Weggentaler Krippe: Seit Jahrhunderten fasziniert sie die Menschen

Die Engel in der Weggentaler Krippe
BaumRottenburg - Ab Heiligabend ist die Geburt Jesu im Stall zu sehen, und ab dem 6. Januar dann nähern sich die Heiligen Drei Könige der Krippe. Ab Mitte Januar wird die Hochzeit zu Kana gezeigt, und Ende Januar ist eines der Szenarien die Darstellung Jesu im Tempel.
Stadt ist Krippenzentrum
Besucher aus Nah und Fern kommen jedes Jahr zur Weihnachtszeit ins Weggental, um die Krippe anzuschauen. Die Stadt Rottenburg war schon seit der Barockzeit eines der wichtigsten Krippenzentren des Landes. Von dieser Bedeutung künden heute noch zahlreiche Krippen in den Kirchen Rottenburgs, in Museen und Privathäusern. Noch heute werden in Rottenburg und Umgebung sogar Krippenfiguren geschnitzt und werden etwa im Weggental oder im Sülchgaumuseum Krippenberge gebaut für die historischen Krippen.
Die Weggentaler Krippe ist etwas ganz Besonderes und wurde 1947 von Sebastian Blau alias Josef Eberle mit einem Gedicht geehrt. Im Barockzeitalter entstanden die Figuren der Weggentaler Krippe – gefördert wurde dies durch die Jesuiten, die 1653 die Seelsorge an der Wallfahrtskirche Weggental übertragen bekamen.
Barocke Wallfahrtskirche
Zwischen 1682 und 1695 errichtete die Pfarrei Sankt Martin mit Unterstützung vieler Spenden, vor allem vieler Adels- und Beamtenfamilien, und durch Opfergelder der Wallfahrer die heute noch bestehende große barocke Wallfahrtskirche. Eine Notiz aus jener Zeit, aus dem Jahr 1688 zeigt, dass der Mesnersohn Geld – zehn Kreuzer – bekommen hatte, um das Heilige Grab und die Krippe zu machen und aufzustellen.
Diese alte Krippe ging wahrscheinlich in der Zeit der Aufklärung unter – im Figurenbestand der jetzigen Krippe finden sich aber verschiedene Einzelfiguren, die aus dem 18. Jahrhundert datieren und auf Ergänzungen des ursprünglichen Krippenbestandes hindeuten könnten. Eine Originalfigur der Krippe erwarb das Tübinger Heimatmuseum in der Nachkriegszeit.
Heutige Krippe
Der Hauptteil der jetzigen Weggentaler Krippe entstand 1840 als Hauskrippe für das frühere Gasthaus Waldhorn (heute Kino) beim Dom. Um 1850 kam genau diese Krippe als Stiftung ins Weggental. In den Jahren 1951/1952 wurde die Krippe in den Werkstätten des Württembergischen Landesmuseums restauriert. Ein Teil der Figuren wurde damals neu eingekleidet und der ursprüngliche Stall, ein breites Fachwerkgebäude, wurde durch den heutigen Stall ersetzt.
Die Krippe ist über all die Jahre lebendig geblieben – jedes Jahr kommen neue Details hinzu, werden einzelne Figuren neu eingekleidet. Geschaffen wurde die Weggentaler Krippe vom Rottenburger Künstler Leopold Lazaro, dessen Hauptwerk die Weggentaler Krippe ist. Lazaros Vorfahren stammen aus Como, Italien.