Nachruf für Reinhold Heppner
: Ein großer Haslacher Lokalpatriot ist leise gegangen

Reinhold Heppner prägte Haslach über Jahrzehnte – als Kommunalpolitikerund engagierter Ehrenamtlicher. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke.
Von
Maria Benz
Oberndorf
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Nicht nur in Bezug auf die Körperlänge ein ganz Großer: Reinhold Heppner war ehrenamtlich und kommunalpolitisch vielseitig engagiert

Reutter (Archiv)

Ein ganz Großer ist still und leise abgetreten: Reinhold Heppner starb am 15. Oktober, nur zwei Tage vor seinem 84. Geburtstag. Als die Nachricht von seinem Tod am Mittwoch die Runde machte, kam das für viele überraschend. Bis zuletzt wollte er sich nicht von seiner Krebserkrankung bezwingen lassen. Er war aktiv, solange er konnte und war im Städtle unterwegs. Einfach nur herumsitzen und nichts tun, das konnte er nicht.

Besonders schwer wiegt der Verlust für seine Familie, seine geliebte Frau Else, die Töchter Christiane und Julia, die Enkel Loredana, Kevin, Simon, Vincent, Oscar und Urenkel Nael.

Reinhold Heppner war ein Familienmensch durch und durch. Wenn er gebraucht wurde, war er da. Wenn es nötig war, stellte er sich wie ein Löwe vor seine Lieben. Seine kämpferische Seite kam auch in der Kommunalpolitik immer wieder zum Vorschein. 1971 wurde er in den Gemeinderat Bollenbach gewählt, war nach der Eingemeindung ab 1. Dezember 1971 bis 2004 Gemeinderat in Haslach, dabei 28 Jahre Vorsitzender der CDU-Fraktion. Von 1971 bis 2014 war er Mitglied des Ortschaftsrats Bollenbach, von 1975 bis 2014 Ortsvorsteher in Bollenbach. Dabei war er stets geradeheraus und sagte jedem offen seine Meinung, womit er sich nicht immer Freunde gemacht hat. Er versuchte aber stets, im Sinne des Allgemeinwohls zu handeln – unabhängig davon, um wen oder um was es geht. Die Politik interessierte Reinhold Heppner aber nicht nur im Kleinen, sondern auch im Großen: 2021 wurde er für 50 Jahre Mitgliedschaft in der CDU geehrt.

In Königsberg im ehemaligen Ostpreußen (seit 1946 Kaliningrad, Russland) geboren, kam er 1947 im Alter von sechs Jahren aus einem dänischen Internierungslager nach Bollenbach, das zu seiner Heimat wurde. Mehr als 49 Jahre war er beim gleichen Arbeitgeber tätig, wenn auch unter wechselnden Firmennamen. Der Kaufmann fand nach der höheren Handelsschule eine Lehrstelle bei Mannesmann in Hausach. Er blieb dort auch, als der Betrieb im Thyssen-Konzern aufging, später dann als Umformtechnik und Ucon erfolgreich war. Der Verkaufsleiter Reinhold Heppner fand dort auch sein privates Glück: 1967 heiratete er seine Else.

Sein Leben lang brachte er sich ehrenamtlich für seine Mitmenschen ein. 14 Jahre war Reinhold Heppner Vorsitzender des Verschönerungsvereins Bollenbach, zehn Jahre Laienrichter am Amtsgericht Offenburg, zehn Jahre Mitglied des Verwaltungsrats der Sparkasse Haslach-Zell.

Sechs Jahre war er Vorsitzender des Kreisjugendrings Altkreis Wolfach, sechs Jahre Vorstandsmitglied der Leader-Aktionsgruppe Mittlerer Schwarzwald.Darüber hinaus war er Mitglied des Unterausschusses Ländlicher Raum des Kreistags, Vorstandsmitglied im Kreisseniorenrat, Mitglied der Vertreterversammlung bei der Volksbank Mittlerer Schwarzwald, Kassenprüfer beim Seniorenwerk Haslach und Organisator des dortigen Cego-Turniers.

Für sein außergewöhnliches Engagement erhielt er zahlreiche Ehrungen, darunter den Ehrenteller der Stadt Haslach, hohe Auszeichnungen des Städte- und Gemeindetags Baden-Württemberg und zuletzt 2022 die Bürgermedaille der Stadt Haslach.

Trotz dieser vielfältigen Tätigkeiten fand er auch noch Zeit für Freizeit, das Wandern, Spaziergänge mit dem Hund und Fußballschauen – am liebsten mit seiner Familie. Er genoss es, seinen vier Enkeln, die alle beim SV Haslach aktiv sind, beim Spielen zuzuschauen. Er hat ihnen auch die Liebe zum 1. FC Kaiserslautern mitgegeben. Ein Stadionbesuch mit dem Opa war immer ein ganz besonderer Höhepunkt.

Die öffentliche Trauerfeier findet am Freitag, 31. Oktober, ab 14.30 Uhr in der Aussegnungshalle in Haslach statt. Danach nimmt die Familie im engsten Kreis Abschied.

Weggefährten über Reinhold Heppner: „Sein Vermächtnis wird weiterleben“

Ein langjähriger Weggefährte in Reinhold Heppners kom- munalpolitischer Laufbahn war Altbürgermeister und Eh- renbürger Heinz Winkler. Er schreibt über ihn: „Reinhold Heppner, der ‚Schwarze Riese’, wie er mir bei meinem Anfang in Haslach als politisches Schwergewicht beschrieben wurde, war einer der ganz Großen der Kommunalpolitik und unseres bürgerschaftlichen Zusammenlebens. Als Ortsvorsteher kämpfte er unermüdlich für die Interessen ‚seines’ Bollenbachs und hatte doch als Stadtrat stets die gute Entwicklung ganz Haslachs im Blick. Das gute Miteinander von Dorf und Stadt seit der Eingemeindung, das verdanken wir ganz maßgeblich Reinhold Heppner. Ich danke für die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit und für sein übergroßes Engagement auf so vielen Gebieten. Meine Gedanken sind bei seiner Ehefrau Else und seiner ganzen Familie, die ihn in seinem Wirken für Haslach begleitet und unterstützt haben.“ Sein Nachfolger als Ortsvorsteher und Vorsitzender des Verschönerungsvereins Bollenbach, Andreas Isenmann, sagt über ihn: „Mit großer Dankbarkeit und tiefem Respekt nehmen wir Abschied von Reinhold Heppner, der als Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender des Verschönerungsvereins bleibende Spuren hinterlassen hat. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich selbst den Weg ins Ehrenamt gefunden habe. Fast vier Jahrzehnte war Reinhold als Ortsvorsteher von Bollenbach tätig. In dieser Zeit hat er das Dorf mit Weitblick und Herzblut geprägt und entscheidend vorangebracht. Wir verlieren mit ihm nicht nur einen engagierten Mitbürger, sondern auch einen Menschen, der mit seinem Wirken viele Leben bereichert hat. Sein Vermächtnis wird weiterleben – in unserem Verein, in Bollenbach und in unseren Herzen.“ Auch die Ministerin für Justiz und Migration, Marion Gentges (CDU), würdigt seine Lebensleistung: „Reinhold Heppner hat über vier Jahrzehnte mit Herz, Verstand und unbeirrbarem bürgerschaftlichem Engagement sein Leben in den Dienst der Kommunalpolitik gestellt. Als Gemeinderat der Stadt Haslach und Ortsvorsteher von Bollenbach hat er Verantwortung übernommen, immer zum Wohle der Menschen und seiner Heimat. Sein Wirken war geprägt von Bodenständigkeit, Tatkraft und einem tiefen Sinn für die Gemeinschaft – er hat bleibende Spuren hinterlassen, sein Einsatz und seine Menschlichkeit bleiben uns Vorbild und Vermächtnis zugleich.“

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