Oberwolfach: Heike Rombach folgt Dieter Löwenberg nach

Eine erfolgreiche Nachfolgeregelung in Oberwolfach: Dieter Löwenberg übergibt zum 1. April seine Praxis an die Schiltacherin Heike Rombach. Foto: Adler
Schwarzwälder-BoteOberwolfach/Schiltach (mad). Gute Nachrichten aus Oberwolfach: Die Praxis des Mediziners Dieter Löwenberg wird zum 1. April von der aus Schiltach stammenden Ärztin Heike Rombach übernommen. Noch bis einschließlich 11. März ist die Praxis geöffnet, danach folgt eine zweiwöchige Umbauphase, um danach wieder zu öffnen.
Die gebürtige Schiltacherin hat ihre medizinische Ausbildung an der Universität des Saarlandes in Homburg/Saar absolviert und kam als Famulantin bereits in die Praxis des heute 68-jährigen Löwenbergs.
"Ich bin sehr froh, dass sie sich uns jetzt herausgesucht hat", freut sich der Mediziner, sodass sich für beide eine Art Kreis geschlossen hat.
Die Fachärztin für Innere Medizin hat unter anderem in Langen bei Frankfurt, Bad Soden-Salmünster, Oberndorf am Neckar und auch in den Niederlanden gearbeitet und hatte in den vergangenen vier Jahren eine Praxis in Teterow in der Nähe von Rostock. Sie hat sich auf den Fachbereich der Diabetologie spezialisiert und möchte dieses Profil auch in ihrer neuen Praxis entwickeln.
In ihrer bisherigen Tätigkeit hatte sie auch noch eine stationäre Aufgabe als zweites Standbein, damit sie ihre Patienten auch im Krankenhaus gut betreuen konnte.
Aus privaten Gründen entschied sie sich jetzt zur Rückkehr in den Schwarzwald, nachdem sie in den vergangenen 15 Jahren viel herumgekommen ist. Es passte hier auch gut zusammen, dass ihre beiden Kinder Finn (bald sechs) und Jana (zehn Jahre) vor der Einschulung und einem Schulwechsel standen.
Dieter Löwenberg freut sich dagegen auf ein wenig mehr Freizeit und etwas weniger Hektik, wenn er die Praxis in gute Hände übergeben kann. "Ich möchte sportlich etwas mehr machen", sagt Löwenberg und zählt Fahrradfahren und Schwimmen als Möglichkeiten auf. Auch das eine oder andere gute Buch möchte der Mediziner lesen – vor allem historische Romane finden sein Interesse. Beim Roten Kreuz, bei dem er Vorsitzender ist, wird er in der Hauptversammlung am 18. März noch zwei Jahre dranhängen und will auch als Bereitschaftsarzt noch weitermachen. Er wird die neue Kollegin auch in der Anfangszeit noch einarbeiten und begleiten.
In der Praxis wird sich das eine oder andere verändern: So will Heike Rombach auf ein EDV-basiertes System umstellen, als Diagnosegeräte ein EKG-Gerät und ein Langzeit-Blutdruckmesser einführen und auch die Räumlichkeiten etwas modernisieren. 32 Jahre war Dieter Löwenberg als Landarzt tätig, was ihm bis heute noch großen Spaß macht.
Vom Behandlungszimmer geht das Fenster auf die ländliche Umgebung, in der ein freier Blick aufs Tal und grasende Kühe ein Stück Idylle darstellen.
Die positive Nachricht der Praxisübernahme wird auch in Wolfach gut aufgenommen. Dort gibt es einen eigenen Arbeitskreis, der sich mit diesem Thema befasst. Bürgermeister Gottfried Moser (Freie Wähler) ist zuversichtlich, dass sich über das Forum auch Lösungen für die Thematik entwickeln lassen, denn vor allem über Arbeit im Netzwerk und über konkrete Entscheidungen lassen sich zusätzliche Ärzte anziehen. "Wir müssen dieses Problem aber als Region angehen und gemeinsam nach Lösungen suchen", ist sich Moser sicher.
Die medizinische Versorgung im ländlichen Raum ist eine Mangelwirtschaft, denn es gibt einfach nicht genügend Mediziner, um die in den Ruhestand tretenden Kollegen zu ersetzen. In Wolfach existiert ein Arbeitskreis, der sich mit Lösungen zu diesem Problem befasst. Allerdings müssen dazu alle Beteiligten erst einmal lernen, welche Strategien erfolgversprechend sind und welche Herausforderungen dabei zu überwinden sind. Beispielsweise bringen Anzeigen in medizinischen Fachzeitschriften im Grunde nicht sehr viel, weil der Engpass deutschlandweit besteht. Erfolgversprechender sind andere Strategien wie eine Kontaktpflege, positive Beispiele von Ansiedelungen oder eine effektive Mund-zu-Mund-Propaganda. Hier sieht auch Wolfachs Bürgermeister Gottfried Moser (Freie Wähler) Ansatzpunkte: Es mache mehr Sinn, Mediziner mit Wurzeln aus der Region anzusprechen oder Ärzte zu kontaktieren, die bereits hier sind. Mit dem Krankenhaus und einem guten Netzwerk sieht er langfristig gute Voraussetzungen.