Robin Keller aus Steinach
: Karriere mit dem Schraubenschlüssel

Aus gemeinsamen Reparaturen mit dem Vater wurde die Leidenschaft fürs Handwerk: Robin Keller ist Innungsbester – und möchte andere für den Beruf begeistern.
Von
Sam Fürst
Oberndorf
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Reparaturen haben dem Steinacher Robin Keller schon immer Spaß gemacht.

Firma Hoch

Damit, Innungsbester zu werden, hatte Robin Keller nicht gerechnet. Erst bei der Freisprechungsfeier habe er erfahren, dass er ausgezeichnet wurde, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich konnte mir zwar vorstellen, vielleicht Klassenbester zu werden, aber dass ich die Innungsrangliste anführe, hätte ich nie gedacht. In dem Moment war ich total überrascht und natürlich auch stolz.“ Kellers erster Gedanke bei der Verleihung: „Jetzt habe ich bewiesen, dass ich auch praktisch richtig was draufhabe.“

Die Entscheidung, beruflich in die Richtung des Land- und Baumaschinenmechatronikers zu gehen, fiel Keller anfangs alles andere als leicht, erzählt er, weil ihm zum Zeitpunkt, als er auf der Suche nach einer Ausbildung war, auch andere handwerkliche Bereiche, wie zum Beispiel die Arbeit mit Holz, Spaß gemacht hatten. Einzig ein Studium oder ein Bürojob kamen für ihn nicht infrage, habe er schon immer gewusst: „Weil ich praktisch arbeiten und am Ende des Tages sehen wollte, was ich geschafft habe“.

Letztlich seien es die gemeinsamen Reparaturen an Mopeds mit seinem Vater gewesen, die ihn in diese Richtung gebracht haben. „Verbrennungsmotoren hatten schon früh eine besondere Faszination auf mich. Gemeinsam mit meinem Vater an Traktoren oder Mopeds zu schrauben, hat mir schon als Kind Spaß gemacht“.

Die Branche sucht dringend Nachwuchs

So kam eins zum anderen. Der Beruf sei unglaublich vielseitig und verbinde Mechanik, Hydraulik, Elektrik und Pneumatik, erzählt er. Das habe ihn von Anfang an sehr begeistert. Während seiner Ausbildung habe ihn besonders das Instandsetzen hydraulischer Komponenten fasziniert. „Die Technik dahinter zu verstehen und Fehler selbst zu finden und zu reparieren, hat mir viel Freude gemacht.“ Die größte Herausforderung für ihn sei die elektrische Komponente des Berufsstandes gewesen.

Da arbeite man mit Dingen, die man nicht direkt sehen oder greifen kann, „das hat es für mich deutlich schwieriger gemacht“, erzählt er. Besonders stolz war Keller, als er seinen ersten „Power-Tilt“ eigenständig instand gesetzt habe. Ein „Power-Tilt“ ist eine Baugruppe am Bagger zum Schwenken des Anbaugeräts. Dabei zeigt sich erst ganz am Ende, ob man die Verzahnung zu Beginn korrekt zusammengesetzt hat, erklärt Keller. „Als dann alles funktioniert hat, war das ein richtig gutes Gefühl.“

Dass die Handwerksbranche dringend Nachwuchs sucht, ist kein Geheimnis. Laut Angaben der Handwerkskammer Freiburg fehlen in Baden-Württemberg landesweit über 7500 Ausbildungsplätze im Handwerk, die nicht besetzt werden können. Zudem fehlen in der Region aktuell knapp 14.000 ausgebildete Fachkräfte. Eine Sonderumfrage der HWK Freiburg zur Betriebsnachfolge ergab, dass 30 Prozent beziehungsweise fast jeder dritte Betrieb bis zum Jahr 2030 dringend einen Nachfolger sucht. Keller möchte seine neu erlangte Auszeichnung auch als Motivation für andere junge Menschen nutzen, selbst ins Handwerk einzusteigen. „Ich würde Jugendlichen, die vor ihrer Berufswahl stehen, sagen, dass sie damit definitiv eine gute Entscheidung treffen.“ Das Handwerk sei unglaublich vielseitig und man leiste jeden Tag einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. „Außerdem sieht man am Ende des Tages, was man geschafft hat“, fügt er an und genau das mache den Beruf aus seiner Sicht so besonders. Zudem könne man im Handwerk auch Karriere machen.

Auch Keller sieht sich noch nicht am Ende seiner berufsbildenden Laufbahn angekommen und hat noch einige Ziele: „In den kommenden Jahren möchte ich erst einmal weiter Erfahrung sammeln und in meinem Beruf noch besser werden. Gerade in der Land- und Baumaschinentechnik gibt es immer wieder neue und spannende Dinge dazuzulernen.“ Das mache den Beruf aus seiner Sicht so interessant. „Den Meister kann ich mir als nächste große Herausforderung auf jeden Fall vorstellen.“

Unterstützung von Familie und Freunden

Von seiner Familie und seinen Freunden habe er zudem von Anfang an Unterstützung für seinen Wunsch, in das Handwerk zu gehen, erfahren. Die Auszeichnung selbst sei allerdings nie sein konkretes Ziel gewesen. „Natürlich freue ich mich sehr darüber, aber ich habe mich nicht anders vorbereitet als andere auch.“ Er glaube, wichtig seien vor allem technisches Verständnis, Interesse und Leidenschaft am Beruf sowie die Bereitschaft, dranzubleiben und dazuzulernen.

Mit seinem Arbeitgeber, der Firma Hoch, war Keller glücklich, es sei immer viel Wert darauf gelegt worden, dass man die Arbeit wirklich versteht und nicht einfach nur Aufgaben abarbeitet, erzählt er. „Man bekommt die Zeit, Dinge sauber und Schritt für Schritt zu lernen und wird dabei immer unterstützt, wenn man Fragen hat. Gleichzeitig bekommt man aber auch früh Verantwortung übertragen und darf eigenständig arbeiten“. Dadurch habe er fachlich, aber auch persönlich viel gelernt.

Handwerk in Zahlen

Zum offiziellen Start des Ausbildungsjahres verzeichnete die Handwerkskammer Freiburg 2627 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. Im Ortenaukreis haben sich im Vergleich zum vorhergegangenen Ausbildungsjahr 847 Menschen dazu entschieden, einen Ausbildungsvertrag abzuschließen, immerhin eine Steigerung von knapp zehn Prozent. Trotz der gestiegenen Starterzahlen bleibt die Nachfrage der Betriebe allerdings weitaus höher als das Angebot an Bewerbern

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