Kaum Wohnmobile, aber Anwohner bekommen Strafzettel: Parkplatz-Streit im Wolfacher Rathaus

Braucht es am Herlinsbachweg sechs Wohnmobilstellplätze? Davon sind nicht alle Gemeinderäte von Wolfach überzeugt. Oft wird andernorts campiert.
Tobias Lupfer- Im Gemeinderat Wolfach sorgt die Nutzung von Wohnmobilplätzen für Streit.
- Am Herlinsbachweg sind sechs Stellplätze ausgewiesen – genutzt werden meist nur zwei bis drei.
- Anwohner finden schwer Parkplätze, Autos auf Wohnmobilplätzen werden aber konsequent verwarnt.
- FWV-Räte fordern Fingerspitzengefühl oder weniger Stellplätze, der Bürgermeister lehnt das ab.
- Am Bike-Park und Friedhof stehen teils Wohnmobile mit Stühlen – campen ist laut Verordnung verboten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sechs Wohnmobilstellplätze sind an der Einmündung des Herlinsbachwegs in die Hausacher Straße im Bereich der Altkleidercontainer ausgewiesen. „Es sind aber noch nie mehr als drei Wohnmobile dort gestanden, seit ich dort wohne“, bilanzierte Georg Schmieder. Gleichzeitig gebe es immer wieder Zeiten, in denen Parkplätze im Herlinsbachweg ohnehin knapp seien. Wer aber mit seinem Auto die Wohnmobilplätze blockiere, erhalte vom städtischen Ordnungsdienst einen Strafzettel samt fälligem Verwarnungsgeld.
Damit ergibt sich aus Schmieders Sicht eine paradoxe Situation: Für Wohnmobile werden Flächen freigehalten, die kaum genutzt werden, während Anwohner mit ihren Autos um die übrigen Parkplätze konkurrieren. „Alles ist frei, aber man darf nicht hinfahren.“
Ist der Standort für Wohnmobile unattraktiv?
Schmieder regte an, seitens des Ordnungsamts gegenüber parkenden Autos Fingerspitzengefühl walten zu lassen, wenn die Wohnmobilplätze schwach ausgelastet seien – oder alternativ die Zahl der Wohnmobilstellplätze zu reduzieren. „Die Beschilderung ist eindeutig: Wenn da ein Wohnmobilstellplatz ist, darf ich mit dem normalen Auto nicht parken“, erklärte Hauptamtsleiter Dirk Bregger.
Dem Vollzugsdienst bleibe da keine Wahl: „Sie müssen es ahnden.“ Die Alternative sei zu überlegen, ob weniger Stellplätze auch genügten. Das allerdings hielt Bürgermeister Thomas Geppert für falsch: „Wir machen doch nicht die Beschilderung weg. Reduzieren würde ich nicht.“ Der zentrumsnahe Standort sei grundsätzlich gut gewählt.
„Mehr als zwei oder drei Wohnmobile habe ich noch nie da stehen sehen“, pflichtete Thomas Schmider (FWV) seinem Fraktionskollegen bei. Eine doppelte Ausweisung als Wohnmobilplatz und regulärer Parkplatz, die Peter Ludwig (CDU) anregte, sei nicht möglich. Nicole Oberle monierte die Parksituation im Bereich von Bike-Park und Friedhof.
Die wenigen offiziell ausgewiesenen Parkplätze dort seien nicht nur durch Besucher des nahen Ortenau Klinikums oft überbelegt („Es ist immer die vordere Wiese, weil man zu faul ist, weiter zu laufen“).
Stühle herausstellen ist nicht erlaubt
Über den Sommer habe sie mehrfach vier bis fünf Wohnmobile dort stehen sehen, an denen Camper auch ihre Stühle ausgepackt hätten – was beim reinen Stehen über Nacht nicht erlaubt ist. „Duldet man das?“, fragte sie. „Nein, das duldet man nicht“, betonte Bregger. „Es gibt eine Polizeiverordnung.“ Nach der sei zulässig, eine Nacht zu stehen, aber nicht zu campen. Bei entsprechenden Hinweisen gehe man der Sache nach. Doch, so Bregger: „Mir wäre neu, dass da in größerem Maße gecampt wird.“
