Reichenbacher feiern
: Musik- und Trachtenverein wird 100

Der Verein feiert im August seinen 100. Geburtstag. Gerade im Nachwuchsbereich des Trachtentanzes ist großes Interesse zu verzeichnen.
Von
Eveline Kern
Oberndorf
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Die Kindertrachten-Tanzgruppe wird auch beim Festbankett zum 100-jährigen Vereinsjubiläum im August mitwirken.

Kern

Der Musik- und Trachtenverein Reichenbach feiert am ersten August-Wochenende 100-jähriges Jubiläum. Seit über 70 Jahren begleitet die Trachtengruppe die Musikkapelle. Beim Festbankett am Freitag, 1. August, wird unter anderem die Kindertrachten-Tanzgruppe auftreten.

Aktuell sind mehr als 30 Kinder in den beiden Tanzgruppen, wie Gabriele Lauble erzählt. Sie leitete rund 25 Jahre die Kindertrachtengruppe und war auch für die Ausbildung des Nachwuchses verantwortlich.

Lauble war neun Jahre alt, als sie über die Cousine des Vaters zur Reichenbacher Kindertrachten-Tanzgruppe kam. Seit ihrer Volljährigkeit hat sie die Leitung übernommen, nachdem sie zuvor mit Ingrid Lehmann gemeinsam die jungen Talente betreute.

Es sei erstaunlich, wie schnell die Kinder die Tänze lernen und mit welcher Freude sie dabei sind. „Ich bin immer wieder fasziniert vom Lerneifer der Kinder“, meint Lauble. Derzeit umfasst die Jugendarbeit so viele Kinder und Jugendliche wie seit Jahren nicht mehr.

Die Jüngsten sind zwischen drei und neun Jahre alt und die Zehn- bis Vierzehnjährigen bilden eine eigene Formation. „Jedes Kind ist anders“, erklärte Lauble. Manche gucken einmal und tanzen dann gleich mit und andere brauchen etwas mehr Zeit. Alle zwei Wochen ist Probe und die Neuzugänge werden in der Gemeinschaft unterwiesen.

Die Tracht der Kinder entspricht der der Erwachsenen bis auf den Bollenhut und das so genannte Spiegele. Diese dürfen sie erst nach der Konfirmation tragen. Die Konfession ist jedoch nicht ausschlaggebend, denn die Ökumene ist bei den Trachtenträgern längst angekommen.

In Reichenbach wird die Original Schwarzwälder Bollenhut-Tracht getragen, die in ihren Grundelementen der evangelischen Tracht des Hornberger Raumes entspricht.

Früh beim Kindertrachten-Tanz begonnen

Getragen wurde das Gewand an Festtagen, wie Lauble erläutert.

Zur täglichen Arbeit wurde einfachere Kleidung angezogen. Bekanntestes Merkmal ist der Bollenhut, den die Frauen und Mädchen tragen. Es ist ein Strohhut, dessen Rand rundherum mit einer weißen Gipsmasse bestrichen ist, die durch einen schwarzen Lackstreifen am Hutrand abschließt. Auf dem Kopfteil sind 14 wollene Bollen angeordnet, davon elf sichtbare. Die ledigen Mädchen tragen den roten, verheiratete Frauen den schwarzen Bollenhut. Der rote Bollenhut sowie auch der Schäppel dürfen erstmals an der Konfirmation und letztmals an der eigenen Hochzeit getragen werden. Es ist nicht mehr einfach, alle Stoffe für die Tracht zu beziehen.

Lauble näht einen großen Teil der Trachten mittlerweile selbst, nachdem sie sich von Waltraud Kech aus Kirnbach, wo die Bollenhut-Tracht ebenfalls zu Hause ist, alles hat zeigen lassen. „Es ist viel Handarbeit, die Zeit braucht,“ meint Lauble und nennt etwa drei bis vier Stunden für ein Hemd als Beispiel. Tauglicher Tüll müsse mittlerweile in Tschechien bestellt werden. Für die Seidenstoffe gebe es noch eine Adresse. Lauble hat noch den Hochzeitsrock ihrer Oma. So manche Tracht wird in Familien über mehrere Generationen getragen.

Personalien

Seit März leiten Alisa Lauble und Sarah Schneider die Kindertrachten-Tanzgruppe des Musik- und Trachtenvereins Reichenbach. Die Jugendleitung hat Alisa Lauble übernommen. Sie ist die Tochter von Gabriele Lauble, die nun für die Tanzleitung der Erwachsenen-Tanzgruppe zuständig ist.

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