Zigeunerball in Talheim
: Das närrische Stimmungshoch herrscht im Steinachtal

Dass die Narrenzunft „Zigeuner“ Untertalheim kräftig feiern kann, belegte sie auch beim diesjährigen Zigeunerball (Brauchtumsabend) in der Steinachhalle.
Von
Lothar Schwarz
Oberndorf
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So sieht es aus, wenn jemand von „Stimmung mit der Guggenmusik Shit Bulls“ erzählt. Erlebbar in Talheim.

Lothar Schwark

Mit einem zünftigen Narrenmarsch schritten die Zigeunerminis, das Narrenballett und weitere Symbolfiguren der Narrenzunft Zigeuner Untertalheim in die proppenvolle Halle ein.

Die Veranstalter gehen von rund 1000 Besucher die sowohl in der Steinachhalle wie anbauten Festzelt in absoluter Feierlaune waren. Neben den Auftritten in der Halle sorgte DJ Peasmann im Zelt für Top Laune. Den „Zigeunerball“ moderierten Martin Stanger und Thomas Kiefer humorig und mit viel Elan. Sie verstanden es die Besucher, 16 Gastzünfte und zwei Kapellen in Feierlaune zu halten.

Tradition im Steinachtal

Nochmals ließen beide Moderatoren die Geschichte ihrer Zunft aufleben. Der Name der 1962 gegründeten Narrenzunft stehe für die Pflege und Erhaltung von altem Brauchtum. Die Geschichte geht dabei ins Jahr 1806 zurück, als damals die Steinach die Grenze zwischen Württemberg und Vorderösterreich war. Das Steinachtal war zu jener Zeit der ideale Lagerplatz für das fahrende Volk. Je nach Zollvorgaben wechselt man über den Bach in die jedesmalig besten Gebiete.

Das die Gastgebende Narrenzunft auch ein Herz fürs Soziale hat, belegte sie, als Zunftmeister Karlheinz Lang mit dem Bauchladen auf Spendensuche in der Halle war. Den erzielten Betrag erhält die Gemeinnützigen Organisation Klinikkonzerte, berichteten die Moderatoren.

Energiegeladene Tänze

Dann gab es kein Halten mehr. Bis um 24 Uhr folgte ein Programmpunkt auf den anderen. Nachdem die Zigeunerminis in ihren schicken roten Kostümen einmarschiert waren, glänzten sie mit einem durchaus bejubelten Auftritt. Die Zigeunerteenies standen in nichts nach, indem sie belegten, ebenfalls auf der Bühne zuhause zu sein. Das solche energiegeladen Tänze nicht von alleine zustande kommen und viel Training beanspruchen, ist klar. Und so wurden die drei Trainerinnen mit je einem dicken Blumenstrauß belohnt.

Reichlich Beifall erntete die Narrengilde Göttelfingen für ihren Tanz. Tradition pur vermittelte der Calwer Narrentanz, gefolgt vom „Spaß an dr Freud Garde“-Tanz. Richtig ab ging’s nach dem Einmarsch der Shit Bulls die mit ihrer Guggamusik die Halle förmlich aufmischten. Da hielt es niemand auf den Stühlen. Die Halle bebte in ihren Grundfesten.

Interessante Gastzünfte

Das Zigeunerballett der heimischen Narrenzunft erntete ebenfalls viel Applaus. Eine echte Augenweide war der Auftritt der Weiler Zigeunerfrauen aus Weil der Stadt. Die Gruppe besteht aus rund 60 Aktiven in allen Altersschichten; sie empfinden das Leben von Fahrenden nach. Der Tanz brachte Freiheit pur, aber auch Würde auf die Bühne. Und so sang man gemeinsam aus ganzer Kehle: „ Lustig ist das Zigeunerleben, faria, faria, ho“. Noch einmal hoch her ging’s mit der Lumpenkapelle aus Rommelsbach, bevor der Abend vom Hofballett Empfingen beendet wurde.

Der Narrenzunft Zigeuner Untertalheim kann man zum gelungen Zigeunerball gratulieren. Bereits am Nachmittag wurde in der Halle ausgiebig der umtriebige Kinderzigeunerball gefeiert. Rund 1500 Narren nahmen am darauffolgenden Sonntag am großen Umzug teil.

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