und wirtschaftliche Integration.
Mit seiner ruhigen, besonnenen Art, seinem großen Erfahrungsschatz und seinem tiefen Respekt vor den Menschen gewann Seifert das Vertrauen unzähliger Wegbegleiter, Kollegen sowie der Familien, die er unterstützte. Für den Verein, besonders für Otto und Agnes Bonath, war Hubert Seifert ein wichtiger Teil ihres Lebens. Sie erlebten ihn als einen Menschen, der stets bereit war, sein Wissen zu teilen, zuzuhören und anzupacken. „Er war überzeugt, dass jeder Mensch das Recht auf Würde, Bildung, medizinische Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe hat – und setzte diese Überzeugung Tag für Tag in die Tat um.“
Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke. „Er hat auch in schwierigen Zeiten nie aufgegeben und voller Gottvertrauen immer eine Lösung gefunden“, erinnert sich der Poliohilfe-Vorsitzende Otto Bonath. „Als der Verein 1991 gegründet wurde, war eine ganz große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung da. Hubert kam immer auf Heimaturlaub und mit ganz wenigen Hilfsmitteln konnte er damals in Kenia sehr viel bewirken.“ Sein Lebenswerk lebt weiter – in den vielen Menschen, deren Leben er verändert hat, in den Einrichtungen, die er mitaufgebaut hat, und in den Werten, für die er eingestanden ist.
Der Verein
Der Förderverein Poliohilfe-Kenia wurde am 23. Oktober 1991 gegründet. Die Hauptziele des Vereins waren und sind die Unterstützung der Kinderklinik in Port Reitz und die Behindertenwerkstätten in Bombolulu und Likoni.
