Interkulturelle Woche
: So lief der multireligiöse Austausch in Haslach

Die Interkulturelle Woche bot auch in Haslacher wieder Gelegenheit für Interessierte, ihnen bisher unbekannte Kulturen und Religionen im Austausch näher kennenzulernen.
Von
Hannah Schmid
Oberndorf
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Einander zuhören und sich austauschen waren prägende Elemente bei der Interkulturellen Woche in Haslach.

Schmid

Bereits zum 50. Mal rief die Interkulturelle Woche bundesweit zu Toleranz, Begegnung und Vielfalt auf. Seit 2018 beteiligt sich auch Haslach jedes Jahr mit verschiedenen Aktionen. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe fand am Sonntag ein multireligiöser Austausch mit Friedensgebeten in der evangelischen Kirche statt.

Eine Veranstaltung mit unterschiedlichen Religionen sei schon fast Tradition, erzählte Stefanie Brüschke vom Caritas-Sozialdienst. Im vergangenen Jahr sei das Format ähnlich gewesen, doch seien nun mit dem Buddhismus erstmals alle fünf großen Weltreligionen vertreten.

Grundsätzlich sei es wichtig, durch Gespräche Verbindendes statt Trennendes zu sehen und Vorurteile abzubauen – passend zum Motto der interkulturellen Woche „dafür!“: Für Räume der Begegnung und des Austauschs.

Mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes

Eröffnet wurde mit Gebeten in sechs Sprachen, jeweils um die deutsche Übersetzung ergänzt. Mit dem jüdisch-hebräischen Friedenslied „Hevenu Shalom“ wurden auch die Besucher einbezogen. Besonders wichtig war den Veranstalterinnen Stefanie Brüschke und Elena Husch, Integrationsbeauftragte der Stadt Haslach, dass die Religionen nicht nur von Amtsinhabern vertreten wurden.

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Gebetet wurde für Frieden in der Welt angesichts der vielen Kriege, Krisen und Konflikte, etwa in der Ukraine, in Israel und Palästina oder in Afghanistan, aber auch für Versöhnung und Frieden im Kleinen. Jeder der Religionsvertreter hatte dafür ein Gebet mitgebracht.

Zuhörer zeigten großes Interesse

Im Anschluss hatten die Teilnehmer Gelegenheit, ihre jeweiligen Religionen vorzustellen. Bei der Talkrunde, moderiert von Dorothea Brust-Etzel, war das Interesse der Zuhörer riesig: Immer wieder sorgten Zwischenfragen für einen lebhaften Austausch. Unter der Leitfrage „Was macht Glauben für Sie aus?“ erklärten die Vertreter der Religionen die Bedeutung persönlicher Symbole ihrer Religion.

So präsentierte Irene Müller-Harvery vom buddhistischen Tempel in Gutach verschiedene Gongs und erzählte von der Meditation als Kern der religiösen Praxis. Anis Ghorbani hatte als Vertreterin des schiitischen Islam neben einem traditionellen afghanischen Kleid einen Gebetsteppich und eine Gebetskette mitgebracht.

Auch verschiedene Kulturen waren Thema

Beim interreligiösen Dialog erfuhren die Zuhörer auch Neues über andere Kulturen. Etwa dass am Montagabend im Judentum das Neujahrsfest gefeiert wurde, wie Ruslan Manashirov erzählte, oder dass viele Hindus eine Ecke im Wohnzimmer für einen kleinen Altar freihalten – ähnlich wie in vielen Bauernhäusern ein Kreuz in einer Ecke hängt, merkte eine Besucherin an.

Die verschiedenen Religionen hätten mehr Gemeinsamkeiten, als man auf den ersten Blick denken könne, fand auch Merican Durmos von der muslimischen Gemeinde Haslach.

Neu für die meisten waren heilige Gebetssteine der Schiiten, die beispielsweise nie den Boden berühren dürfen. Für Angelika Spitzmüller als Vertreterin der Katholiken ist die Gemeinschaft im französischen Taizé ein Symbol für „gelebtes Christentum“. Der evangelische Pfarrer Hans-Michael Uhl hatte eine Bibel mitgebracht.

Die Fragen der Zuhörer wurden nach der Gesprächsrunde im persönlichen Gespräch bei Tee und Gebäck beantwortet. „Es gibt wenig, das uns entzweit, das meiste verbindet“, befand Brust-Etzel. Es sei „immer wieder beeindruckend“, wie viele Kulturen, Sprachen und Religionen in Haslach nicht nur nebeneinander, sondern miteinander leben.

Weitere Veranstaltungen

In Haslach stehen noch an: 26. September:
Vernissage und Dokumentarfilm „Nadelstiche“ ab 18 Uhr im Rathaus Haslach 28. September:
Autorenlesung „Mama Superstar“ ab 17 Uhr in der Stadtbücherei 1. Oktober:
Kochkurs Syrische Küche ab 17 Uhr im Bildungszentrum (Anmeldungen über die VHS erforderlich) 3. Oktober:
Moscheeführung, 12 und 14 Uhr 6. Oktober:
Begegnungscafé ab 16 Uhr im Caritashaus 9. Oktober:
Pub-Quiz ab 19 Uhr im Werk II