Die Schleiereule im Schwarzwald: Ein Pilz mit Verwechslungsgefahr

Einige Exemplare der "Schleiereule"
Karin Pätzold- Cortinarius praestans: seltener Mykorrhiza-Pilz, wärmeliebend, in Süddeutschland verbreitet.
- Merkmale: violett-brauner, schleimiger Hut, lila gebänderter Stiel, rostbraunes Sporenpulver.
- Gilt als Speisepilz, doch wegen Verwechslungsgefahr wird vom Verzehr abgeraten.
- 2010 zum „Pilz des Jahres“ der DGfM gekürt – Gattung Cortinarius mit rund 1000 Arten.
- J.E.C.-Tagung kehrt nach 30 Jahren nach Hornberg zurück, vom 18. bis 24. Oktober.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Schleiereule Cortinarius praestans ist einer der schönsten und stattlichsten Vertreter der Haarschleierlinge Cortinarius. Als seltener Mykorrhiza-Pilz von Rotbuche, Eiche und Haselnuss ist er auf den Muschelkalkböden der Baar zu Hause. Er liebt wärmere Gegenden wie Süddeutschland, die Schweiz und Frankreich. In Norddeutschland fehlt er. Sein Hut ist violett-braun, bei Feuchtigkeit schleimig und jung von einer weißlich-violetten Hülle (Velum) bedeckt. Der Hutrand ist gerippt bis runzelig. Die gesägten Lamellen sind weiß bis hellbräunlich und jung unter der Teilhülle, dem spinnwebartigen Haarschleier, versteckt. Der Stiel ist fest, hell bis 20 cm, lila gebändert und an der Basis knollig. Das Fleisch ist violett, im Schnitt ockerbraun färbend. Das Sporenpulver ist rostbraun. Er hat einen angenehmen Geruch und milden Geschmack und gilt als Speisepilz. Wegen Verwechslungsgefahr ist vom Genuss jedoch abzuraten.
Im Jahr 2010 wurde er von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) zum „Pilz des Jahres“ gekürt. Die Gattung Haarschleierlinge Cortinarius zählt mit ca. 1000 Arten zu der umfangreichsten Pilzgattung Europas. Aktuell wird diese Gattung in vier Untergattungen eingeteilt: 1. Cortinarius mit Hautköpfen Dermocybe und Rauköpfen Leprocybe, 2. Schleimfüße Myxacium 3. Schleimköpfe und Klumpfüße Phlegmacium und 4. Seidenköpfe und Dickfüße Sericeocybe sowie Gürtelfüße und Wasserköpfe alles unter Telamonia. Für Laien ist das schwer zu überblicken, zumal die meisten Haarschleierlinge nur eine kurze Zeit im Jahr Fruchtkörper bilden.
Im Jahr 1983 hat der Franzose R. C. Azéma die europäische Vereinigung „Association des Journées européennes du Cortinaire“ (J.E.C.) gegründet. Ihm lag der europäische Gedanke sehr nahe. Sie wurde 1996 von dem damaligen Leiter der Schwarzwälder Pilzlehrschau Walter Pätzold und dem Straßburger Jean-Paul Koune formell wiedergegründet. Walter Pätzold setzte sich acht Jahre als Präsident der J.E.C. für die europäische Zusammenarbeit von Mykologen und Hobbymykologen zur Erforschung der Cortinarien ein. Es wurden Tagungen in zwölf Ländern ausgerichtet, eine Zeitschrift herausgegeben, Sequenzierungen durchgeführt, ein Abbildungsverzeichnis erstellt und ein Herbar angelegt. In diesem Herbst findet die Tagung nach 30 Jahren wieder in Hornberg statt und zwar vom 18. bis 24. Oktober. Organisiert wird sie von Björn Wergen, dem Leiter der Schwarzwälder Pilzlehrschau, seinem Team, dem Präsidenten der J.E.C. Oswald Rohner und der Stadt Hornberg.