Angespannte Haushaltslage
: Der Kindergartenbus in Oberwolfach fährt künftig seltener

Um Kosten zu sparen, sollen die Busfahrten zur Kita aus Oberwolfachs Seitentälern eingeschränkt werden. Auch die Öffnungszeiten des Familienzentrums St. Josef werden reduziert.
Von
Stefanie Müller
Oberwolfach
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Das Familienzentrum St. Josef sei zu den Randzeiten nicht viel genutzt worden, hieß es im Rat.

Das Familienzentrum St. Josef sei zu den Randzeiten nicht viel genutzt worden, hieß es im Rat.

Peter Münnich
  • Oberwolfach spart: Öffnungszeiten im Familienzentrum St. Josef werden verkürzt.
  • Künftig Betreuung von 6.45 bis 16.45 Uhr – Randzeiten waren kaum genutzt.
  • Kindergartenbus wird reduziert: morgens eine Hinfahrt um 8 Uhr, Rückfahrt um 12.10 Uhr.
  • Zusätzliche Fahrten um 8.35, 14.20 und 16 Uhr entfallen wegen Kosten von rund 57.700 Euro.
  • Zwölf-Stunden-Verträge entfallen, neue Acht-Stunden-Verträge schließen Lücke zwischen 6,5 und zehn.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die angespannte Haushaltslage zwingt die Gemeinde Oberwolfach zu Einsparungen. In seiner Sitzung am Dienstag beschloss der Gemeinderat deshalb einstimmig, die Öffnungszeiten des Familienzentrums St. Josef zu reduzieren. Zudem wird das Angebot des Kindergartenbusses eingeschränkt. Damit folgte das Gremium den Empfehlungen des Bildungsausschusses.

Bürgermeister Jürgen Nowak machte deutlich, dass die Gemeinde angesichts ihrer Finanzsituation handeln müsse: „Im Bildungsausschuss wurde das intensiv diskutiert und man hat nach ‚vertretbaren Stellschrauben’ gesucht.“ Dabei sei festgestellt worden, dass die bisherigen Öffnungszeiten des Familienzentrums von 6 bis 18 Uhr an den Randzeiten nur wenig genutzt würden. Künftig wird die Betreuung deshalb von 6.45 bis 16.45 Uhr angeboten. Derzeit gebe es keine Betreuungsverträge über zwölf Stunden. Die neuen Zeiten deckten den vorhandenen Bedarf weiterhin ab und ermöglichten Einsparungen, ohne das Nutzungsverhalten wesentlich einzuschränken.

Gemeinderat Martin Dieterle begrüßte die Anpassung: „Es ist sinnvoll, die Öffnungszeiten am tatsächlichen Bedarf auszurichten.“ Aus dem Zuhörerbereich wurde dagegen eingewandt, dass längere Betreuungszeiten künftig nur noch in Biberach oder Freudenstadt möglich seien. Zwar sei nachvollziehbar, dass die Gemeinde sparen müsse, die Maßnahme treffe aber sozial schwächere Familien zusätzlich. Nowak entgegnete, einen gewissen Bedarf werde es immer geben. Auf die Frage nach möglichen Auswirkungen auf das Personal erklärte Hauptamtsleiterin Madeleine Jähn, Stellenabbau sei nicht geplant. Allerdings könnten künftig frei werdende Stellen unbesetzt bleiben.

Kosten von etwa 57.700 Euro fallen an

Der Beschluss soll mit Beginn des neuen Kindergartenjahres umgesetzt werden. Deutlich kontroverser verlief die Diskussion über den Kindergartenbus. In einer Klausurtagung und später im Bildungsausschuss hatte sich der Gemeinderat bereits mit verschiedenen Varianten beschäftigt. Nach den Worten von Nowak galt der Kindergartenbus lange als Alleinstellungsmerkmal Oberwolfachs. Die Verwaltung hatte zwei Möglichkeiten vorgestellt: eine Reduzierung des Angebots oder die vollständige Einstellung des Busbetriebs.

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Die jährlichen Kosten belaufen sich auf rund 57.700 Euro. Dem stehen Einnahmen von gut 33.000 Euro gegenüber. Beschlossen wurde schließlich eine abgespeckte Variante. Künftig wird morgens nur noch eine Fahrt zur Walke angeboten. Die Busse starten um 8 Uhr sowohl in Kirche als auch in den Seitentälern Erzenbach und Rankach. Mittags erfolgt jeweils um 12.10 Uhr die Rückfahrt.

Gestrichen werden die zusätzliche Hinfahrt um 8.35 Uhr sowie die Rückfahrten um 14.20 Uhr und 16 Uhr. Gemeinderat Roland Haas verwies neben den finanziellen Aspekten auch auf ökologische Vorteile. Zudem gebe es beim Familienzentrum eine Engstelle, weshalb es sinnvoll sei, wenn die Kinder zeitlich gebündelt ankämen. Udo Schacher sprach von einem „goldenen Mittelweg“. Falls sich die Bedürfnisse änderten, könne die Gemeinde später nachsteuern. Eberhard Junghanns gab zu bedenken, dass dadurch eine Gruppe von Kindern künftig länger im Kindergarten bleiben müsse. Jürgen Oehl, Leiter des Familienzentrums, verwies darauf, dass die Auslastung bei der Rückfahrt um 12.10 Uhr am höchsten sei. Am Ende stimmte der Rat der Reduzierung der Kindergartenbus-Fahrten zu. Nur Manfred Harter enthielt sich der Stimme.

Kein Zwölf-Stunden-Vertrag mehr

Durch die Reduzierung der Öffnungszeiten des Familienzentrums wurde eine Änderung der Betreuungsverträge erforderlich. Wie Familienzentrumsleiter Jürgen Oehl erklärte, nimmt keine Familie einen Zwölf-Stunden-Vertrag in Anspruch. Diese Möglichkeit wird deshalb abgeschafft. Im Gegenzug sollen künftig Acht-Stunden-Verträge angeboten werden. Dadurch kann der große Sprung zwischen 6,5 und zehn Stunden geschlossen werden. Die Kosten orientieren sich an den Nachbargemeinden. Für Kinder ab zwei Jahren liegen sie bei acht Stunden Betreuung zwischen 100 und 450 Euro, für Kinder ab drei Jahren zwischen 70 und 275 Euro – jeweils abhängig von der Anzahl der Geschwister.