Irrfahrt über Weide
: Autofahrer touchiert Kuh in Mühlenbach

Ein Mann ist im Mühlenbacher Büchern von der Straße abgekommen und landete auf einer Wiese. Bei der folgenden Irrfahrt touchierte er ein Rind und landete schließlich in einem Bach.
Von
Charlotte Reinhard
Oberndorf
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Nur mit dem Forstschlepper eines Landwirts konnte das Auto aus dem Bach gezogen werden.

Kamera24

Die Szene ist kurios: Ein weißes Auto steht auf einer Weide, die Kühe kommen neugierig näher, um den Ankömmling zu begutachten. Dann gibt der Fahrer Gas, die Räder drehen auf dem nassen Untergrund durch, doch der Wagen gewinnt trotzdem schnell an Boden. Eine Kuh versucht dem herannahenden Auto auszuweichen, dreht sich auf der Hinterhand, rutscht aber aus. Das Vorderdeck des Fahrzeugs kollidiert mit den Hinterbeinen des Rinds, doch der Fahrer setzt seinen Weg unbeirrt fort.

„Jetzt hat er die Kuh angefahren“, ist in dem Video, das derzeit in den sozialen Medien seine Runde macht, die entgeisterte Stimme eines Augenzeugens zu hören. Der Wagen fährt weiter, Kühe rennen ihm hinterher, dann stürzt es plötzlich ab und bleibt in einem Graben liegen. „Jetzt liegt er im Bach“, ist eine weitere Stimme zu hören. Die beiden Männer einigen sich, die Polizei zu rufen und nach dem Fahrer zu sehen, dann endet das Video.

Die Urheber des Videos sind unbekannt

Die dort gezeigten Geschehnisse haben sich Recherchen unserer Redaktion nach im Mühlenbacher Büchern am Samstagnachmittag zugetragen. Nach Auskünften der Polizei befand sich der Fahrer in einer psychischen Ausnahmesituation, war aus ungeklärten Gründen von der Fahrbahn abgekommen, beschädigte einen Weidezaun und landete nach der Fahrt über die Weise im Bach. Beamte des Polizeireviers Haslach wurden zur Unfallstelle gerufen, wo offensichtlich wurde, dass der Wagen nur schwer zu bergen sein würde. Sie nahmen den Unfall auf, die Feuerwehren Mühlenbach und Haslach kümmerten sich um das weitere Vorgehen. Sie waren ebenfalls in den Büchern beordert worden und rückten mit jeweils 15 Mann und insgesamt fünf Fahrzeugen an, wie Markus Knupfer von der Haslacher Feuerwehr informiert.

Da der Handyempfang an der Unfallstelle schlecht ist, habe die Leitstelle nur eine ungenaue Beschreibung der Lage erhalten, sodass die Wehren nicht genau wussten, was sie erwartete.

Wie Mühlenbachs stellvertretender Feuerwehr-Kommandant Marcel Maier, der den Einsatz leitete, unserer Redaktion berichtet, fanden die Einsatzkräfte den Wagen in Schräglage vor. Den Fahrer hatten Ersthelfer bereits aus dem Wagen befreit. Er hatte sich bei dem Unfall verletzt. Die Feuerwehr übergab ihn dem Notarzt und dem Rettungsdienst, welcher ihn in ein nahe gelegenes Krankenhaus brachten.

Die angefahrene Kuh wurde einem hinzugerufenen Tierarzt vorgestellt, der feststellte, dass sie nur leichte Blessuren davongetragen hatte. Sie und die anderen Rinder wurden für die Dauer der Bergung vom Besitzer in den Stall getrieben.

Die Feuerwehren schafften es, das Auto wieder in Normallage zu bringen. „Aufgrund des stark abschüssigen Geländes konnten wir selbst den Wagen aber nicht bergen. Wir nahmen Kontakt auf zu einem uns bekannten Landwirt, der einen Fortschlepper mit Seilwinde besitzt“, fasst Maier das weitere Vorgehen zusammen.

Mit diesem gelang es, das verunglückte Fahrzeug aus dem Bach zu ziehen. Ein Verwandter des Fahrers holte es mit einem Anhänger ab. Insgesamt dauerte der Einsatz für die Feuerwehren 2,5 Stunden. Wie der Kuh-Besitzer unserer Redaktion gegenüber erklärte, habe das angefahrene Tier den Unfall überstanden und es gehe ihr gut.

Vorfall in Wolfach

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren beschäftigte ein anderer Fahrer in einem psychischen Ausnahmezustand die Polizei: Ein Mann stahl einen Geländewagen und flüchtete mit diesem. Dabei rammte er ein Polizeiauto, die Insassen wurden dabei verletzt. Der Mann fuhr mit dem entwendeten Fahrzeug in ein Wolfacher Waldgebiet, wo ein Steilhang das Auto stoppte. Hubschrauber und Hundeführer waren ihm bereits auf den Fersen, die Flucht zu Fuß endete schließlich mit der Verhaftung des Mannes.

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