Auch bei schlechtem Wetter
: Diese Ausflugsziele im Kinzigtal lohnen sich jetzt im Herbst

Von historischen Wohnhäusern über Glasbläserkunst bis zu Trachten, Mineralien und Modelleisenbahnen gibt es im Kinzigtal viel zu entdecken.
Von
Annika Kron
Oberndorf
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Wie das Wetter draußen ist, ist bei einem Besuch im „Mima“ egal: Dort gibt es immer viel zu entdecken.

Gemeinde Oberwolfach

Herbstzeit, Regenzeit. Aber auch bei schlechtem Wetter gibt es im Kinzigtal jede Menge Möglichkeiten, Ausflüge zu machen. Unsere Redaktion hat einige herausgesucht.

Haus Theres in Haslach: 42 Quadratmeter Grundfläche, zwei Zimmer mit 27 Quadratmeter Wohnfläche: Das Haus Theres ist nicht nur ein Museum, sondern schon fast eine Zeitmaschine. Das letzte kleinbürgerliche Haus, das die Haslacher Altstadt noch aufzuweisen hat umfasst ein an das Nachbargebäude angebautes Kleinstwohnhaus mit Erdgeschoss, Obergeschoss und Dachraum. Das Haus selbst ist zwei Zimmer tief und ebenso breit. Im Inneren eröffnet sich den Besuchern der lebensechte Alltag der Zeit vor 30 bis 80 Jahren: Flur, Speisekammer, Wohnküche, gute Stube, Schlafzimmer, Bad, Holzbühne und Jugendzimmer. Hinter jeder Schranktür und in jeder Schublade ist ein Stückchen Alltagsgeschichte von der Brotpuddingform und dem Dummisschiefele der Urgroßeltern bis zum Milchdosenstecher und dem Plattenspieler aus den frühen 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts zu finden. Für Kleingruppen bis 20 Personen öffnet der Historische Verein das „Haus Theres“ auf Anmeldung. Dies kostet pauschal 30 Euro.

Modelleisenbahn Gutach: Auf mehr als 500 Quadratmetern ist in Gutach die größte europäische Modelleisenbahn nach realem Vorbild, der berühmten Schwarzwaldbahn, aufgebaut. Die Modellbahn ist von April bis Oktober Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Von November bis März ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Trachtenmuseum Haslach: Einen Einblick in die Entwicklung der Schwarzwälder Trachten gewährt das im „Alten Kapuzinerkloster“ eingerichtete Schwarzwälder Trachtenmuseum. Beeinflusst durch Zeitgeist und Moderichtungen, durch Wohlstand, Armut und konfessionelle Bindungen treten die einzelnen Trachten des Schwarzwaldes im 18. Jahrhundert deutlich in Erscheinung. Das Trachtenmuseum zeigt in Großvitrinen mehr als 100 Schwarzwälder Originaltrachten, ergänzt durch kunstvoll gefertigte Einzelteile und Gegenstände aus dem bäuerlichen Leben. Erwachsene zahlen für den Eintritt drei Euro. Es hat von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Dorotheenhütte Wolfach: Die Dorotheenhütte in Wolfach ist die letzte aktive Mundblashütte des Schwarzwalds. Bei 1400 Grad Celsius wird dort Quarzsand zu flüssigem Glas. Die Kunsthandwerker stellen vor Zuschauern aus der Glasschmelze wertvolle Gläser, Schüsseln, Vasen und anderes her. Auch Besucher dürfen mit Hand anlegen und eine eigene Vase oder Glaskugel herstellen. Die Dorotheenhütte Wolfach wurde 1947 von den Unternehmern Kurt Petersen und Ummo Barthmann gegründet und ist heute die letzte traditionelle Glashütte des Schwarzwaldes. In der Dorotheenhütte ist auch ein Glasmuseum zu finden, in dem in Schaukästen, Vitrinen und Schautafeln einen Streifzug durch rund 2000 Jahre Glasgeschichte geboten wird: von der Entwicklung der Schmelztechnik, über die Art und Verbreitung der Rohstoffe, den Weg der Glasherstellung in Europa bis hin zu den Ansiedlungsorten der einst bis zu 100 Schwarzwälder Glashütten. Die Dorotheenhütte hat von Mittwoch bis Sonntag und feiertags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Für Erwachsene kostet der Eintritt sechs Euro, Kinder zahlen vier Euro.

Kunstmuseum Hasemann-Liebich in Gutach: Im ehemaligen Krämerhaus in der Ortsmitte Gutachs befindet sich seit 2005 das Kunstmuseum Hasemann-Liebich. Es erinnert an die großen Schwarzwaldmaler Wilhelm Hasemann und Curt Liebich, die in Gutach lebten, wirkten und mit ihrer Arbeit die Gutacher Malerkolonie begründeten. Viele bekannte Künstlerinnen und Künstler zählten zu dieser Künstlergemeinschaft, deren Einfluss bis heute spürbar ist. Ab Montag, 13. Oktober, zeigt das Museum eine neue Ausstellung mit Werken der heutigen Malerkolonie. Die Ausstellung ist täglich ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt für das Museum beträgt laut dem Verein Schwarzwald Tourismus Kinzigtal fünf Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder.

Das Kunstmuseum Hasemann-Liebich in Gutach zeigt bald eine neue Ausstellung.

Foto: Gräff (Archivbild)

Museum für Mineralien und Mathematik in Oberwolfach: Einen besonderen Blick auf die Verbindung von Naturwissenschaft und Kunst bietet das „MiMa“, Mineralien- und Mathematikmuseum Oberwolfach. Neben einer umfangreichen Sammlung einzigartiger Mineralien aus der Region werden auch kunstvolle Installationen gezeigt, die die Welt der Mathematik greifbar machen. Im Mittelpunkt steht dabei die Verbindung beider Bereiche: Symmetrie und Kristallographie eröffnen neue Perspektiven auf die „Wunderwelt der Mathematik und Mineralien“. Für Gruppen gibt es Spezialführungen, die individuell auf Mineralienliebhaber oder Mathematik-Interessierte zugeschnitten werden können. Anmeldungen sind spätestens zwei Wochen vor dem Wunschtermin erforderlich. Darüber hinaus steht ein kostenloser Audioguide zur Verfügung, der über QR-Codes an den Stationen oder über das Menü des Guides abgerufen werden kann. Begleitmaterialien sind an der Museumskasse erhältlich. Das Museum ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, geschlossen bleibt es am 24. und 25. Dezember sowie am 31. Dezember und 1. Januar. Der Eintritt kostet neun Euro für Erwachsene, mit Kurkarte acht Euro, ermäßigt fünf Euro. Im Museumsshop sind zudem Bücher, Spiele und Mineralien erhältlich.

Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach: Mit einem Regenschirm kann man im Freilichtmuseum Gutach auch bei schlechtem Wetter viel Spaß haben und von Haus zu Haus gehen. Das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach ist ein 1964 gegründetes Freilichtmuseum. Sechs typische, voll eingerichtete Schwarzwaldhöfe aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sind zu sehen. Dazwischen Bauerngärten, ein Tagelöhnerhaus und viele Nebengebäude wie Mühle, Backhaus, Säge, Schmiede und sogar eine Kapelle. Und es gibt, sehr zur Freude der Kinder, jede Menge Tiere. Es stellt das Leben, Wohnen und Arbeiten der Menschen im Schwarzwald in den letzten Jahrhunderten dar. Das Museum dokumentiert handwerklich-bäuerliche Lebenswelten der verschiedenen Regionen des Schwarzwalds. Die Darstellung unterschiedlicher Zeitebenen veranschaulicht den kultur- und sozialgeschichtlichen Wandel in den letzten Jahrhunderten. Seinen Namen verdankt das Museum dem 1612 an seiner heutigen Stelle errichteten Vogtsbauernhof. Das Museum hat noch bis 2. November geöffnet, und zwar täglich von 9 bis 18 Uhr. Eine Tageskarte kostet für Erwachsene 13 Euro.

Kleinbrennermuseum Steinach: Direkt neben dem prägnanten Fachwerkhaus Schwarzer Adler befindet sich das Heimat- und Kleinbrennermuseum. Das Museum gibt es schon seit mehr als 40 Jahren. Schwerpunkte des Museums sind die Kleinbrennerei, örtliches Bierbrauergewerbe, Geschichte, Brauchtum, Mineralien, Handwerk und bäuerliches Leben. Zu besichtigen gibt es außerdem diese Saison eine Sonderschau zum Thema 125 Jahre Verschönerungsverein Steinach. An den Adventssonntagen wird den Besuchern die beliebte und gern gesehene Sonderausstellung „Weihnachtskrippen“ gezeigt. Der Eintritt ist frei. Das Museum hat noch bis Sonntag, 12. Oktober, geöffnet.

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