Schülerin des RGG: So erfolgreich war Ruth Staiger beim Wettbewerb „Jugend debattiert“

Ruth Staiger (links) konnte bei Jugend debattiert umsetzen, was sie von ihrer Lehrerin Dana Moosmann- Beyer gelernt hat – und das sehr erfolgreich.
KronSoll der Schultag mit einer Stunde Sportunterricht beginnen? Sollen Jungen und Mädchen in bestimmten Fächern getrennt unterrichtet werden? Soll das Wahlrecht durch eine Wahlpflicht ersetzt werden? Um solche Fragen geht es beim Debattieren – auch am Robert-Gerwig-Gymnasium in Hausach.
Lehrerin Dana Moosmann-Beyer leitet dort eine Debattier-AG für Schüler der achten bis elften Klasse. Ein Mitglied ist die 14-jährige Ruth Staiger. „Ein paar Freunde und ich dachten am Anfang der neunten Klasse, wir probieren das mal aus. Es hat mir dann sehr viel Spaß gemacht und ich bin dabei geblieben“, erklärt Ruth. Was sie in der Schule gelernt hat, hat sie auch erfolgreich beim Wettbewerb „Jugend debattiert“ umgesetzt – und wurde Regionalsiegerin in Nagold.
Aber wie genau läuft so eine Debatte eigentlich ab und was muss man dafür können? „In der Schule und den regionalen Wettbewerben geht es noch um Themen, die direkt etwas mit der Schule zu tun haben“, erklärt Mossmann-Beyer und ergänzt: „Die Schüler bekommen dann Zeit, sich über ein bestimmtes Thema zu informieren und im Anschluss findet eine Debatte statt. Zwei Schüler vertreten dabei die Pro-Seite, zwei stehen für die Kontra-Seite, zwei bis drei Schüler bilden eine Jury und geben im Anschluss Rückmeldung.“
Die Debattier-AG gehört zur Begabtenförderung
Eine Debatte dauere 24 Minuten, aufgeteilt in die Eröffnungsrede, die freie Aussprache und eine Schlussrede jedes Schülers.
„Ein gewisses Sprachverständnis müssen die Schüler dafür schon haben. Man muss auch gleichzeitig zuhören können und währenddessen schon über seine Antwort nachdenken – es ist also höchste Konzentration gefragt. Außerdem beweisen die Schüler beim Debattieren Sachkenntnis und müssen auch damit überzeugen können“, beschreibt Moosmann-Beyer die Fähigkeiten, die notwendig sind. Das Debattieren sei nicht zu Unrecht ein Teil der vom Land Baden-Württemberg unterstützen Begabtenförderung. Diese Fähigkeiten würde man natürlich in der AG weiterentwickeln. Und auch für den restlichen Unterricht habe es Vorteile: „Ich merke zum Beispiel im Lateinunterricht, wie es mir einfacher fällt auszudrücken, was ein Text aussagen soll“, bestätigt Ruth.
Besonders gefallen ihr beim Debattieren Themen, bei denen es eine klare Haltung auf beiden Seiten gäbe, erklärt sie. Wenn es also auch wirklich Streitpunkte gibt. „Wenn dann danach klar ist, wer auf welcher Seite steht und man mehrere Argumente eingehend diskutiert hat, war das für mich eine sehr gute Debatte“, beschreibt sie. Das sei aber gar nicht immer so einfach, denn häufig müsse man in Debatten beispielsweise auch die Seite vertreten, der man persönlich gar nicht zustimmt.
„Beim Regionalwettbewerb war ich noch richtig aufgeregt, vor allem beim Finale auf der Bühne mit Mikrofon“, erinnert sich Ruth. Als sie dort den Sieg holte, durfte sie an einem dreitägigen Rhetorikseminar in Bad Liebenzell teilnehmen.
Es verstärke auch das Demokratieverständnis
„Dort habe ich die anderen kennengelernt, die dann auch mit mir bei der Landesqualifikation dabei waren. Und wir haben sehr viel mit Selbst- und Fremdeinschätzung gearbeitet. Das viele Feedback dort hat mir wirklich sehr geholfen“, erzählt sie. Bei der Landesqualifikation hat es dann knapp nicht für die Landesmeisterschaft gereicht.
„Ich finde das total mutig, wenn Schüler sich trauen, an einer Debatte teilzunehmen. Das verlangt 24 Minuten volle Konzentration und ist sehr anspruchsvoll“, lobt Moosmann-Beyer die Leistung. Das Debattieren habe einen weiteren Vorteil: „Es ist ganz elementar für das Demokratieverständnis. Man schaut sich verschiedene Meinungen an und nutzt klare Fakten als Argumente“, betont die Lehrerin. Gerade in Zeiten von Fake-News sei das wichtig.
„Jugend debattiert“
Etwa 200 000 teilnehmende Schüler trainieren jedes Jahr im Rahmen von „Jugend debattiert“ die gute Debatte, heißt es auf der Website der Initiative. „2001 ergriff Bundespräsident Johannes Rau die Initiative zu einem bundesweiten Wettbewerb Jugend debattiert und erklärte sich bereit, die Schirmherrschaft zu übernehmen“, heißt es weiter. Wettbewerbe finden auf alles Ebenen in zwei Altersklassen statt: Klassenstufe acht bis 10 und die Stufen elf bis 13.