Literaturtag im Vogtsbauernhof
: Künstler begeistern mit Lyrik und Poesie auf Allemannisch

Drei Schriftsteller, eine Autorin und eine Liedermacherin zeigten in Vorführungen die Vielfalt der heimischen Mundart.
Von
Eveline Kern
Gutach
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Carola Horstmann (von links), Elmar Langenbacher, Michael Paul, Andreas Hör und Elena Seeger machten das Programm.

Carola Horstmann (von links), Elmar Langenbacher, Michael Paul, Andreas Hör und Elena Seeger machten das Programm.

Kern
  • Literaturtag im Vogtsbauernhof: Heimische Mundart und Lyrik standen im Mittelpunkt.
  • Auftakt auf dem Dachboden des Falkenhofs, danach Lesungen in mehreren Stuben.
  • Carola Horstmann und Liedermacherin Elena Seeger präsentierten Balladen und Dialekt.
  • Seeger sang augenzwinkernd über Schwaben-Spagat zwischen Jammern und Sparsamkeit.
  • Später lasen Michael Paul, Elmar Langenbacher und Andreas Hör aus ihren Werken.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach lädt in dieser Saison unter dem Jahresmotto „Begegnungen“ zu besonderen Veranstaltungen ein. Der Sonntag war mit „Der Schwarzwald, wie er im Buche steht“ der heimischen Literatur und Mundart gewidmet. Drei regionale Schriftsteller, eine alemannische Autorin und eine Liedermacherin aus Schwaben zeigten mit ihren Kostproben aus unterschiedlichen Genres die Vielfalt hiesiger literarischer Stimmen. Thomas Hafen, wissenschaftlicher Leiter des Freilichtmuseums, begrüßte die Gäste, die trotz der hochsommerlichen Temperaturen den Weg auf den Dachboden des Falkenhofs gefunden hatten.

Dort startete die Veranstaltung, die anschließend in den Stuben der verschiedenen Schwarzwaldhöfe fortgesetzt wurde. Die weiteste Anreise nach Gutach hatte die schwäbische Liedermacherin Elena Seeger aus Stuttgart. Sie teilte sich mit der Autorin Carola Horstmann aus Zell im Wiesental zum Auftakt des Literaturtags die Bühne. Abwechselnd präsentierten sie lyrische Balladen und Verse, die mal melancholisch, mal humorvoll und ironisch von Alltäglichem, Träumen und Vergangenem erzählten. Beide Künstlerinnen sind mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden für ihre Arbeit. Horstmann erinnerte mit „Nai hämmer gsait...“ (Nein haben wir gesagt) an die Demonstrationen in den 1970er Jahren in Wyhl gegen den Bau des Atomkraftwerks, wanderte durch Kindheitsängste mit dem Gedicht „Angscht“ und übersetzte auch mal für die Ungeübten: So geschehen bei dem alemannischen „loose“, das für „Hören“ steht, jedoch auch im Sinne von „FolgsamSein“ verwendet wird. Das High-Tech-Hörgerät in der Größe eines halben Fingernagels ging verloren und wurde dann doch – wie anfangs angeraten – gegen ein Hörgerät „große wie Tasse, zahle auch die Kasse“ - eingetauscht.

Blues-Akkorde luden zum Mitmachen ein

Lebendige Dialektkultur bot auch Elena Seeger dar. Augenzwinkernd besang sie mit kristallklarer Stimme die sprichwörtliche Sparsamkeit der Schwaben mit dem „Finanzminimalist“. Eine besondere Entspannungstechnik sei das Jammern und Bruddle, letzteres ein aggressives Jammern. „Die Akkorde des Blues sind besonders geeignet dazu“, ermunterte Seeger das Publikum zum Mitmachen und das folgte gerne den Einsatzzeichen der Künstlerin, mal laut seufzend, mal hörbar grantig. „Kann i mol net bruddle, goht mir des an d Kuddle“, sang Seeger inbrünstig. Frei übersetzt heißt das: „Kann ich mal nicht jammern, geht mir das regelrecht körperlich an die Substanz“.

In der Stube des Falkenhofs las anschließend Carola Horstmann „Poetisches auf Alemannisch“ und im Stundentakt ging es dann weiter. Michael Paul trug Passagen aus seinem Roman „Rauch überm Land“ vor, in dem es um die Freundschaft zwischen Ernest Feist und Philipp F. Reemtsma vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts geht. In der Stube des Vogtsbauernhofs konnten die literarisch Interessierten Auszüge aus „Katharinas Schwarzwaldsommer“ von Elmar Langenbacher lauschen und im Hippenseppenhof stellte Andreas Hör sein Erstlingswerk „Was ich sehen kann“ vor. Den Abschluss bildete die „Stille Zeit“ zum Thema „verbunden – getragen – zum Ziel“ mit Museumspfarrer Hans-Michael Uhl und Diakonin Susanne Bühler.

Weitere Termine

Die nächsten Thementage unter dem Jahresmotto „Begegnungen“: Am 12. Juli schöpft Sagenexperte Willi Keller unter „Schicksalhafte Begegnungen“ aus seinem reichen Schatz an alten Sagen, musikalisch begleitet von Klaus Leopold. Am 26. Juli wird eingeladen zu einem Museumstag voller Musik mit einem Platzkonzert des Akkordeon-Orchesters Gutach und am 2. August zum „Rendezvous der Maler“, bei dem regionale Maler im Freilichtmuseum zu Gast sind. Das ausführliche Programm ist im Internet unter www.vogtsbauernhof.de einzusehen.

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