Ernstfall geprobt: So lief die Großübung der Feuerwehren in Fischerbach mit 137 Einsatzkräften

Nahezu 140 Einsatzkräfte waren auf dem und um das Gelände der ehemaligen Schreinerei Schorn im Einsatz.
AberleDie Bürgermeister der Region und zahlreiche Zuschauer wollten sich das Rettungssereignis trotz Regen und Kälte nicht entgehen lassen. Angenommen wurde das Heißlaufen einer CNC-Maschine in der Schreinerei, die daraufhin Feuer fing. Es kam zu einer starken Rauchentwicklung, wobei die ganze Halle und die angrenzende Kegelbahn verraucht waren. Viele Personen wurden im Gebäude vermutet, da gerade eine Schulklasse zu Besuch war. Im Bürotrakt, der sich im Obergeschoss befindet, wurde offenes Feuer vermutet. Von dort wurden Menschen mit der Drehleiter aus Hausach befreit.
An der Großübung nahmen neben der Feuerwehr Fischerbach auch die Kameraden aus Haslach, den Abteilungen Schnellingen/Bollenbach, Hausach, Steinach mit der Abteilung aus Welschensteinach, Mühlenbach und Hofstetten mit insgesamt 137 Einsatzkräften teil. Vier davon waren vom DRK-Ortsverein Haslach. Die Einsatzleitung lag beim Fischerbacher Kommandanten Markus Schwarze. Die Führungsgruppe Kinzigtal mit dem THW als Fachberater koordinierte und dokumentierte den Einsatz.
32 Personen mussten von sieben DRK-Mitarbeitern versorgt werden
Die Verantwortlichen trafen sich mehrmals während des Einsatzes am Fahrzeug der Führungsgruppe, um sich abzusprechen. So wurden auch noch drei Fahrzeuge nachalarmiert.

Allein von der Kinzig her mussten 1390 Meter Schlauch verlegt werden.
Foto: AberleNach der Alarmierung wurde zunächst die Abzweigung von der Kreisstraße in Richtung Mitteltal für den Durchgangsverkehr gesperrt. Vom Tal heraus wurde die Straße im Mitteltal mit dem Gemeindekombi blockiert, der Anliegerverkehr in dieser Zeit über die Straße am Turm umgeleitet. Die Wasserentnahme erfolgte zuerst vom Weiher am Schmidhansenhof, dafür waren etwa 600 Meter Schläuche zu verlegen, zur weiteren Wasserentnahme wurde eine Tauchpumpe in den Fischerbach gelegt und Wasser Richtung „Fuxxbau“ gepumpt, beides Aufgabe der Fischerbacher Wehr. Die Leitungslänge von der Kinzig her lag bei 1390 Metern, es musste die Kreisstraße überquert und eine Höhe von 37 Metern mit sechs Pumpen überwunden werden. Dies oblag den Wehren der Raumschaft.
Bürgermeister zollen größten Respekt gegenüber den Rettern
Der Zug aus Hausach kümmerte sich um die Menschenrettung aus dem Bürotrakt und der Halle. Dem Zug Haslach oblag die Menschenrettung in der Kegelbahn und der Halle sowie die Brandbekämpfung von der Dorfseite her. Das DRK Haslach hatte die „Opfer“ zuvor geschminkt und eine Sammelstelle eingerichtet, um die „Verletzten“ zu versorgen und zu betreuen. 32 Personen mussten von den sieben DRK-Mitarbeitern versorgt werden, davon zwölf Verletzte.

Die Bürgermeister Benedikt Eisele (Steinach, von links), Armin Hansmann (Haslach), Martin Aßmuth (Hofstetten), Thomas Schneider (Fischerbach) und Mühlenbachs Bürgermeisterstellvertreter Thomas Becherer überzeugten sich von der Schlagkraft der Wehren.
Foto: AberleFischerbachs Bürgermeister Thomas Schneider lobte: „Die beeindruckende Zahl der Feuerwehren, die zusammen mit Rettungskräften an unserer Raumschaftsübung teilgenommen haben, zeigt, dass unsere Wehren und Rettungskräfte personell und materiell gut ausgestattet und sehr motiviert sind. Dadurch können Sie auch bei großen Ereignissen die Bevölkerung, die Infrastruktur und unsere Umwelt so schützen, wie wir es uns vorstellen. Und das alles erfolgt im Ehrenamt. Das verdient unseren allerhöchsten Respekt.“
Bürgermeister Armin Hansmann aus Haslach schloss sich an: „Es begeistert mich, wie viel Bevölkerungsschutz mit der Feuerwehrkompetenz zu erreichen ist. Die Übung zeigt, wie gut unsere Wehren über Ortsgrenzen hinaus zusammenarbeiten, wenn es darauf ankommt.“
Kommunikation
Kreisbrandmeister Bernhard Frei erläuterte, dass es sich um eine vorgeplante Übung handelte, bei der Kommunikation und Handgriffe ineinanderlaufen und geübt werden sollen. „Nach meinem Empfinden läuft das sehr gut. Im Realeinsatz spielt nicht nur Taktik, sondern das Zusammenspiel im Team eine große Rolle.“