Sanierung von Klause bei Hausach
: So lebt der Jakobusweg im Kinzigtal weiter

Die Etappe des Jakobuswegs zwischen Wolfach und Haslach ist beliebt. Die Jakobusfreunde sorgen sich, weil die Klause oberhalb Hausachs saniert werden muss.
Von
Claudia Ramsteiner
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Oberhalb des Mathesenhofs im Hausacher Sulzbach steht die vom verstorbenen Franz Schmid errichtete Pilgerklause, die nun dringend neu gedeckt werden muss.

Agüera (Archivfoto)

Der 1993 von Kurt Klein initiierte Kinzigtäler Jakobusweg ist weit mehr als eine moderne Wanderroute – er knüpft an eine jahrhundertealte Pilgertradition an, die das Kinzigtal schon früh mit dem berühmten Camino verbindet. Bereits 1289 wurde die Gengenbacher Berglekapelle als „Capella santi Jacobi in Monte Castellberg“ erwähnt.

Auch im Haslacher Kirchenbuch oder in den Archiven des Klosters Gengenbach finden sich Hinweise darauf, dass Menschen aus der Region seit Jahrhunderten gen Santiago unterwegs waren. So baten etwa 1610 Handwerksgesellen in Zell am Harmersbach um eine Urkunde, die ihnen den Weg nach „Hißspanien zu Com Postall“ erlaubte.

Seit Jahrhunderten wird nach Santiago gepilgert

Und Michel Kopf aus Oberentersbach verfasste 1656 vor seiner Pilgerreise ein ausführliches Testament – ein eindrucksvolles Zeugnis früher Wanderfreude und tiefer Religiosität. Diese Informationen stammen von den Kinzigtäler Jakobusfreunden, die diese Tradition weitertragen. Der Freundeskreis um Gerhard Junker aus Schutterwald sorgt seit Jahren dafür, dass der rund 130 Kilometer lange Weg von Loßburg bis Kehl und Straßburg gut begehbar, verlässlich ausgeschildert und gepflegt bleibt.

Wer einen Blick in die ausgelegten Pilgerbücher wirft, spürt schnell, wie wertvoll diese Arbeit ist: Rückmeldungen aus aller Welt loben die Strecke, die Pflege und oft auch die emotionalen Begegnungen unterwegs. In der jüngsten Jahresversammlung haben die Jakobusfreunde eine große Neuerung beschlossen. Die bisherige Markierung wird ersetzt.

Die Markierung für den des Jakobsweg: Die gelbe Muschel bleibt erhalten und bekommt einen blauen Grund.

Foto: privat

Neben der Beschilderung beschäftigt die Jakobusfreunde eine weitere Baustelle, nämlich die Pilgerklause oberhalb des Hausacher Sulzbachs auf der Etappe zwischen Wolfach und Haslach. 2022 wurde das kleine Rast- und Kraftort-Häuschen von Franz Schmid initiiert und im Team erbaut. Heute ist es ein Geheimtipp für Pilger und Wanderer – und ein Ort, der besonders in der Advents- und Weihnachtszeit viele Besucher anzieht. Dann gestalten die Familien Schmid, Götz und Wagishauser dort die Weihnachtsgeschichte, was zu herzlichen Einträgen im Hüttenbuch führt. Sanierungsbedürftig Doch das Dach der Klause ist inzwischen sanierungsbedürftig.

Momentan schützt eine Folie die Holzkonstruktion vor Regen und Schnee. Für eine nachhaltige Reparatur sind die Jakobusfreunde auf Unterstützung angewiesen. Große Wertschätzung erfahren die Ehrenamtlichen von den Gemeinden entlang des Wegs, die sich geschlossen an der Finanzierung der Informationstafeln beteiligen. Auch viele kleine Gesten – ein Dank, ein Eintrag im Pilgerbuch, eine Spende – zeigen den Engagierten, dass ihre Arbeit ankommt. Der Kinzigtäler Jakobusweg ist ein lebendiges Gemeinschaftsprojekt. Ein Weg, der Geschichte atmet und Zukunft hat – dank Menschen, die ihn mit Herzblut pflegen und weiterentwickeln.

Ehrenamtliche montieren neue Schilder

Die gelbe Muschel bleibt erhalten, bekommt aber einen blauen Hintergrund – klarer und näher an den internationalen Jakobsweg-Symbolen. Auf den sieben Etappen sind bereits erste Bereiche neu beschildert worden, hunderte Wegzeichen werden noch angebracht. Eine Aufgabe, die von den Ehrenamtlichen vollen Einsatz fordert. Wo sich Routen mit Wegen des Schwarzwaldvereins überschneiden, geschieht dies in Kooperation und freundschaftlichem Miteinander.

LZ aktuell
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Lahr Montag bis Samstag im kompakten Überblick.