Gemeinderat Steinach: Wie geht es mit dem Korbladen weiter?

Mithilfe eines vertiefenden Gutachtens soll der aktuelle Zustand des ehemaligen Korbladens eingeschätzt werden.
StörrDer Gemeinderat hat sich jetzt in der Turn- und Festhalle auch mit dem Korbladen-Areal befasst. Wie Bürgermeister Benedikt Eisele erklärte, ging im April bei der Verwaltung der Antrag ein, den Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr zu beauftragen, den ehemaligen Korbladen hinsichtlich des Gebäudezustands zu besichtigen.
Im Antrag sei enthalten gewesen, dass Karl Schnaitter, Zimmerermeister, und Ralf Grießbaum, Zimmerer, als sachkundige Handwerker an der Begehung teilnehmen sollen. Die Verwaltung habe bereits vor dem Antrag eine Begutachtung des Gebäudes durch unabhängige Fachbetriebe hinsichtlich der Bereiche Zimmerei und Mauerwerk in die Wege geleitet. Dazu seien die Zimmerei Thomas Lehmann aus Oberharmersbach und die Firma Storz Bau- und Projektleitung aus Schenkenzell angefragt worden.
Unterschiedliche Meinungen zum Gutachten
Beide Firmen hätten sich vorab die Gebäude angeschaut. Nach der gemeinsamen Besichtigung mit dem Ausschuss sollen von den Fachbetrieben Gutachten erstellt werden. Gemeinderat Felix Glatz (FWV) erklärte: „Abwechselnd wurden verschiedene Zwänge angeführt, die einen Abbruch des Gebäudes notwendig erscheinen lassen sollten.“ Nachdem ein beratender Ausschuss eingerichtet worden sei, habe der Gedanke nahe gelegen, das Gebäude zusammen mit Fachhandwerkern zu besichtigen. Allerdings könne er nicht nachvollziehen, warum Uwe Storz aus Schenkenzell die beste Antwort liefern solle. Dieser weise keine einzige Referenz eines ähnlichen Gebäudes aus und befasse sich schwerpunktmäßig mit Beton. Sein Änderungsantrag lautete deshalb: „Zur Besichtigung wird das Architekturbüro Hardy Happle aus Wolfach als unabhängiger Fachbetrieb hinzugezogen.“ Begründet wurde der Antrag mit Happles Erfahrung in historischer Bausubstanz und dem Gutachten aus einer Hand.
Rat Hartmut Schwendemann (Grüne) sprach sich gegen ein Gutachten aus. „Vor Jahren wurde entschieden, das Areal zu entwickeln, und es wurde dafür einem Investor mithilfe des Vorkaufsrechts vor der Nase weggenommen.“ Für die Neuordnung seien bereits Gelder im Haushalt eingestellt. Der Antrag auf Begutachtung verfolge seiner Meinung nach das Ziel, „den derzeitigen Zustand auf unbestimmte Zeit zu konservieren“. Dabei sollte das Areal ursprünglich einen städtebaulichen Mehrwert für die Allgemeinheit bringen. Für den Erwerb seien 140.000 Euro investiert und Zuschüsse gewährt worden. Mit dem Erhalt riskiere man die Rückzahlung der Fördermittel. Es gebe weder ein tragfähiges Nutzungskonzept noch eine realistische Finanzierungsperspektive für eine öffentliche Nutzung des Gebäudes. Es gehe nicht darum, Geschichte auszulöschen, sondern Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.
Eisele fing die Diskussion ein, bevor sie begann: „Es geht nicht darum, über den Korbladen abzustimmen, sondern um den Antrag auf Begutachtung.“ Für Katharina Schwendemann (FWV) stand fest: „Ein Fachmann mit Expertise bringt Ruhe in die Thematik.“ Xaver Rockenstein (FWV) erklärte: „Es wurde als Scheune gebaut und so steht es da. Die Tiefe des Gutachtens sollte aufgrund der Begehung festgelegt werden.“
Abstimmung
Dem Vorschlag schloss sich das Gremium an. Einstimmig wurde der Ausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr mit der Besichtigung beauftragt. Für das Hinzuziehen der Firmen Lehmann und Storz stimmte nur Eisele, elf Räte stimmten für Happle, zwei waren dagegen.