Bericht im Gemeinderat
: Sozialarbeit an Haslacher Schule stößt auf großes Lob

Samira Lahn und Sarah Ehret haben den Gemeinderat in einer aktuellen Sitzung über ihre Arbeit informiert.
Von
Maria Benz
Oberndorf
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„Jede einzelne Aktion ist Gold wert“ – Schulsozialarbeit ist auch in Haslach wichtig.

Büttner/

Samira Lahn und Sarah Ehret arbeiten als Schulsozialarbeiterinnen am Heinrich-Hansjakob-Bildungszentrum. Angestellt sind sie von der Stadt. In der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend gaben sie Einblick in ihre Arbeit. „Wir sind Fachkräfte vor Ort, unsere Beratung ist vertraulich und freiwillig“, stellte Lahn klar. In Einzelfall-Beratungen seien Kinder und Jugendliche bei familiären, emotionalen und schulischen Problemen unterstützt worden.

In der Grundschule seien vor allem familiäre Belastungen (Trennung, Vernachlässigung), emotionale und psychische Themen, soziale Schwierigkeiten und schulische Herausforderungen aufgefallen. Bei den älteren Schülern seien es Themen wie das Fehlen vom Unterricht, Mobbing, psychische Auffälligkeiten bis hin zu Suizidgedanken und familiäre Probleme gewesen.

Einzelberatungen besitzen eine hohe Bedeutung

Präventionsprojekte wie „Das kleine Wir“ für ein gutes Miteinander, „Tom und Lisa“ zur Alkoholprävention oder der „Grüne Koffer“ zur Cannabisprävention hätten soziale Kompetenzen und ein gesundes Miteinander gefördert. Klassenaktionen, Teamübungen und Schulungen für Klassensprecher ergänzten das Angebot.

Bei akuten Krisen wie Gewalt, Mobbing oder psychischen Auffälligkeiten habe die Schulsozialarbeit schnelle Hilfe und bei Bedarf an externe Stellen vermittelt. „Wir sind keine Therapeuten“, machte Lahn deutlich.

Gerade, wenn Kinder von Suizidgedanken berichteten, bliebe ihr nichts anderes übrig, als an die Kinder- und Jugendpsychiatrie zu verweisen und auch die Eltern zu informieren. In solch einem Fall stehe der Kinderschutz vor der Schweigepflicht. Problematisch sei aber, dass wohnortnahe Angebote vielerorts nicht ausreichend vorhanden seien. Die Zusammenarbeit mit Eltern sei intensiv gepflegt worden – etwa durch Beratungsgespräche oder einen thematischen Elternabend zur Cannabis-Prävention.

Medienkonsum ist eine große Herausforderung

Herausfordernd seien die vielen verschiedenen Themen in der täglichen Arbeit. Gerade im Bereich des Medienkonsums obliege den Eltern die hauptsächliche Verantwortung. Dies werde aber oft in schulischer Verantwortung gesehen. Fragen zu Online-Sucht, übermäßigem Medienkonsum und vor allem Cybermobbing hätten spürbar zugenommen.

Für das kommende Schuljahr sind die Weiterentwicklung bestehender Projekte und der Aufbau eines multiprofessionellen Teams geplant. Ein Selbstverteidigungskurs soll neu ins Programm aufgenommen werden. Die Schulsozialarbeit bleibe ein zentraler Pfeiler im Schulalltag – vorausgesetzt, die personellen und strukturellen Rahmenbedingungen bleiben stabil. Yannick Hinzmann (LHL) wollte wissen, ob zwei Teilzeitkräfte überhaupt ausreichen, um den Bedarf zu decken. „Mehr geht immer“, sagte Ehret, aber die Ressourcen, die in Haslach zur Verfügung stünden, seien schon sehr gut.

Marco Fritzsche (FWV), der auch Konrektor im Bildungszentrum ist, lobte die Arbeit der beiden Frauen. „Jede einzelne Aktion ist Gold wert.“ In jeder Klasse gebe es Kinder, die die Arbeit benötigten. Hinzmann wollte noch wissen, ob Themen wie Mobbing und Suizidgedanken zugenommen hätten. „Mobbing gab es schon immer, Cybermobbing hat sich vermehrt“, erklärte Lahn. Tendenziell habe sie beobachtet, dass die Empathiefähigkeit abnehme.

Rahmenbedingungen

Zwei Fachkräfte sind für die Stadt Haslach in der Schulsozialarbeit tätig. Sarah Ehret ist mit einem Stellenanteil von 50 Prozent für die Grundschule zuständig und unterstützt in der Sekundarstufe mit weiteren 20 Prozent Stellenanteil. Samira Lahn ist federführend für die Sekundarstufe tätig, ebenfalls mit 50 Prozent. Im Schuljahr 2024/2025 besuchten im Bildungszentrum 257 Schüler die Grundschule und 423 die Sekundarstufe. Insgesamt haben die beiden Frauen in vergangenen Schuljahr 334 Einzelberatungen vorgenommen, davon 107 in der Grundschule und 227 in der Sekundarstufe.

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