Lange Tradition: So feierten Gläubige den Johannistag in Oberwolfach

Der Gottesdienst in der Kapelle Sankt Johannes im Rankach war gut besucht.
Haas- In der Johanneskapelle im Rankach feierten zahlreiche Gläubige den Johannistag mit Messe.
- Pfarrer Stefan Märkl leitete den Gottesdienst, musikalisch begleitet von Barbara Armbruster.
- Das Gemeindeteam mit Mesnerinnen bereitete vor – zusätzliche Bänke wurden benötigt.
- Predigt zu Johannes dem Täufer, Wettersegen für Menschen in Wald, Wiesen und Gärten.
- Die Kapelle gilt als historischer Ort; Prozessionen und Feiern haben dort lange Tradition.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
m von Sagen umwobenen und auch kirchengeschichtlich immer wieder erforschten Flecken in der Kapelle Sankt Johannes im Rankach wurde der Johannistag mit einem Gottesdienst gefeiert. Zelebriert hat die Messe Pfarrer Stefan Märkl aus Wolfach. Organisatorisch unterstützte ihn das Gemeindeteam mit den Mesnerinnen Margit Dieterle und Elisabeth Bonath von St. Marien und St. Bartholomäus bei der Vorbereitung und der Feier. Viele Lieder konnten gesungen werden, weil Barbara Armbruster den Gottesdienst musikalisch begleitete.
Wie schon seit Generationen waren zur Johannisfeier vor allem die in der Nachbarschaft und Umgebung wohnenden Rankacher, Kurzenbacher und Erzenbacher gekommen. Auch aus dem weiteren Umkreis fanden sich so viele Gläubige ein, dass mehrere Bankreihen herbeigeschafft werden mussten. Es war spürbar, wie sehr sie es jedes Jahr aufs Neue als erhebend empfinden, inmitten der sommerlichen Natur den zu feiern. Früher waren es vor allem die „Sommerhansen“, die hier ihren Namenstag feierten. So wurden im Tal der Wolf jene genannt, die mit dem Vornamen Hans oder Johannes im Sommerhalbjahr Geburtstag hatten – im Gegensatz zu den „Winterhansen“ nach Johannes Evangelist. Diese „Hansen“ längst vergangener Zeiten, wie der „Ahorn-Hannes“ Johann Armbruster oder der „Wölflehans“ vom Grünach, leben längst nicht mehr. Ihre Nachfahren zieht es jedoch noch immer zum Johannesgottesdienst in den Rankach. Im stillen Gebet dürfen jene „Original-Oberwolfacher“ so auch nach über einem Jahrhundert noch dabei sein. Es ist zwar ruhiger um das Kleinod im Rankach geworden, doch dank des Gemeindeteams werden alte kirchliche Traditionen weiterhin gepflegt.
Pfarrer Märkl freut sich über die Atmosphäre
Bis gegen die Jahrtausendwende erinnerte sich die ältere Generation noch an Zeiten, als Oberwolfach sogar einen Vikar hatte. In den 1930er- und 1940er-Jahren wurde einmal im Monat eine Messe in der Johanneskapelle gefeiert. In den 1960er-Jahren zog am 1. Mai frühmorgens eine Prozession von der Pfarrkirche St. Bartholomäus auf den sieben Kilometer langen Weg in den Rankach. Heute geht es noch von der Marienkirche an der Walke über drei Kilometer dorthin.
Noch immer vermittelt der geweihte Ort an der Abzweigung zum Kurzenbach mit dem Passübergang ins Harmersbachtal einen Hauch einer vermutlich bedeutsamen Geschichte. Die kleine Kapelle wirkt, als sei sie der Chor einer früheren Kirche. Über ihr Alter gibt es keine gesicherten Angaben. Immer wieder wurde vermutet, hier könnte die Beginenklause gestanden haben, von der aus die selige Luitgard 1324 mit ihren 33 Schwestern das Kloster Wittichen gründete. Heimatforscher Josef Krausbeck aus Wolfach war nach jahrelangen Recherchen überzeugt, dass sich das Kloster, in das die zwölfjährige Luitgard eingetreten war, im mittleren Rankachtal befand.
Pfarrer Stefan Märkl freute sich über die besondere Atmosphäre des Gottesdienstes inmitten der Schwarzwaldnatur. In seiner Predigt sprach er über Johannes Baptist, der neben Maria die höchste Verehrung unter den Heiligen genießt und als Vorbote Jesu gilt. Bemerkenswert sei auch, dass bei ihm nicht der Todestag, sondern der Geburtstag gefeiert werde. Mit einem Wettersegen alter Tradition ermutigte Märkl die Menschen, die sich im Wald, auf den Wiesen und in den Gärten für Mensch und Natur einsetzen. Passend dazu war während des Gottesdienstes am Gegenhang die Heuernte zu beobachten. Ein „gutes Stündle“ saß man anschließend noch in geselliger Runde zusammen. Pfarrer Märkl nutzte die Gelegenheit, von Tisch zu Tisch zu gehen und mit seinen „Pfarrkindern“ ins Gespräch zu kommen.
Der Johannistag
Der 24. Juni wird in vielen Gegenden als Johannistag gefeiert, eine Reihe von Wetterregeln beziehen sich auch auf den Johannistag, wie zum Beispiel der Spruch: „Wenn kalt und nass Johannis war, verdirbt er meist das ganze Jahr“.