Gutacher Gemeinderat
: Hilfe für den Wald kommt aus der Luft

Im Jahr 2026 bietet sich die Chance einer Bodenschutzkalkung für den Kommunal und Privatwald in Gutach. Für die Kalkung stehen gesicherte EU-Mittel zur Verfügung.
Von
Christina Kornfeld
Oberndorf
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Die Bodenschutzkalkung in Wolfach/Oberwolfach ist bereits abgeschlossen.

Dorn

Die potenzielle Kalkungsfläche auf der Gemarkung Gutach beträgt circa 825 Hektar und verteilt sich auf 98 Waldbesitzer. Bislang haben 59 Gutacher Forstbetriebe ihr Interesse an der Bodenschutzkalkung 2026 beim Forstbezirk Wolfach mit einer Fläche von 535 Hektar hinterlegt (Stand 17. Juni 2025), hieß es in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat.

Die Bodenschutzkalkung verbessere die Widerstandsfähigkeit der Waldbäume gegen Borkenkäfer, Pilze, Trockenheit, Versauerung und Nährstoffverluste. Sie diene dem Erhalt der Artenvielfalt, der Boden werde durch biologische Qualität verbessert, Wasserspeicherkapazität und Trinkwasserqualität würden erhöht, erklärte Henkes.

Die Kalkung finde im bei Interesse des Eigentümers im Privat- und Kommunalwald statt, vorausgesetzt der Bedarf bestehe und es sei seit mindestens zehn Jahren nicht gekalkt worden. Die Kalkungsfläche müsse mindestens 30 Hektar groß sein und es dürfe keine Sonderkulturen im Wald geben, nannte Henkes unter anderem als Kriterien für die Teilnahme an der Kalkung und zeigte eine Karte mit den möglichen Gebieten in Gutach.

Circa drei bis 3,5 Tonnen Dolomit würden pro Hektar gleichmäßig mit einem Helikopter verteilt. Die Verteilung per Helikopter sei genauer und besser geeignet für Hanglagen. Für die Gutacher Flächen würde ein Helikopter gut zwölf Arbeitstage benötigen, es müsse jedoch einkalkuliert werden, dass ein Hubschrauber bei Nebel, Regen und Wind nicht starten dürfe, Die Entscheidung darüber liegt allein beim Piloten, Flugsicherheit sei erstes Gebot, betonte Henkes.

Das Vorhaben wird vom Land gefördert. Privatbetriebe mit einer Forstbetriebsfläche unter 30 Hektar bekommen 100 Prozent der Nettokosten erstattet, Betriebe über 30 Hektar bekommen 90 Prozent der Nettokosten erstattet. Finanziert wird die Maßnahme durch gesicherte EU-Fördermittel.

Die Kommune wird Fördermittel beantragen und die Zwischenfinanzierung von rund 265 000 Euro übernehmen, wovon rund 198 000 Euro an Fördermitteln erstattet würden. Der Eigenanteil der Waldbesitzer beläuft sich auf 67 000 Euro (Netto-Beträge). Die von der Gemeinde zu tragenden Kosten für den Gemeindewald beziffern sich nach Abzug der Förderung auf circa 8600 Euro.

Circa drei Monate nach der Maßnahme erfolgt die Endabrechnung. Die Kommune stellt dann den Waldbesitzern die Mehrwertsteuer, beziehungsweise die Mehrwertsteuer plus zehn Prozent, in Rechnung.

Die Kosten für das Material und die Ausbringung lägen bei circa 465 Euro pro Hektar, hinzu kommen die Projektbetreuungskosten des Amts für Waldwirtschaft, erklärte Henkes. Die Ausschreibung erfolgt jedoch erst im Frühjahr 2026 durch das Regierungspräsidium Freiburg. Daher sind die Nettokosten als prognostizierte Annahme zu verstehen. Die Endfertigung der Kalkungskarten stände für August an, im September werde der Förderantrag gestellt. Die Bodenschutzkalkung in Gutach soll im Zeitraum August bis Oktober 2026 stattfinden.

Reaktion

„Es ist eine tolle Sache, dass es klappt“, so Gemeinderat Jürgen Wälde (FW). Er dankte dem Amt für Waldwirtschaft, dass die Kalkung möglich sei und er Gemeinde für die Übernahme der Abwicklung. Die letzte Kalkung in Gutach sei mehr als zehn Jahre her.

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