Heimatabend auf dem Bärenplatz: Die Hornberger feiern das Brauchtum

Muskelkraft war gefragt beim Wettsägen.
KernDer Heimatabend in Hornberg repräsentiert seit jeher Brauchtum, Unterhaltung und Gemeinschaft. So wurde auch am Freitagabend auf dem Bärenplatz mit traditionellen Trachtentänzen, handgemachter Musik und verschiedenen Beiträgen eine stimmungsvolle Atmosphäre geboten.
Zudem bereitete der Abend humorvolles Amüsement mit einem kleinen Schwank und beim Wettsägen durch die Publikumsbeteiligung . „Die Pflege und Weitergabe unserer Sitten und Gebräuche, unserer Kultur, ist unsere Verpflichtung und Freude,“ begrüßte Antonia Lamendola-Hofferberg, Obfrau der Trachtengruppe des Historischen Vereins Hornberg, die Feriengäste und Einheimische.
Uhrenträger Peter Reeb reiste in die Vergangenheit
Mit viel Applaus beim Einmarsch bedacht, eröffnete die Trachtengruppe Hornberg/Lauterbach den Heimatabend mit der Topporzer Kreuzpolka und dem Kontra-Kreuz-Tanz. Musikalisch begleitet wurden die Tänze von Gabi Billharz am Akkordeon. Uhrenträger Peter Reeb nahm in Versen die Gäste mit auf eine Reise in vergangene Zeiten, in denen das Wandergewerbe gang und gäbe war.
So manches Tal habe er durchschritten, die „Ührlein“ verkauft und sei bisweilen auch „der Liebe Spur“ gefolgt. Ebenfalls als Botschafter des Schwarzwaldes wanderte Glasträger Rolf Wenzel durchs Land und hat seine „Schuhe durchgetreten“ beim Handel mit Riechflakons, Weinkelchen und Schnapsgläschen. Zwischen den beiden Auftritten erfreute die Trachtengruppe mit dem schwungvollen „Steieregger-Tanz“.
Zu den Höhepunkten des gelungenen Abends gehörte die Ballade mit der „Moritat vom Hornberger Schießen“, vorgetragen von Alexander Gotthans und Antonia Lamendola-Hofferberg am Leierkasten. Gemalte Schautafeln des missglückten Herzog-Empfangs untermalten die stimmgewaltig erzählte weltbekannte Geschichte und belehrten mit der Moral: Leben stets in Saus und Braus, geht wie das Hornberger Schießen aus.
Beim Wettsägen waren viele Feriengäste dabei
Kraft und Teamgeist waren gefragt beim Wettsägen, zu dem Feriengäste aus Belgien, China und Leverkusen in Zweierteams gegeneinander antraten. Keines davon schaffte es, die geforderten 275 Gramm Holz von dem Holzstamm zu sägen, doch Spaß machte es allemal. Das Duo, das mit 335 Gramm der Aufgabe am nächsten kam, erhielt zwei Freikarten für die Freilichtbühne.
Viel Gelächter gab es bei dem turbulenten Schwank „Der Kutschenhandel“, in dem Trugschlüsse und Fehlannahmen dem glücklichen Ausgang der Geschichte vorausgingen. Bevor die beschwingte „Sternpolka“ der Trachtengruppe den Heimatabend beschloss, gab die Obfrau mit einer kleinen Allegorie über „Hans und das moderne Wunder“ den Besuchern mit auf den Weg, dass bei allen Vorteilen die Technik die Begegnung von Mensch zu Mensch nicht ersetzen kann.