Oberwolfach
: Jeder muss sich an Vorschriften halten

Fachkundiger Vortrag von Revierförster Bernd Schindler bei Mitgliederversammlung des Hegerings.
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Schwarzwälder-Bote
Oberndorf
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Hegering-Leiter Alfred Gutmann (rechts) ehrte die 25er-Jubilare Benno Sum, Helmut Schneider und Adolf Haas sowie (sitzend) Hans Bühler aus dem Tiefenbach, der die goldene Ehrennadel für 40-jährige Mitgliedschaft verliehen bekam. Foto: Haas

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Oberwolfach (hgh). Eine stattliche Anzahl von Jagdfreunden sowie Pfarrer Benno Gerstner konnte Alfred Gutmann als Leiter des Hegerings II Wolfach/Wolftal innerhalb der Jägervereinigung Kinzigtal zur Jahresversammlung im Gasthaus Hirschen in Oberwolfach begrüßen.

Neben den üblichen Regularien stand ein fachkundiger Vortrag von Revierförster und Hundeführer Bernd Schindler aus Herrenwies auf dem Programm. Der Referent war kurzfristig für den verhinderten Martin Dedi eingesprungen.

Mit den Kinzigtälern fühle er sich vor allem durch seine frühere Tätigkeit in Gutach verbunden, so seine Anmerkung bei seiner Vorstellung. Der den Wolftäler Jägerschaft vertraute Martin Dedi betreut als selbständiger Forstwirt einen Eigenjagdbezirk im Wolftal. Als begeisterter Hundeführer hat er sich bei aller Jagdleidenschaft besonders der Nachsuchenarbeit verschrieben. Er führt eines der kreisübergreifend anerkannten Nachsuchengespanne und blickt als Nachsuchenführer auf eine langjährige Erfahrung zurück. Sein Kollege Bernd Schindler betonte, dass es in freundschaftlicher Verbundenheit unter den beiden Hundeführern üblich sei, dass man sich bei Bedarf auch bei der Nachsuche gegenseitig helfe und vertrete, so wie an diesem Abend auch mit dem Vortrag. Alfred Gutmann resümierte kurz die wesentlichen Ereignisse des vergangenen Jahres des 77 Mitglieder starken Vereins mit Vorstandssitzungen, Hüttenbewirtschaftung am Kreuzsattel und dem Hegeringschießen. Dieses wurde aber nur von insgesamt sieben Beteiligten bestritten, obwohl Pfarrer Gerstner einen neuen Siegerpokal gestiftet hatte. Der Hegeringleiter hinterfragte, ob man diese Tradition unter solchen Bedingungen weiterführen solle. Sein besonderer Dank galt den Jagdhornbläsern für deren mehrfachen Auftritte im Lauf des Jahres und auch für die Umrahmung der Jahresversammlung. Schriftführer Franz Mantel ließ ebenfalls die Ereignisse des Jahres 2011 nochmals Revue passieren, zu denen auch eine Reihe von Geburtstagsjubiläen zählte, die zum Feiern Anlass gegeben haben. Beim Hegeringschießen erhielt Berthold Schmider als Bester die Ehrenscheibe. Für die Neue gebe es übrigens auch schon einen Spender.

Gerhard Rothfuß erstattete den Kassenbericht, wobei sich die Einnahmen vor allem von der Kreuzsattelbewirtschaftung und die Ausgaben insbesondere durch die Geschenke für die Jubilare nahezu die Waage hielten. Für 40 Jahre Mitgliedschaft erhielt der auch in den Reihen der Jagdhornbläser vorbildlich engagierte Hans Bühler aus dem Tiefenbach die Ehrennadel in Gold. Für je 25-jährige treue Mitgliedschaft wurden Adolf Haas, Helmut Schneider und Benno Sum geehrt.

Detailgenau waren die Ausführungen von Bernd Schindler zur Problematik des Nachsuchens. Er betonte dessen Bedeutung schon allein durch das Prinzip der Waidgerechtigkeit, die er mit der jagdlichen Ethik gleichstellte. Rechtlich sei ein gewissenhaftes Verhalten beim Nachsuchen sowohl im Jagdgesetz wie auch im Tierschutzgesetz verankert. Seine eindeutige Feststellung und Warnung: "Wer sich nicht nach den strengen Vorschriften verhält und nicht die gebotene Sorgfalt walten lässt, der macht sich strafbar."

Bis ins letzte Detail erläuterte er den Umgang mit der Waffe, die ideale Ausrüstung, die jeweils passende Art der Munition, die Situation vor, bei und nach der Abgabe des Schusses und alle nur denkbaren Folgen von nicht genau platzierten Schüssen. Wie brisant das Thema für die Jägerschaft war, konnte man an der hochkonzentrierten Aufmerksamkeit der Jagdfreunde während des gesamten Vortrages ermessen. Dabei beeindruckend auch die Erlebnisse

Nicht glauben wollte man, dass die oft recht aufwendige Nachsuche durch die Hundeführer kostenlos erfolgt. Bernd Schindler betonte, dass es beim Nachsuchen rein darum gehe, ein qualvolles Verenden des angeschossenen Wildes zu vermeiden. Also soll auch niemand wegen eventueller Kosten vom Anfordern der Hundeführer abgehalten werden.

Zum Ende des Vortrags überraschte es nicht, dass auf Nachfrage von Gutmann sogleich mehrere Jagdkollegen ihr Interesse bekundeten, an einem Fachseminar der Hundeführer Martin Dedi, Georg Obert und Bernd Schindler teilzunehmen. Man werde sich darum bemühen, eine Schulung im Lauf des Jahrs anzubieten, stellte Gutmann abschließend fest.

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