Waldachtal
: "Plötzlich flog ich aus dem Sattel"

Interview: Der in Waldachtal und Umgebung beliebte Sänger erzählt über seinen schweren Fahrradunfall
Von
Schwarzwälder Bote
Oberndorf
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Ein Bild aus dem Krankenhaus kurz nach dem Unfall: Der Südtiroler Sänger Rudy Giovannini sieht schwer gezeichnet aus. Foto: Giovannini

Schwarzwälder Bote

Waldachtal. "Meine Leidenschaft ist das Mountainbikefahren", sagt der Südtiroler Rudy Giovannini. Doch dieses Hobby ist dem "Caruso der Berge" fast zum Verhängnis geworden. Bei "Immer wieder sonntags" in der ARD konnte man kürzlich die Folgen sehen. Wir haben den 43-Jährigen, der eine große Fangemeinde in Waldachtal besitzt, gefragt, wie es ihm geht.

Herr Giovannini, Sie tragen eine dicke Bandage um Ihren linken Arm. Was ist passiert?

Eigentlich fahre ich die schwierigsten Strecken in Südtirol. Am 7. August fuhr ich mit meiner Freundin allerdings gemütlich einen Berg runter. Plötzlich flog ich im hohen Bogen aus dem Sattel.

Warum denn das?

Kaum zu glauben, aber: Ein 81-jähriger Radfahrer hat mich überholen wollen und ist in voller Fahrt mit mir zusammengestoßen. Da konnte ich nicht mehr reagieren.

Wie schlimm ist der Sturz gewesen?

Ich habe mir den linken Oberarm gebrochen und hatte viele Schürfwunden. Die Situation war chaotisch. Der Helm, die Handschuhe – alles war total zerstört.

Der Krankenwagen kam?

Nein, sogar der Rettungshubschrauber, weil nicht klar war, wie schlimm es ist. Ich bin aber bei Bewusstsein gewesen. Der Notarzt hat sich dann einen Überblick verschafft und festgestellt, dass es zum Glück nicht noch mehr als der Bruch war.

Wie geht es Ihnen einige Wochen danach?

Langsam wieder besser. Die Schmerzen waren schon heftig. Zum Glück hatte ich gerade Urlaub und musste keine Auftritte absagen.

Vorletzten Sonntag sind sie sogar bei "Immer wieder sonntags" im Europapark aufgetreten...

(Giovannini lacht) Ja, das war schon außergewöhnlich. Ich konnte nicht auf der Bühne tanzen. Mein Arzt hatte mir auch verboten, die Bandage abzumachen. Aber ich musste ja mein Hemd anziehen, deswegen kam die Bandage kurz ab. Das war etwas schwierig, aber alle waren dort sehr hilfsbereit und hatten Geduld mit mir. Sie waren sehr glücklich, dass ich trotz des Unfalls nicht abgesagt hatte.

Wie waren die Reaktionen der Fans?

Ich habe ja auf Facebook mitgeteilt, was passiert ist. 20 000 haben das dort gesehen. Aber nach meinem Auftritt im Fernsehen habe ich noch Hunderte Briefe bekommen. Meine Fans haben sich richtig doll Sorgen gemacht. Auch Gudrun Lutz, mein großer Fan aus Waldachtal, hat sich bei mir erkundigt.

Wie lange sind Sie noch so eingeschränkt? Und wann sind Sie wieder unterwegs?

Die Bandage muss ich mindestens einen Monat lang tragen. Am 8. September soll sie entfernt werden. Ab dem 2. September bin ich wieder auf Tournee. Selbst Autofahren, wie sonst immer, wenn ich auf Tournee bin, kann ich nicht. Meine Freundin wird mich fahren.

Wohin führt die Tournee Sie?

Zunächst nach Thüringen, danach Blankenberge, an der Nordsee in Belgien, dann Luxemburg, danach Harz.

Wann sind Sie wieder im Waldachtal?

Da ist noch ein bisschen Geduld gefragt. Am 19. Dezember zum Weihnachtskonzert. Ich freue mich schon sehr. Das Waldachtal ist für mich etwas Besonderes, in Salzstetten hatte ich mein erstes Konzert in Deutschland. Und Gudrun Lutz hat mich von Anfang an unterstützt.

Und dann ist auch das neueste Album mit im Gepäck?

Natürlich. Das ist im Juni herausgekommen. "Dankeschön für dieses Leben" heißt es. Und nach diesem Unfall hat der Titel noch eine ganz besondere Bedeutung für mich bekommen.

  Die Fragen stellte Florian Ganswind.

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