Abwasserzweckverband: Haslachs Bürgermeister ist neuer Vorsitzender

Das Steinacher Hochwasserrückhaltebecken ist eines von insgesamt vier in der Raumschaft Haslach. Der Probestau steht für alle noch aus.
BenzArmin Hansmann ist neuer Vorsitzender des Zweckverbands Hochwasserschutz der Raumschaft Haslach. Die Verbandsversammlung wählte den Haslacher Bürgermeister in der Sitzung am Dienstag einstimmig zum Nachfolger von Philipp Saar.
Verbandsrechnerin Gisela Ringwald stellte den Wirtschaftsplan 2025 vor. Der Erfolgsplan weise Erträge und Aufwendungen in Höhe von 528 300 Euro aus. Die Personal- und Sachkosten werden durch die Betriebskostenumlage der Gemeinden gedeckt.
Sie wies darauf hin, dass die Personalkosten höher veranschlagt sind als in den Vorjahren. Grund sei, dass für das Becken Haslach-Ost ein neuer Stauwärter eingestellt werden musste, da sein Vorgänger den Posten aus Altersgründen abgegeben habe, wie Stadtbaumeister Clemens Hupfer ausführte.
Ein neuer Stauwärter für Haslach-Ost wird gesucht
Im Wirtschaftsplan 2025 sind für die Hochwasserrückhaltebecken Haslach-Ost, Haslach-West, Hofstetten und Steinach sowie für die lokalen Maßnahmen Haslach, Hofstetten und Bollenbach Abschreibungen in Höhe von 375 000 Euro und laufende Betriebs- und Geschäftskosten mit 153 300 Euro eingestellt.
Die nicht durch Auflösung der Ertragszuschüsse gedeckten Abschreibungen werden durch die Abschreibungs-Umlage gedeckt. Der Liquiditätsplan weist insgesamt ein Volumen von 438 600 Euro aus. Im Wesentlichen seien hier die noch ausstehenden Baukosten für die lokalen Hochwasserschutzmaßnahmen in Bollenbach mit 76 500 Euro eingeplant. Als Finanzierungsmittel stehen Zuschüsse in Höhe von insgesamt 159 600 Euro sowie die Abschreibungsumlage in Höhe von insgesamt 125 700 Euro zur Verfügung.
Die nicht benötigten Finanzierungsmittel werden als Rückzahlung der Investitionsumlage an die Gemeinden zurückgeführt. Zukünftig stehen keine weiteren Investitionen an.
Nach den Auflagen aus den Planfeststellungsverfahren der Hochwasserrückhaltebecken müsste bei entsprechenden Niederschlagsereignissen noch ein Probestau in allen vier Becken vorgenommen werden. Hierfür seien Mittel im Haushalt 2024 und 2025 eingestellt worden. Die Förderung der Kosten sei bereits in Aussicht gestellt und ebenfalls veranschlagt. Hupfer erklärte, dass es auch gut sein könne, dass die Becken ohne Probestau abgenommen werden, denn dieser könne nur unter speziellen Voraussetzungen vorgenommen werden – es müsse sich um ein Regenereignis handeln, dass nahe an einem Notfall sei.
„Da am Probestau die Ingenieurbüros und auch Fachbehörden teilnehmen, ist ein Probestau mehrerer Becken oder aller Becken gleichzeitig logistisch schwierig“, erklärte Hupfer auf Nachfrage.
Bei den Rückhaltebecken Haslach-West und Hofstetten, die hintereinander quasi im gleichen Tal liegen, könne ein gemeinsamer Probestau dagegen sinnvoll sein.
„Die Becken sind von der Funktion abgenommen worden und werden von den Stauwärtern überprüft“, stellte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Nicolai Bischler klar, dass die Becken funktionstüchtig sind.
Details zum Jahresabschluss
Einstimmig war auch die Zustimmung zum Jahresabschluss 2023, den Verbandsrechnerin Gisela Ringwald präsentierte. Erträge und Aufwendungen hielten sich mit jeweils gut 446 600 Euro die Waage. Um dies zu erreichen, werden die Ausgaben über Umlagen der beteiligten Kommunen finanziert. Die Bilanzsumme belief sich zum Jahresende auf rund 20,76 Millionen Euro. Ähnlich verhielt es sich mit dem Jahresabschluss 2024. Die Summe der Erträge und Aufwendungen betrugen je knapp 501 900 Euro, die Bilanzsumme zum Jahresende rund 20,67 Millionen Euro. Der Betriebsaufwand sei aufgrund etwas höherer Unterhaltungen und des Probestaukonzepts höher als im Vorjahr. Die Herstellung der Hochwasserschutzmaßnahmen zwischen Welschensteinach und Steinach wurden 2024 abgeschlossen. Für 2025 stehe noch der Abschluss der Arbeiten für die Maßnahmen in Bollenbach an. Die Auftragsvergabe für diese lokalen Maßnahmen erfolgte am 22. Mai 2020, heißt es in der Sitzungsvorlage. Die Arbeiten seien bis auf kleine Restmaßnahmen 2023 abgeschlossen worden. Jedoch konnte die Winkelstützmauer unterhalb der Dorfstraße noch nicht mangelfrei abgenommen werden. Ein größerer Schlussrechnungsbetrag stehe daher noch zur Zahlung aus. Stadtbaumeister Clemens Hupfer führte aus, dass inzwischen ein Gutachten erstellt wurde, allerdings gebe es noch Fragen abzuarbeiten.