„Auf dem Brühl III“: Das ist der aktuelle Stand beim Neubaugebiet in Haslach

Hier soll das neue Haslacher Wohngebiet „Auf dem Brühl III“ mit 88 geplanten Wohneinheiten entstehen.
BenzDer Gemeinderat hat in seiner öffentlichen Sitzung am Dienstag bei zwei Enthaltungen dem weiteren Vorgehen zum Bebauungsplan „Brühl III“ zugestimmt – ein weiterer Schritt zum geplanten Neubaugebiet, in dem circa 88 Wohneinheiten entstehen sollen.
Maik Schwendemann von der Stadtverwaltung rief in Erinnerung, dass der Gemeinderat Ende 2024 die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden beschlossen hatte.
Zwischen dem 23. Dezember 2024 und dem 3. Februar 2025 konnten Bürger sowie 39 Behörden und Träger öffentlicher Belange Stellung zu den Planunterlagen nehmen. Die eingegangenen Hinweise wurden von der Verwaltung ausgewertet und in einer Abwägungstabelle dokumentiert.
Etwa 88 Wohneinheiten sind im Neubaugebiet vorgesehen
Auch die Fraktionen des Gemeinderats hatten Gelegenheit, Anmerkungen einzubringen. Die Stellungnahmen von CDU und Grünen wurden vom Stadtbauamt gemeinsam mit dem Planungsbüro BHM geprüft und flossen in die überarbeiteten Entwurfsunterlagen ein.
Parallel dazu wurden Fachgutachten fertiggestellt, darunter der Umweltbericht mit Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung von Eingriffen sowie Empfehlungen zur Bepflanzung privater Grundstücke.
Auch die Verkehrs- und Erschließungsplanung des Büros Wald und Corbe wurde vorgestellt und vom Gemeinderat grundsätzlich gebilligt. Madeleine Kirstein vom Planungsbüro BHM ging auf die wesentlichen Stellungnahmen näher ein. Teilweise wurden Änderungen eingearbeitet.
Anwohner meldeten Bedenken an
Eingegangen sind außerdem Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit, so haben mehrere Anwohner des Baugebiets „Brühl II“ Bedenken geäußert, weil im Neubaugebiet entlang der Manfred-Hildenbrand-Straße die höchsten Gebäude geplant seien. Sie fürchten Schattenwurf und dass keine freie Sicht mehr gegeben sein wird.
„Die Stadt ist sich der individuellen Wünsche nach freier Sicht und ausreichender Sonneneinstrahlung bewusst und nimmt dies ernst. Sie sieht jedoch in der geplanten Bebauung keine wesentliche Beeinträchtigung bestehender Wohn- und Lebensqualität“, heißt es in der Begründung der Verwaltung.
Satzungsbeschluss ist nach Offenlage für das Frühjahr 2026 geplant
Außerdem wird darauf verwiesen, dass die Abstandsflächen sogar überschritten werden: „Die Gebäude mit einer maximalen Höhe von 13 Metern entstehen in einem Abstand von 30 Metern zur südlichen Bauflucht des Baugebiets Brühl II.“
Auch weiteren Anregungen, etwa, Satteldächer zuzulassen und auf Lüftungssysteme verzichten zu können, wurde seitens der Verwaltung nicht gefolgt. Kirstein erläuterte, dass der Gesetzgeber bei letzteren keinen Spielraum zulasse. Mirijana Prsa vom Ingenieurbüro Wald und Corbe stellte den Entwässerungsplan vor.
Die nun vollständigen Entwurfsplanunterlagen wurden dem Gemeinderat zur Kenntnisnahme vorgelegt und sollen in der kommenden Sitzung am 21. Oktober offiziell gebilligt werden. Anschließend folgt die erneute Offenlage. Sollten sich daraus keine wesentlichen Änderungen ergeben, ist der Satzungsbeschluss für das Frühjahr 2026 geplant. Mit der Bekanntmachung würde der Bebauungsplan dann rechtskräftig und das Verfahren abgeschlossen.
Joachim Prinzbach (FWV) war es wichtig zu erwähnen, wie viele Auflagen und Gutachten seitens der Stadtverwaltung erbracht werden müssen, um solch ein Baugebiet wie „Brühl III“ zu ermöglichen. Die Bauherren hätten es am Ende zu tragen.
Abstimmungsverfahren
Yannik Hinzmann (LHL) kündigte an, sich zu enthalten. Die Stadt solle sparsam mit ihren letzten Flächen umgehen und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Hermann Duffner (CDU) verwies darauf, dass die Bewirtschaftung der Ökokonto-Flächen viel Geld binde . „Wer soll das bezahlen?“, fragte er. Hinzmann winkte jedoch ab: „Ich mache die Gesetze nicht.“