Potenzial bisher ungenutzt: Wolfacher Narren wollen neue Angebote für junge Menschen schaffen

Bewährtes, wie die Elfemess, soll erhalten bleiben. Vielmehr sollen die bestehenden Stärken der Fasnet weiter ausgebaut werden. (Archivfoto)
Lupfer- Die Freie Narrenzunft Wolfach treibt ihr Zukunftskonzept mit einem Workshop voran.
- Ziel ist eine generationenübergreifende Familienfasnet – Bewährtes bleibt bestehen.
- Geplant ist ein neues Angebot für 20- bis 30-Jährige, idealerweise schon bei der nächsten Fasnet.
- Eine Online-Jobbörse ist gestartet, um Aufgaben sichtbar zu machen und Mitstreiter zu gewinnen.
- Nächstes Treffen am 20. Oktober in der Narrenkammer – Vorbereitung eines närrischen Jahrmarkts.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Weiterentwicklung der Wolfacher Fasnet nimmt konkrete Formen an. Die Freie Narrenzunft hatte am Donnerstag zu einem Workshop in die Narrenkammer eingeladen, um die Fasnet als generationenübergreifende Familienfasnet zu stärken und neue Strukturen für mehr Miteinander zu schaffen. „Die Veranstaltung war ein Erfolg. Rund 20 Leute sind gekommen“, freut sich Narrenvater Christian Oberfell. Wichtig sei gewesen zu vermitteln, „dass die Leute gehört werden und ihre Ideen willkommen sind“.
Grundlage des Austauschs war ein Zukunftskonzept, das der Kleine Narrenrat im vergangenen Jahr erarbeitet hatte. Es umfasst vier zentrale Themenfelder: die Familienfasnet, die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, die Weiterentwicklung der Narrenkammer sowie die Rolle des Kleinen Narrenrats. Da bei gehe es ausdrücklich nicht darum, Bewährtes infrage zu stellen, betont Oberfell: „Wir wollen die Fasnet nicht neu erfinden.“ In Arbeitsgruppen befassten sich die Teilnehmer mit den einzelnen Themenbereichen.
Neue Veranstaltung schon im kommenden Jahr gewünscht
Beim Schwerpunkt Familienfasnet kristallisierte sich der Wunsch heraus, ein zusätzliches Angebot für junge Erwachsene zu schaffen. Zwar spreche die Wolfacher Fasnet traditionell alle Generationen an, zwischen der Jungnarrenversammlung und den klassischen Fasnetsveranstaltungen bestehe jedoch eine Lücke. Deshalb soll künftig besonders die Altersgruppe der 20- bis 30-Jährigen berücksichtigt werden. „Idealerweise gibt es schon bei der nächsten Fasnet eine neue Veranstaltung“, sagt Oberfell.
Voraussetzung sei allerdings, dass sich genügend Mitstreiter finden. Um genau dieses Engagement ging es auch. Die Teilnehmer bescheinigten der Zunft gute Arbeit. Als fehlendes Puzzlestück wurde jedoch eine Art Jobbörse identifiziert, auf der konkrete Aufgaben und Projekte veröffentlicht werden. Unter der Adresse zukunft.narrenzunft-wolfach.de ist ein solches Angebot inzwischen online. Noch handele es sich um eine frühe Version, die weiter ausgebaut werden solle, erklärt Oberfell. Bislang sei vieles über persönliche Kontakte organisiert worden. Dieses Netzwerk funktioniert zwar, habe aber auch dazu geführt, dass Potenziale ungenutzt blieben. Mit der Plattform sollen nun gezielt Menschen angesprochen werden, die bislang keinen Zugang zu den bestehenden Strukturen hatten. Verbunden ist damit auch ein Umdenken beim ehrenamtlichen Engagement. „Wenn sich niemand findet, dann passiert auch nichts“, macht Oberfell deutlich. Der Kleine Narrenrat sieht seine Aufgabe vor allem darin, die Rahmenbedingungen zu schaffen.
Neuer Belegungsplan soll Transparenz schaffen
Hinzu kommt, dass der Kleine Narrenrat vor einem Generationswechsel steht. Viele Mitglieder engagieren sich bereits seit Jahrzehnten. Deshalb gelte es, neue Mitstreiter zu gewinnen. Da sich heutzutage viele eher projektbezogen als dauerhaft engagieren, soll genau dieses Potenzial genutzt werden. Ein weiteres Thema war die Narrenkammer, die nach Einschätzung Oberfells bislang eher ein Schattendasein führt. Künftig soll sie sich stärker zu einem Treffpunkt entwickeln. Denkbar seien Näh- und Basteltreffen oder Workshops. Als ganz praktischer Wunsch wurde zudem ein Belegungsplan genannt, der transparenter machen soll, wann die Räume genutzt werden können.
Bei den Arbeitsgruppen gibt es bereits erste Fortschritte. Neben dem bestehenden Marketingteam wurde eine Gruppe für das Nähen, Stoffe und Utensilien gegründet. Auch ein Finanzteam hat sich gebildet, ein Archivteam ist in Planung. „Ich hoffe außerdem auf ein Team, das baut und sich um technische Aufgaben kümmert. Dafür gibt es zwar bereits engagierte Leute, aber noch kein koordiniertes Team“, sagt Oberfell.
Nächstes Treffen
Bereits am 20. Oktober, 20 Uhr, ist das nächste Treffen in der Narrenkammer geplant. Dann steht die Vorbereitung eines närrischen Jahrmarkts im Stil des 19. Jahrhunderts auf dem Programm, der den Rahmen für die Weibermühlenaufführung am Schellemendig bilden soll. Eingeladen sind alle Interessierten, die sich mit einem Marktstand oder auf andere Weise einbringen möchten.
