Steinach entscheidet im März: Hallenneubau wird Kompromisse fordern

Die neue Mehrzweckhalle in Steinach wird zwischen Schule, Rathaus und Sparkasse gebaut. Außerdem bekommt die Schule rechts einen Anbau.
SCD ArchitektenDas Interesse an der Präsentation der möglichen Hallenvarianten und dem Anbau Schule stieß in Steinach auf großes Interesse. Die Gemeinderatssitzung fand am Montag ausnahmsweise in der Turn- und Festhalle statt. Zunächst wurden die Fachplanungen für Bauphysik und Brandschutz vergeben, weil diese Daten grundsätzlich und unabhängig von der späteren Hallenvariante benötigt werden, wie Bürgermeister Benedikt Eisele auf Nachfrage aus dem Gremium erklärte. Die Bauphysik hinsichtlich Wärmeschutz und Energiebilanz, Schallschutz und Raumakustik wurde für 57 360 Euro brutto an das Haslacher Büro Isenmann-Ingenieure vergeben, es wird zunächst bis Leistungsphase zwei beauftragt. Der Brandschutz wurde an das Büro SCD-Architekten für 66 320 Euro vergeben, beauftragt ebenfalls bis Leistungsphase zwei.
Eisele bezeichnete die Halle mit Anbau Schule als Großprojekt mit besonderer Bedeutung. „Deshalb war es mir wichtig, früher als notwendig an die Öffentlichkeit zu gehen“, betonte er. Es gehe zunächst nur um die Vorstellung der Varianten; über die Ausführung entscheide der Gemeinderat erst am 9. März. Zuvor werde das Gespräch mit Vereinen und Schulen vertieft. „Bis April 2029 muss die Halle aufgrund der Förderung abgerechnet sein“, betonte Eisele. Aktuell sei die Turn- und Festhalle für 376 Besucher ausgelegt, die neue Halle solle Platz für 700 Personen bieten.
Grundwasserstand und Lärmpegel sind Kriterien
Sinan Bingöl und Eckhard Bürling vom Architekturbüro SCD aus Stuttgart stellten eine unterirdische und eine oberirdische Variante der Halle vor. „Die unterirdische ist von der Baurechtsbehörde Haslach als möglich beurteilt, für die oberirdische Variante liegt noch keine Bewertung vor. Darin liegt ein Risiko“, erklärte Bingöl. Entscheidende Kriterien seien das Einfügen in die Umgebungsbebauung und der Schallschutz. Der Erweiterungsbau Schule bleibe für beide Varianten gleich. Bürling erklärte zunächst die unterirdische Variante mit direkter Verbindung zum Erweiterungsbau Schule. Unterirdisch wird sie deswegen genannt, weil das Fundament zwei Meter unter Straßenniveau liegt. Oberirdisch würde diese Halle am Ende eine Höhe von sechs Metern haben. Bei der rein oberirdischen Variante blieben die Lage der Halle und das städtebauliche Bild fast gleich – nicht aber die Höhe. Diese werde am Ende bei knapp neun Metern liegen, was in etwa der Traufhöhe des Rathauses entspreche, der quergestellte Schulbau sei zum Vergleich gut elf Meter hoch. Auch sei die Aufteilung an sich etwas anders, ein Geräteraum werde als kleiner Anbau umgesetzt. Allerdings müsse der Grundwasserstand bei dieser Variante nicht berücksichtigt werden, bei der unterirdischen Variante aber schon. Sollte jedoch der Lärmschutz nicht gewährleistet werden können, müsse jede Veranstaltung um 22 Uhr enden.
Die Kostenfrage bleibt vorerst ungeklärt
Gemeinderätin Silke Moschberger (FWV) erkundigte sich nach der Bühnenvariante, worauf Sinan Bingöl auf das frühe Stadium der Planung und die fehlende Finalabstimmung verwies. Katharina Schwendemann (FWV) fand die unterirdische Variante „passender fürs Ortsbild, aber wenn ins Grundwasser gebaut wird, ist es auch eine Kostenfrage“. Auch da verwies Bingöl auf den frühen Stand der Planung, „aber oberirdisch wird das ein mächtiger Bau, den kann man auch architektonisch nicht auflösen“. Eisele versicherte, der Gemeinderat werde vor einer Entscheidung auf jeden Fall die Kostenberechnung bekommen. Julian Faltin (FWV) fand es „sehr positiv, dass die Öffentlichkeit jetzt mit eingebunden wird“. Hartmut Schwendemann (Grüne) erkundigte sich nach den sanitären Anlagen, die laut Eckhard Bürling nach der Din-Norm ausgelegt werden.
Das sagen die Anwohner
Ein Anwohner erkundigte sich, wie das Parken geregelt werde, und verwies auf den Lärm in und um die Halle. Er wollte den Hallenneubau lieber am Ortsrand sehen. Ein weiterer Anwohner regte sich ebenfalls über den Lärm in Verbindung mit Veranstaltungen auf und erklärte: „Wenn die neue Halle steht, werde ich nach 22 Uhr vorgehen und für Ruhe sorgen.“ Bürgermeister Benedikt Eisele erklärte: „Die Entscheidung für den Standort ist bereits im Herbst gefallen. Außerdem haben wir die Schüler, da wäre ein anderer Standort schwierig.“ Ein Bürger stellte den Bau grundsätzlich in Frage: „Wir müssen überlegen, ob man Wettkämpfe in Steinach austragen muss, oder ob man dafür nicht nach Haslach kann.“ Am Ende war für Eisele klar: „Wir müssen gemeinsam ein Konzept finden. Und das wird von allen Seiten Kompromisse erfordern.“