Ehrung für langjährige Treue in Gutach: Seit 50 Jahren in der Jägervereinigung

Kreisjägermeister Hans-Jürgen Schneider (rechts) und die Geehrten
KornfeldKreisjägermeister Hans-Jürgen Schneider begann seinen Rückblick auf das vergangene Jahr mit mit dem Thema Afrikanische Schweinepest (ASP). Das Seuchengeschehen an der Grenze zu Osteuropa habe sich erfreulicherweise beruhigt. Das innerdeutsche Geschehen, insbesondere in Hessen sei in der Wildschweinpopulation jedoch nach wie vor nicht unter Kontrolle. Auf Baden-Württembergischer Seite seien „nur“ zwei infizierte Wildschweine vorgekommen, es sei jedoch nur eine Frage der Zeit, dass auch hier etwas passieren könne.
Wahrscheinlich sei die ASP durch Unachtsamkeit der Menschen an den Autobahnen eingeschleppt worden. Für alle Reviere in der Sperrzone 2 in Baden-Württemberg sei das Jagdverbot aufgehoben und die Jäger aufgefordert, intensiv in die Bestände einzugreifen. Durch diese Aufhebung seien allerdings die Kosten für entstehende Wildschäden nicht mehr per sé durch das Land gedeckt. Das sei ein Problem für die Jäger, die Bestände seien nun groß und nicht so leicht in den Griff zu bekommen.
Schwarzwildgatter steht in Frage
Als Drama ohne Ende bezeichnete Schneider die Entwicklung in Bezug auf das Schwarzwildgewöhnungsgatter in Willstätt. Ein solches Gatter ist dafür gedacht, dass Hunde sich dort an Schwarzwild gewöhnen und um festzustellen, ob sie geeignet für die entsprechende Jagd sind.
Die Baugenehmigung – ohne Baufreigabe – liege seit Oktober 2023 vor und sei rechtskräftig, so Schneider. Über Petitionen gegen das Gatter sei noch nicht entschieden, eine Verträglichkeitsprüfung müsse nachgereicht werden. Es könne sein, dass die Untersuchung zu dem Schluss komme, dass überhaupt nicht gebaut werden könne. Die Kosten für eine solche Untersuchung läge bei 60 000 Euro bis 70 000 Euro, die Baukosten bei circa 550 000 Euro. Eine Entscheidung, ob das Vorhaben weiterverfolgt wird, werde bei der nächsten Präsidiumssitzung fallen.
Die Mitgliederzahl blieb seit der Sitzung im vergangenen Jahr gleich, die Frauenquote liege bei nur knapp 4,9 Prozent, so Schneider. Es gibt wieder einen Hundeführerlehrgang, der in der Regel alles zwei Wochen bis zum Prüfungstermin am 31. August stattfindet. Die Sanierung des Schießstands Bächlewald sei abgeschlossen, informierte Schneider.
Nach dem Kassenbericht den Schatzmeister Heiner Dieterle abgelegt hatte, bescheinigte Kassenprüfer Hans Paffendorf eine vorbildliche Kassenführung. Daraufhin wurden Kassierer und Vorstand einstimmig entlastet.
Nach mehr als zehn Jahren stehe ab dem Jahr 2027 eine Beitragserhöhung für den Landesjagdverband an, so Schneider. Eine Entscheidung darüber werde auf dem Landesjägertag im Juli gefällt.
Schneider informierte auch über die Luchsbestandsstützung im Schwarzwald, Luchskatze Verena sei im November und Luchskuder Reinhold im Dezember 2024 im Nordschwarzwald in die Freiheit entlassen, sie hätten sich gut eingelebt. In der Nähe seien auch Kuder Toni und Luchskuder Wilhelm im Südschwarzwald unterwegs. Es gebe noch zwei weitere Luchse, die unterwegs seien, Geschlecht und Herkunft seinen unbekannt.
Der Kreisjägermeister wies darauf hin, dass derzeit vier residente Wölfe im Schwarzwald vorhanden seien. Dem würden in Baden-Württemberg knapp 6 Millionen Euro an Ausgaben stehen, beispielsweise für wolfssichere Zäune. Die Entwicklung sei keine gute, so Schneider. Das Rehwild werde ausgesperrt, könne nicht zur Futtersuche auf die Wiesen. Es werde in den Wald gedrängt und dort Schäden verursachen.
Zum Abschluss der Sitzung wies Kreisjägermeister Schneider darauf hin, dass er noch für zwei Jahre gewählt sei, so lange werde er auch weiter machen. Aber: „Das muss genügen“, so Schneider, er sei seit 1997 durchgängig im Amt.
Ehrungen
50 Jahre
Willi Hug, Oberharmersbach
40 Jahre
Thomas Braun, Zell; Konrad Dieterle, Oberwolfach; Jan-Peter Disselhoff, Hausach; Friedbert Schmid, Oberwolfach; Berthold Schmieder, Oberwolfach; Raimund Schmider, Oberwolfach und Manfred Schnaiter, Oberharmersbach
40 Jahre Bläsergruppe
Hubert Serrer, Oberharmersbach
LJV-Verdienstnadel in Silber
Georg Obert und Corinna Köninger