Sommerkonzert: Musikalischer Doppelpack spielt in Haslach

Die Stadtkapelle Hausach legte, der Hitze trotzende, jede Menge heiße Rhythmen vor.
BuchtaBeim Haus der Musik gab es am Samstag zum Auftakt des Sommerfest-Wochenendes der Stadtkapelle ein spektakuläres Musik-Doppelereignis, das trotz der sommerlichen Hitze ein großes Publikum anlockte. Zunächst spielte, quasi als Vorband, die Stadtkapelle unter Leitung von Alexander Weber stilistisch eine „erfrischende Alternative zur Blasmusik“, wie sie ihr Konzert nannten. Erfrischend schien umso wichtiger, da die 18 Musiker in praller Sonne bei schweißtreibenden Temperaturen spielten – und dazu noch durchweg Titel mit heißen Rhythmen. Dabei wurden sie von den begeisterten Zuhörern mit Applaus überhäuft, dass sie bereitwillig Zugabe um Zugabe spielten.
Die Big Band „Surprise“, unter ihrem nach wie vor quirligen wie kompetenten Leiter Peter Stöhr, trat mit Benny Goodmans trompetenlastigen „Sing, Sing, Sing“ an – und begeisterte auf Anhieb.
Mit „Dizzy Atmosphere“ trat ein weiterer großer Trompeter der Jazzgeschichte, nämlich Dizzy Gillespie, ins HaslacheRampenlicht, serviert mit rasantem Drive und wiederum tollen Trompeten. Von da an waren die Sängerin Melanie Schäfer aus Munzingen und der Sänger Philipp Le Provost alias „Phildeau“ aus Offenburg die ständigen Begleiter der Big Band. Als erster betrat „Phildeau“ die Bühne und machte seinem Namen als „wasserliebend“ alle Ehre. Er sang „Beyond The Sea“ nach Charles Trenets berühmtem Lied „La Mere“: Gefühlsbetont, aber nicht schmachtend und in geradezu edler Modulation. „Heiß, fiebrig, erotisch“ erklang laut Stöhr vom gleichen Sänger Peggy Lees „Fever“, das, von heißen Rhythmen der Big Band umrahmt, lautstarke Begeisterung auslöste. „Phildeau“ begeisterte an dem Abend noch mit etlichen weiteren Songs, indem er etwa mit Roger Ciceros „Murphys Gesetz“ die zwanghafte Fixierung auf das Unglück besang oder mit dessen „Kompromisse“ die Schwierigkeiten im Leben meisterte. Mit Melanie Schäfer trat die zweite Solistin des Abends auf. Sie legte mit „Ein Tag wie Gold“, bekannt aus der Fernsehserie „Babylon Berlin“, an Drive noch einen drauf und löste laute Begeisterungsrufe aus.
Mit Soul Asylums „Black & Gold“, ihrer bezaubernden Stimme und ihrer dichten Bühnenpräsenz überzeugte sie das Publikum vollends. In dem Whitney-Houston-Song „I Have Nothing“ forderte sie die Big Band heraus, die diesen Song in den 36 Jahren ihres Bestehens so noch nie gespielt hatte: Eine überaus geglückte Herausforderung. Mehr an Sound und Rhythmus geht nicht, davon war man nach „Je Veux“ von „Zaz“ überzeugt, bei dem die Sängerin mit schnell gelerntem Französisch glänzte, das sogar „Phildeau“ lobte.
Der weitere Verlauf
Es folgten elf weitere Lieder, abwechselnd von Schäfer oder „Phildeau“ gesungen, bis das Konzert unter großem Applaus eigentlich zu Ende sein sollte. Aber ohne Zugaben durften diese Musiker und Sänger nicht von der Bühne