Mit emotionalem Abschied
: So wurde das Weihnachtskonzert in Hausach zu einem besonderen Abend

Besinnlich, schwung- und stimmungsvoll präsentierte sich das Weihnachtskonzert der Hausacher Musiker. Auch ein Kinderchor sorgte für besondere Momente.
Von
Claudia Ramsteiner
Oberndorf
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Das Weihnachtskonzert der Hausacher Stadtkapelle gemeinsam mit dem Kinderchor der Graf-Heinrich-Schule versetzte die Zuhörer in festliche Stimmung.

Ramsteiner

„Mitten im ersten Stück wird sich etwas in Ihnen verändern“, versprach Dirigent und Moderator des Weihnachtskonzerts der Hausacher Stadtkapelle Raphael Janz am Donnerstagabend – und er sollte recht behalten.

Kaum erklangen die ersten Takte von „Driving Home for Christmas“, da erlosch das Deckenlicht, und die Stadthalle erstrahlte in tausenden kleinen Lichtern an Christbaum und Deckengirlanden. Ein stimmungsvoller Auftakt, der die bis zur Empore dicht besetzte Halle augenblicklich in Weihnachtsglanz tauchte. „Ein Lob an unseren Ton-, Licht- und Tubameister Stefan Schmider“, kommentierte Janz augenzwinkernd.

Die Stadtkapelle Hausach bot ihren Zuhörern ein Programm, das die ganze Bandbreite weihnachtlicher Musik abdeckte: von den besinnlichen Klängen der deutschen Romantik bis zu fröhlich-swingenden Liedern aus Amerika.

Programm spannt den Bogen von klassischer Kirchenmusik bis zu schwungvollen Weihnachtsliedern

Mit dem barocken Medley „A Classical Christmas Fantasy“ entführten die Musiker in die Welt festlicher Kirchenmusik, bevor die schwungvollen Arrangements wie das „Holy Joly Christmas Medley“ und „Happy Sound, Happy Christmas“ für beschwingte Stimmung sorgten.

Ein besonderer melodischer Farbtupfer war die schlichte, fast melancholische Melodie des in unseren Breiten unbekannten norwegischen Weihnachtslieds „Jul in Svingen“, das die Zuhörer mit seiner stillen Schönheit überraschte.

Graf-Heinrich-Schule erhält alle Spenden des Konzerts

Für fröhliche Kinderstimmen sorgte der Grundschulchor der Graf-Heinrich-Schule, der durch Simone Heitzmann, Barbara Krawcyk und Manuel Gartner glänzend vorbereitet war. Rund 80 Dritt- und Viertklässler sangen mit leuchtenden Augen bekannte Advents- und Weihnachtslieder wie „Wir sagen euch an den lieben Advent“ oder „Ihr Kinderlein kommet“ und brachten die Herzen der Zuhörer zum Schmelzen. Als Dank für ihren Einsatz erhält die Schule die gesamten Spenden des Konzerts für ein großes Musikprojekt im kommenden Jahr – eine Investition in die Zukunft der musikalischen Nachwuchsförderung.

Eine auffallende Rolle spielte die junge Percussionistin Salome Keil: Sie wechselte ständig zwischen den Röhrenglocken, Glockenspiel und Xylofon, „diese Instrumente werden nie so gefordert wie in einem Weihnachtskonzert“, sagte sie – und wie sie die Vorbereitung auf dieses Weihnachtskonzert in ihrem Weg bestärkte, sich noch mehr auf diese Instrumente zu fokussieren.

Abschied von der Stadtkapelle nach 66 Jahren

Nach dem gemeinsam gesungenen „O du fröhliche“ wollte niemand den Abend enden lassen. Zwei Zugaben – „Santa, can you hear me“ und die beschwingte „Fröhliche Weihnacht“ – entließen die begeisterten Zuhörer schließlich in die mäßig kalte Winternacht. Ein Konzert, das nicht nur Weihnachtsstimmung verbreitete, sondern auch zeigte, wie Musik Generationen verbindet – und wie ein Abschied zur bewegenden Krönung einer Ära werden kann. Denn für einen Musiker war das Weihnachtskonzert am Donnerstagabend in der voll besetzten Hausacher Stadthalle ein ganz besonderes Konzert – sichtlich ein emotionaler Ausnahmezustand.

Ottokar Leibing, der im Mai mit der ganzen Kapelle seinen 80. Geburtstag gefeiert hatte, nahm nun seinen Abschied. Mit dem ersten Platzkonzert an Weihnachten 1959, als die Stadtkapelle noch an Heiligabend nach dem Gottesdienst spielte, hatte seine Musikerkarriere begonnen, nun sollte sie auch an Weihnachten enden.

Dirigent Raphael Janz (links) und der geschäftsführende Vorsitzende der Stadtkapelle Reinhard Meyer (rechts) mit Ottokar „Odix“ Leibing, der am Donnerstag nach 66 Jahren sein letztes Konzert spielte.

Foto: Ramsteiner

Dirigent Raphael Janz widmete ihm deshalb das berühmteste aller Weihnachtslieder: „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Er dankte dem treuen Musikkameraden für sein langes Engagement und bekannte, wie schwer auch ihm dieser Abschied falle. „Odix“ war nicht nur ein versierter Musiker und beliebter Kamerad, er war auch in Sachen Disziplin und Pflichtbewusstsein seinen jüngeren Kollegen immer ein Vorbild. „Ich habe in all den Jahren eigentlich nie gefehlt“, blickte er zufrieden zurück. Und der Vorsitzende Reinhard Meyer bestätigte: „Keiner wurde so oft für 100-prozentigen Probenbesuch geehrt wie er“.

Eine offizielle Verabschiedung werde noch folgen. Ottokar Leibing kämpfte mit den Tränen nach dem letzten Schlussbeifall. Für ihn und für die Kapelle ging eine Ära zu Ende. „Dass so viele heute da waren, ist für mich noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk“, sagte er. Er wird als „Rekordmusiker“ in die Geschichte der Stadtkapelle Hausach eingehen.

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