Einsatz für die Tiere: Dohlen können weiter am Turm in Steinach nisten

Die Mitglieder des Nabu Mittleres Kinzigtal haben die Dohlennistplätze am Steinacher Kirchturmgesäubert. Vorsitzender Felix Schubert (zweiter von rechts) freute sich über die Unterstützung durch den neuen Kirchenhausmeister Markus Rösler (rechts
NabuAlle zwei Jahre staunen die Mitglieder des Naturschutzbunds Mittleres Kinzigtal (Nabu) laut einer Mitteilung aufs Neue über den Fleiß der Dohlen, die den Kirchturm der Heilig-Kreuz-Kirche in Steinach besiedeln und unzählige Zweige und Moos für den Nestbau sammeln.
Dohlen zählen zu den Rabenvögeln und sind grauschwarz mit einer helleren Nackenpartie. Als Kulturfolger bewohnen sie Siedlungen, Gebäudenischen, Kirchtürme und Dachstühle, wo sie in Gruppen leben. Hat sich ein Dohlenpärchen gefunden, bleiben sie ein Leben lang zusammen. Die Nahrung besteht aus Beeren, Früchten, Nüssen, Mäusen, Insekten, Schnecken und auch Abfällen. In aller Regel suchen sich die werdenden Vogeleltern im April einen Nistplatz aus und bereiten diesen vor.
Jedes Jahr wird ein neues Nest gebaut. Das Weibchen legt drei bis sechs Eier, die Küken schlüpfen nach 18 Tagen. Getreu den Zielen der Deutschen Bischofskonferenz und um die Schöpfung zu bewahren, suchte das erzbischöfliche Bauamt in Freiburg zusammen mit der örtlichen Nabu-Gruppe nach Lösungen, um den Vögeln am Steinacher Kirchturm weiterhin das Brüten zu ermöglichen.
Davor hatten die Dohlen Unmengen an Nistmaterial in den Glockenturm eingetragen, so dass Reparaturen oder Wartungen der Glockenanlage nur noch möglich waren, weil die Nabu-Helfer das Nistmaterial entfernten. Als Ergebnis der Überlegungen ließ das Bauamt vor den Fensternischen des Kirchturms Schiebeläden mit waagerechten Brettern als Nistunterlage anfertigen. Geschützt durch tiefe Fensternischen können die Vögel nun in Ruhe brüten, ohne in den Glockenturm fliegen zu müssen. Auch dort muss gesäubert werden, die Nabu-Mitglieder legen alle zwei Jahre Hand an. Das alte Nistmaterial aus den Schiebeläden wird von Bauhofmitarbeitern entsorgt.
Reaktion des Nabu
Der Nabu-Vorsitzende Felix Schubert ist stolz auf die kleine Dohlenkolonie in ungewöhnlicher Lage und berichtet: „Alle Fensternischen waren besetzt. In einer Nische haben die Dohlen sogar in zwei Etagen übereinander gebrütet.“ Und so kann auch dieses Frühjahr „des Pastors schwarze Taube“, wie die Dohle in früheren Jahren wegen ihrer Vorliebe für Kirchtürme genannt wurde, die neue Brutsaison am Steinacher Kirchturm demnächst beginnen.