95 000 Euro
: So geht Hornberg bei der Sanierung des Kanalnetzes vor

Die Stadt Hornberg investiert für Reparaturen und Renovierungen unter der Erde.
Von
Eveline Kern
Oberndorf
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In der Kanalisation hinter dem Bahnübergang Franz-Schiele-Straße wurden erhebliche Schäden im Kanalnetz festgestellt

Kern

Die Stadt Hornberg setzt Prioritäten bei der Instandhaltung der unterirdischen Infrastruktur. In der Sitzung des Gemeinderats vergab der Rat an das Büro Zink die Ingenieurleistungen für Kanalmaßnahmen in geschlossener Bauweise.

Die Kosten beziffern sich auf rund 95 000 Euro und teilen sich auf in etwa 46 000 Euro für Reparaturen und rund 49 000 Euro für Renovierungen von jeweils Regen- und Schmutzwasserkanäle.

Im Zuge der Umsetzung der Eigenkontrollverordnung wurden im Stadtzentrum (Untersuchungsabschnitt 2) rund 8000 Meter Kanallänge und 332 Schächte inspiziert. Für die Reparaturen werden Kosten in Höhe von 265 000 Euro brutto veranschlagt. „Der Betrag setzt sich zu 40 Prozent aus den Schmutzwasser- und zu sechzig Prozent aus den Regenwasserkanälen zusammen“, erläuterte Stadtbaumeisterin Pia Moser.

Zunächst sollen die gravierenden Schäden behoben werden

Für die Renovierungen werden laut Moser 290 000 Euro brutto kalkuliert, die sich hälftig auf Schmutz- und Regenwasserkanäle verteilen. Die Kosten für die punktuellen Reparaturarbeiten werden mit Mitteln aus dem Ergebnishaushalt, die Renovierungen mittels Verlegen von „Inliner-Kanälen“ aus dem Finanzhaushalt finanziert.

Die Auftragsvergabe umfasst die Leistungen von Ausschreibung, Ausführungsplanung und ingenieurtechnische Begleitung sowie die Bauleitung bei der Umsetzung. „Eine Befahrung fand bereits 2023 statt und das Ingenieurbüro Zink hat die Auswertung für die dringendsten Reparaturen und Renovierungen übernommen“, erklärte Moser. Das Ergebnis sei bereits in der Sitzung im November letzten Jahres vorgestellt worden.

Das Büro Zink sei mit dem örtlichen Kanalsystem vertraut

Insgesamt weist die Kostenberechnung vom Büro Zink 3,2 Millionen Euro für die Sanierung des untersuchten Abschnitts aus, merkte Gemeinderat Rolf Hess (SPD) an. In Angriff genommen werden sollen jedoch laut Moser zunächst die gravierenden Schäden, die Sofortmaßnahmen erfordern.

Ratskollege Jörg Fehrenbacher (FW) erkundigte sich, ob in der halben Million Euro die Honorarkosten integriert sind. Die Stadtbaumeisterin bejahte dies. Annähernd 100 000 Euro für die Planung fand Fehrenbacher viel und er regte an, Alternativangebote einzuholen. In dem Fall bräuchte es eine neue Einarbeitung und die Projektierung verzögere sich, meinte Moser. Das Büro Zink sei mit dem örtlichen Kanalsystem durch jahrelange Betreuung und Durchführung der Eigenkontrollverordnung vertraut.

Rat folgte mehrheitlich dem Beschlussvorschlag der Verwaltung

„Wir wissen ja, dass wir gut beraten sind, aber vielleicht wäre eine Nachverhandlung möglich“, regte Gemeinderat Fritz Wöhrle (FW) an, die Kostenberechnung „unter die Lupe zu nehmen“. Bürgermeister Marc Winzer sagte, dass die Anregungen aufgenommen werden. Ergänzend wies er auf die bestehende Honorarordnung hin, an der sich das Büro Zink orientiere.

Der Hornberger Gemeinderat folgte mehrheitlich dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zur Vergabe der Ingenieurleistungen für die Kanalmaßnahmen an das Ingenieurbüro Zink, erweitert um den Zusatz „Abrechnung erfolgt nach Kostenberechnung“.

Eigenkontrollverordnung

Die Eigenkontrollverordnung (EKVO) regelt die Pflicht der Kommunen in Baden-Württemberg, ihre Abwasserkanäle regelmäßig zu inspizieren und den Zustand der Leitungen zu überwachen. Diese Verordnung dient dazu, den Sanierungsbedarf der Kanalisation zu ermitteln und die Qualität der Abwasserbeseitigung sicherzustellen. Das Kanalnetz in Hornberg hat eine Länge von insgesamt 46,6 Kilometer. 

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