Gemeinderat Hausach: Das steckt hinter dem Haushaltsminus von 2,38 Millionen Euro

Wichtige Kennzahlen des kommunalen Haushalts 2026: Gewerbesteuer, Investitionen und Verschuldung.
Heck, Grafik: Stetter-GoldererDer Gemeinderat hat einstimmig den Haushalt für dieses Jahr beschlossen. Nach der Beratung am 10. Dezember 2025 wurden noch einige Änderungen eingearbeitet, unter anderem im Ergebnishaushalt.
Dort wurde der Ansatz für die Gewerbesteuerumlage wegen mehr Gewerbesteuereinnahmen aus 2025 um 127 000 Euro erhöht. Auf der Ertragsseite kommt bei der Einkommenssteuer ein Schätzwert von 30 000 Euro hinzu, erläuterte Kämmerer Boris Groß. Am Ende steht ein Gesamtergebnis von gerundet minus 2,38 Millionen Euro.
Auch im Finanzhaushalt waren laut Groß noch Korrekturen notwendig: Neun Maßnahmen konnten im Jahr 2025 nicht wie vorgesehen endgültig abgerechnet werden und wurden in das neue Haushaltsjahr verschoben. Dazu zählen die Dachsanierung der Kita Sternschnuppe, der Naturkindergarten, die Anschaffung eines Fahrzeugs für den Bauhof, ein Notstromaggregat, die Medienausstattung an der GHS, Ersatzbeschaffungen im Kita-Bereich, die Investitionsumlage für den Abwasserzweckverband, die Kapitalumlage Interkom sowie Arbeiten an der Brücke am Hinteren Bahnhof. Daraus resultiere ein zusätzlicher Mehrbedarf in 2026 im Saldo von 192 400 Euro, der aber in 2025 dementsprechend eingespart werde.
Die Stadt rechnet mit Investitionen in Höhe von 8,55 Millionen Euro
Neu aufgenommen wurde eine mögliche Förderung für das neue Feuerwehrfahrzeug, für das es 200 000 Euro aus dem Ausgleichstock geben soll. Insgesamt rechnet die 5838 Einwohner starke Stadt Hausach in diesem Jahr mit Gewerbesteuereinnahmen von 3,8 Millionen Euro und Investitionen in Höhe von 8,55 Millionen Euro, wobei alleine für den Breitbandausbau im Außenbereich 4,1 Millionen Euro enthalten sind. Da diese Maßnahmen aber mit 90 Prozent bezuschusst werden, sind dafür dementsprechend Einzahlungen von 3,7 Millionen Euro eingeplant, erläuterte Groß.
„Der diesjährige Haushalt ist mehr als ein Zahlenwerk, er ist ein politisches Signal und zeigt, dass verantwortungsvolle Kommunalpolitik wirkt“, sagte Bürgermeister Wolfgang Hermann in seinem Statement. Trotz Rekordinvestitionen vergangener Jahre stehe der Haushalt 2026 auf einer tragfähigen Basis. „Das Defizit von zwei Millionen Euro ist aber eine Mahnung. Das können wir dank Rücklagen abfedern, aber wir müssen die richtigen Weichen stellen.“
Neun Maßnahmen von 2025 noch nicht abgerechnet
Die zentrale Frage laute: „Was ist unverzichtbar für die Zukunft Hausachs?“, fragte Hermann und erklärte, dass die Ausgaben kritisch geprüft werden müssen. „Mit Weitblick und kommunaler Verantwortung.“
Für die vier Fraktionen des Gemeinderats ergriff Elisabeth Zürn (SPD) das Wort und nannte den Etat „keinen Haushalt der großen Sprünge, sondern der Vernunft und Zurückhaltung“. Den Kommunen müsse wieder mehr Selbstverwaltung zugestanden werden, „denn die wissen am besten, wo der Schuh drückt“. Es brauche dringend eine Reform der Verantwortung zwischen Bund, Ländern und Kommunen, erklärte sie.
Das Dach des Gymnasiums sei dringend zu sanieren
Das Zentralprojekt sei in diesem Jahr die Sanierung der Hauptstraße mit dem Kreisel als Start. Außerdem stehen die Erschließung des neuen Baugebiets Kreuzberg und die Glasfaser-Baumaßnahmen an. „Die Planung eines barrierefreien Bahnhofs ist uns wichtig.“ Der Naturkindergarten werde schon bald eingeweiht und das Dach des Gymnasiums sei dringend zu sanieren. „Wir haben den Arbeitsauftrag, unter den schwierigen Rahmenbedingungen das Beste für unsere Stadt zu erreichen.“
Hermann betonte, dass die Stadt Hausach für ihren diesjährigen Haushalt auch von der Rechtsaufsicht direkt grünes Licht bekommen hat, weil „wir wieder einmal keine neuen Schulden aufnehmen“.