Sorgenvoller Blick in die Zukunft trotz Geldregens
: Parkinson-Klinik Wolfach erhält weitere 2,05 Millionen Euro vom Land

Mit weiteren 2,05 Millionen Euro unterstützt das Land den Bettenhaus-Anbau der Wolfacher Parkinson-Klinik. Bis 2030 werde die wirtschaftliche Lage aber auch für Privatkliniken schwieriger.
Von
Tobias Lupfer
Wolfach
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„Es wird spannend, wie die Finanzierung der Häuser in den nächsten Jahren weitergeht“, sagt Geschäftsführer

„Es wird spannend, wie die Finanzierung der Häuser in den nächsten Jahren weitergeht“, sagt Geschäftsführer Heiko Stegelitz.

Tobias Lupfer
  • Land Baden-Württemberg zahlt weitere 2,05 Mio. Euro für den Bettenhaus-Anbau in Wolfach.
  • Damit verdoppelt sich der Landesanteil an den rund sechs Millionen Euro Gesamtkosten.
  • Die Klinik löst mit der Förderung ein Darlehen ab – die Auslastung gilt als hoch.
  • Geschäftsführer warnt vor schwierigerer Finanzierung bis 2030 und fordert Bürokratieabbau.
  • Kritikpunkt ist die Personaluntergrenzenverordnung, die höhere Personalschlüssel erzwingt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Ich bin positiv überrascht. Ich bin ursprünglich von einer niedrigeren Förderung ausgegangen“, sagt Heiko Stegelitz, Geschäftsführer der Parkinson-Klinik Ortenau. Knapp drei Jahre nach Inbetriebnahme des Bettenhausanbaus verdoppelt das Land Baden-Württemberg mit einer zweiten Millionen-Förderung seinen Anteil an der Finanzierung des rund sechs Millionen Euro teuren Projekts.

Bereits im August 2024 gab es in einer ersten Tranche 2,05 Millionen Euro vom Land. Mitte Juli sei der Förderbescheid über weitere 2,05 Millionen Euro eingegangen, erklärt Stegelitz.

Lange auf dem Konto bleiben wird das Geld nicht: „Damit lösen wir noch ein Darlehen ab, das wir für die Finanzierung aufgenommen haben.“ Millionenförderung, hohe Auslastung, ein in den vergangenen Jahren Stück für Stück modernisierter Klinikkomplex: Die Momentaufnahme an Wolfachs Straßburgerhof fällt durchweg positiv aus.

Private Kliniken mit besseren Karten

Doch angesichts der Debatten um die Gesundheitspolitik auf Bundesebene und die Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes sagt Stegelitz, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken: „Es wird spannend, wie die Finanzierung der Häuser in den nächsten Jahren weitergeht.“ Die privat geführten Kliniken täten sich da leichter. „Weil die es einfach gewohnt sind, schnell auf den Markt zu reagieren.“

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Als Allgemeinversorger wäre es jetzt schon schwierig. Da die Parkinson-Klinik aber ein Spezialversorger sei, „stehen wir finanziell noch ganz gut da. Es wird aber in den nächsten Jahren schwieriger, ganz klar. Bis 2030 wird’s für uns auch schwerer, mit unserer Basisbehandlung Gewinne zu generieren.“ Also müsse man sich überlegen, „was wir zusätzlich dann noch machen“.

Stegelitz fordert Bürokratieabbau

Den aktuellen Kurs der Bundespolitik sieht Stegelitz als falschen Weg. „Die bessere Alternative wäre Bürokratieabbau.“ Als praktisches Beispiel nennt er die Personaluntergrenzenverordnung: Die gibt vor, wie viele Kräfte eine Klinik vorhalten muss. Maßgebend sei die medizinische Indikation.

Die Parkinson-Klinik zähle zur Neurologie und müsse den gleichen Personalschlüssel erfüllen wie Stroke Units für Schlaganfallpatienten – gut ein Drittel mehr, als man in der Praxis wirklich brauche. Die Kosten fürs Pflegepersonal bezahlen die Krankenkassen als Kostenträger. Werde der Schlüssel unterschritten, drohten den Kliniken Budgetabschläge als Strafe. „Wir könnten deutlich schlanker arbeiten, aber das Gesetz schreibt es vor – also stelle ich die Leute ein, ich bekomme es ja bezahlt“, bilanziert Stegelitz.

Und weiter: „Ich kann nicht verstehen, dass man solche Bürokratiemonster, die einen Haufen Geld kosten, nicht abschafft.“ Stegelitz plädiert, den Kliniken mehr Spielraum zu geben: Jeder andere Betrieb entscheide selbst, wie viel Personal er benötigt. „Nur wir Krankenhäuser dürfen es nicht – wir kriegen es vorgegeben, und das kostet viel Geld. Nächstes Jahr haben wir wieder ein neues Gesetz. Die Halbwertszeit ist mittlerweile in Monaten zu rechnen.“ Dem Land könne man keine Schuld geben: „Die wurden mehr oder weniger von den ganzen Reformen selbst überrascht.“