Feuerwehrübung mit Landwirten in Hornberg
: Gemeinsam für den Ernstfall proben

Das Zusammenspiel von Feuerwehr und Landwirten steigert bei Waldbränden Schnelligkeit und Effizienz. Die Hornberger Wehr probte am Samstag die strategische Partnerschaft hinsichtlich Einsatztaktik und Kommunikation.
Von
Eveline Kern
Oberndorf
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Bürgermeister Marc Winzer (vierter von rechts) und Kommandant Uwe Bähr (dritter von rechts) im Gespräch über den Ablauf der Übung auf dem Rohrenbauernhof in Hornberg Reichenbach

Kern/Kern

Übungsannahme war ein Waldbrand unterhalb des Fohrenbühls, Einsatzort der Rohrenbauernhof der Familie Aberle. Am Fohrenbühl und am Sägewerk Heinzmann in Reichenbach waren die Sammelstellen für die Pumpfässer eingerichtet.

Um die vierzig Brandschützer, acht Feuerwehrfahrzeuge und acht Landwirte mit Traktorengespannen nahmen laut Kommandant Uwe Bähr an der rund dreistündigen Übung teil. Auf der Agenda standen unter anderem eine optimierte Alarmierung der Landwirte und die Erprobung neuer Zwischenbecken-Systeme.

Gülle-Pumpfässer transportieren Löschwasser

Großflächige Waldbrände in der Region bedeuten unwegsames Gelände, das für Einsatzkräfte schwer zugänglich ist und fernab gelegene Hydrantennetze. Weiterhin sind die Straßen im Außenbereich schmal und deshalb beinhaltete die Ablaufplanung ein koordiniertes Einbahnstraßen-System, das mit Pylonen markiert war. Geprobt wurde unter anderem die einsatztaktische Schlagkraft der mobilen Pumpfässer, die die Bauern im Alltag zum Gülle ausfahren nutzen. „Die Alarmierung erfolgte in unserer Whatsapp Gruppe vor etwa zwanzig Minuten“, sagte Landwirt Michael Schmid vom Vorder-Mosenberghof auf Nachfrage.

Sein 5000 Liter Tank wurde vom Löschweiher beim Rohrenbauernhof befüllt. Fast jeder Hof hat einen Löschteich, die aber im Sommer nicht so gut gefüllt sind wie derzeit und je nach Ausmaß des Einsatzes nicht ausreichen. Falls notwendig, können laut Bähr die Landwirte einen Weiher dann auch füllen und die Feuerwehr saugt das Wasser wieder an.

Wasser wird aus dem Löschteich gepumpt.

Foto: Kern/Kern

„Von Übung zu Übung werden immer mehr Taktiken und Zusammenwirken der Gerätschaften optimiert, um im Ernstfall schlagkräftig handeln zu können,“ erklärte der Kommandant. So werde über Zwischenbehälter und nicht direkt über die Pumpfässer der Landwirte das Wasser angesaugt und die Pumpfässer mit eigenen Tragkraftspritzen befüllt.

Die Tanks der Wassertransporteure mit einem Fassungsvermögen von 3000 bis 10 000 Liter ermöglichen die Zuführung von Löschwasser an die Zwischenspeicher der Wehr, aus denen dann mit den Pumpen das Wasser über Strahlrohre und Wasserwerfer abgegeben werden kann.

Vor Ort war auch Bürgermeister Marc Winzer, der mit dem Kommando jede Station der Übung besichtigte und sich über den Ablauf bei den Brandschützern und Landwirten informierte. Er zeigte sich erfreut über das von Bähr gezogene positive Fazit bei der Nachbesprechung der Übung.

Rückblick

Bereits vor einigen Jahren hat die Hornberger Feuerwehr in ihr Gefahrenabwehrkonzept 14 mobile Tankfässer von Reichenbacher Landwirten der umliegenden Höfe aufgenommen. Die Kooperation angeregt hatte seinerzeit Landwirt Johannes Schondelmaier wegen der vermehrt auftretenden trockenen Sommer. Die Stadt schaffte spezielle Anschlüsse für die landwirtschaftlichen Pumptankwagen an, damit die Wehr über die mobilen Zapfstellen schnellstmöglich über ausreichend Löschwasser verfügen kann.

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