Vor dem Bürgerentscheid
: Merkle warnt vor Blockade der Windkraft in Horb

In einem offenen Brief bezieht der CDU-Politiker aus Horb Stellung zur Windkraft – und fordert mehr Sachlichkeit in der Debatte.
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(red/gw)
Oberndorf
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Windkraft in Horb? CDU-Mann Stefan Merkle wirbt dafür, Windkraft nicht auszuschließen

Arne Dedert/dpa

In einem offenen Brief spricht sich Stefan Merkle, der auch Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Horb ist, deutlich für den Ausbau der Windenergie auf kommunalen Waldflächen aus. Dabei verweist er auf geopolitische, wirtschaftliche und ökologische Gründe – und warnt vor den Folgen einer Ablehnung.

Merkle blickt zunächst zurück: „‚Atomkraft – nein danke‘, so war meine Haltung in den 80ern des letzten Jahrhunderts. Glücklicherweise, denn ein kluges Endlagerungskonzept für den verstrahlten Müll gibt es heute immer noch nicht.“

Merkle warnt vor möglichen Preissteigerungen

Er verweist auf mögliche Preissteigerungen im Süden durch unterschiedliche Strompreiszonen sowie auf das ab 2028 geplante Importverbot für russisches Gas: „Eine sinnvolle Verordnung, denn damit bricht dem Aggressor Putin eine wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung seiner Kriegsmaschinerie weg.“

Auch der Braunkohletagebau sei ein schwerwiegender Eingriff: „Bisher wurden dabei in Deutschland über 300 Ortschaften zerstört und über 100.000 Menschen mussten umgesiedelt werden.“ Und im Vergleich zur Windkraft sei auch die Flächenbilanz von Solarparks kritisch: „Ein Solarfeld verbraucht ca. doppelt so viel Fläche wie ein Windrad.“

Merkle warnt: Ablehnung kontraproduktiv

Angesichts eines weiterhin hohen Energiebedarfs plädiert Merkle für pragmatische Lösungen: „Was sollen wir denn jetzt machen, wenn alles so nicht mehr so ist wie’s mal war?“ Die Windkraftverordnung des Bundes ziele auf Versorgungssicherheit, der Ausbau sei „unausweichlich“. Auch in Horb seien daher kommunale Flächen ausgewiesen worden – nach Jahren der Prüfung.

Eine Ablehnung durch Bürgerentscheid hält Merkle für kontraproduktiv: „Das Windrad wird dann eben ein paar Meter neben dem kommunalen Wald projektiert und gebaut.“ Damit entfielen potenzielle Einnahmen für die Stadt. „In Zeiten knapper kommunalen Budgets werden diese zusätzlichen Mittel der breiten Öffentlichkeit und dem einzelnen Bürger verwehrt bleiben.“

Merkle fordert einen sachlichen Dialog

Er fordert einen sachlichen Dialog: „Wenn wir uns eine Energiewende wirklich wünschen und gleichzeitig die ökologischen und ökonomischen Aspekte ausgewogen balancieren, lassen sich sicherlich in ergebnisoffenen Diskussionen Kompromisse finden.“

Eine vorschnelle Ablehnung könne diesen Spielraum gefährden.

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