Energiezukunft Steinach
: Das steckt hinter der interkommunalen Wärmeplanung der Raumschaft Haslach

Die Badenova legte im Gemeinderat erste Ergebnisse des Projekts vor. Mit Sanierungen und erneuerbaren Energien könnten große Einsparungen erzielt werden.
Von
Maria Benz
Oberndorf
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Emissionen sollen auch in Steinach reduziert werden.

Breithaupt

Marc Krecher und Nina Weiss von Badenova Netze gaben im Gemeinderat einen Zwischenbericht zur kommunalen Wärmeplanung (KWP). Wie berichtet, haben sich die Kommunen der Raumschaft Haslach zusammengeschlossen, um die kommunale Wärmeplanung gemeinsam als interkommunales Projekt in die Wege zu leiten.

„Die großen Kreisstädte und Stadtkreise sind durch das Klimaschutzgesetz zur Erstellung eines kommunalen Wärmeplans verpflichtet. Die übrigen Kommunen werden seit Oktober 2021 durch ein Förderprogramm bei dieser wichtigen Aufgabe finanziell unterstützt“, wird in der Sitzungsvorlage erklärt.

Steinach hat einen Anteil von 5000 Euro zu zahlen

Die kommunale Wärmeplanung durch die Badenova für die Raumschaft Haslach kostet insgesamt rund 80 800 Euro brutto. Die Förderung beträgt rund 65 000 Euro (80 Prozent). Der Anteil für Steinach beläuft sich auf knapp 5000 Euro.

Krecher ging zunächst darauf ein, dass der Begriff „Wärmeplanung“ etwas irreführend sei. Es handle sich um eine Strategie mit gewisser Vorplanung und großer Datengrundlage, die die Einsparmöglichkeiten einer Kommune mit klimaneutraler Wärmeversorgung verknüpfe – nicht etwa schon um eine detaillierte Planung.

Treibgas-Emissionen für Steinach liegen unter dem Durchschnitt

Die KWP gebe eine Orientierung, wie es in Steinach weitergehen könnte bis 2040 und wo Wärmenetze entstehen könnten. Am Ende der KWP sollen fünf konkrete Projekte stehen, die in die Umsetzung kommen sollen. Weiss legte dar, dass in Steinach vergleichsweise viele Gebäude mit Holz (26 Prozent) und anderen erneuerbaren Energieträgern beheizt werden (neun Prozent), aber vorwiegend noch mit Heizöl (44 Prozent). Geringer seien die Anteile an Erdgas (16 Prozent) und Strom (zwei Prozent). 40 Prozent der Heizungen seien älter als 25 Jahre. Dort könne man davon ausgehen, dass bald Entscheidungen darüber anstehen, wie die künftige Wärmeversorgung aussehen soll.

Die Treibgas-Emissionen für Steinach lagen im Bezugsjahr 2022 bei 6,2 Tonnen CO₂ pro Person, der Wert für Baden-Württemberg lag laut Weiss bei 7,4 Tonnen CO₂ pro Person. „46 Prozent des Wärmebedarfs könnten durch Gebäudesanierungen eingespart werden“, machte Weiss deutlich.

Anschlussquote für ein Wärmenetz wäre womöglich zu gering

Krecher zeigte auf, wo es noch weitere Möglichkeiten gibt, den Anteil an regenerativer Energie auszubauen, etwa durch eine intensivere Nutzung von Photovoltaik oder Windkraft. Potenzial gebe es auch in Bezug auf Umweltwärme. So könnte theoretisch auf fast allen Flurflächen Erdwärme genutzt werden. Kein Potenzial sieht er in Steinach hingegen für die Nutzung von Abwärme ansässiger Betriebe.

Anhand einer Karte zeigte er auf, wo in Steinach bereits mit regenerativen Energien geheizt wird. Ein mögliches Wärmenetz würde nur in Straßenzügen Sinn ergeben, wo noch überwiegend fossile Energiequellen genutzt werden. Ansonsten wäre die Anschlussquote voraussichtlich zu gering und das Projekt unwirtschaftlich.

Hartmut Schwendemann (Grüne) fragte, wie das Verfahren für die fünf Maßnahmen aussieht, die am Ende stehen sollen. Krecher erklärte, dass sie der Kommune Vorschläge machen, die dann gemeinsam diskutiert werden. „Es sollen nur Maßnahmen reinkommen, die die Kommunen leisten können und wollen.“

So geht es weiter

Bereits am heutigen Donnerstag geht die KWP mit einem Workshop mit Beteiligten in der Haslacher Stadthalle in die nächste Phase. Dort sollen weitergehende Ergebnisse vorgestellt werden, etwa wo konkrete Maßnahmen möglich sind. Neben den Vertretern aus den Kommunen sollen dort auch Heizungsbauer und Stromnetzbetreiber vertreten sein. Im Oktober und November gehe es dann in die Maßnahmenfindung. Im Januar oder Februar soll es eine öffentliche Informationsveranstaltung für die Bürger geben. Voraussichtlich Ende März soll das Projekt abgeschlossen sein.

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